Der Iran-Krieg ging auch am vierten Tag mit unverminderter Härte weiter. Die Luftschläge der USA und Israels auf das Mullah-Regime wurden fortgesetzt. Dessen neuer „Oberster Führer“ ist nun offenbar der Sohn des am Samstag getöteten Ali Chamenei, der am Dienstag von einer 88-köpfigen „Expertenversammlung“ ernannt wurde, die sich zu einem virtuellen Treffen zusammenfand. Laut US-Präsident Donald Trump verfügt der Iran über keinerlei Fähigkeiten zur Luftabwehr mehr. Auch das Radar des Landes sei ausgeschaltet worden. Marine und Luftwaffe des Landes sind demnach vollständig vernichtet worden – so „wie auch beinahe alles“. Dennoch planen die USA offenbar nicht, eigene Truppen in den Iran zu schicken, um den Regime-Wechsel zu vollenden. Dies sollen wieder einmal die Kurden übernehmen, denen der Westen zwar seit über 100 Jahren einen eigenen Staat vorenthält, die er zugleich aber immer gerne für Kämpfe heranzieht, die ihm selbst zu riskant sind, sei es gegen den „Islamischen Staat“ oder nun gegen die Mullahs. Wie das Portal „Axios“ berichtet, hat Trump am Sonntag mit kurdischen Führungspersönlichkeiten im Irak telefoniert, „um wegen des US-israelischen Iran-Krieges zu sprechen, was als Nächstes kommen könnte“. Am Dienstag bombardierten die Mullahs das Ausbildungslager der iranisch-kurdischen Oppositionsgruppe „PAK“ im Westen des Irak.
Die Gruppe hatte in den vergangenen Tagen mehrfach erklärt, iranische Regime-Kräfte bekämpfen zu wollen. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat inzwischen die Verlegung des Flugzeugträgers Charles de Gaulle ins Mittelmeer befohlen. Damit möchte er auf die „Unsicherheiten der kommenden Tage“ reagieren, wie er in einer Fernsehansprache erklärte, in der er auch klarstellte, dass er die Militärschläge der USA und Israels ablehnt. Diese stünden außerhalb des „Rahmens des Völkerrechts, was wir nicht unterstützen können“, so Macron, der zugleich auch betonte, die „primäre Verantwortung“ für die Instabilität der Region trage der Iran. Ein „dauerhafter Friede in der Region sei jedoch nur durch die „Wiederaufnahme diplomatischer Verhandlungen“ zu erreichen. Macron sieht sich damit auf einer Linie mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und Bundeskanzler Friedrich Merz.
Merz mimt den Weltpolitiker
Dieser war gestern bei Trump im Weißen Haus zu Gast, der ihn mit vielen warmen Worten bedachte, Merz aber auch wieder kaum zu Wort kommen ließ, was aber für gewöhnlich auch das Beste ist. „Ich bin wirklich froh, mit Ihnen zu sprechen in diesen herausfordernden Zeiten. Wir sind auf derselben Seite“, konnte Merz inmitten von Trumps Wortschwall von sich geben und schaffte es sogar, das einzige Thema unterzubringen, das ihn interessiert – nämlich die Ukraine. Diese müsse nämlich ihr Territorium und ihre Souveränität bewahren können. Was die Angriffe auf das Mullah-Regime betrifft, erklärte Merz, er hoffe, dass gerade das Richtige geschehe, um am Ende im Iran eine neue Regierung einzusetzen, „die Frieden und Freiheit“ zurückbringe. Nach seinem Eindruck gebe es in Washington keinen konkreten Plan für die Zeit nach einem möglichen Sturz des Regimes.
Merz kann froh sein, dass in den USA vermutlich noch niemand mitbekommen hat, dass er Trump erst letzte Woche bei einer Veranstaltung in Hessen nachgeäfft und lächerlich gemacht hat. Als er Trump berichtet habe, dass die Zuwanderung nach Deutschland um 60 Prozent reduziert worden sei, habe dieser sich ungläubig gezeigt, wobei Merz Trump dann imitierte und ankündigte, er werde ihm bei seinem Besuch in dieser Woche Grafiken präsentieren, die die angeblichen Erfolge der Bundesregierung belegen würden. Dabei schwang mit, dass Trump so beschränkt ist, das man ihm schon Bilder präsentieren muss, damit er etwas begreift. Abgesehen davon, dass Trump sich einen Dreck für Merz` Grafiken interessiert, wären diese ohnehin falsch, so wie alles beim Lügenkanzler. In Wahrheit sind die Asylanträge nämlich nur um rund 33 Prozent zurückgegangen – und auch das ist nicht auf Merz` Politik zurückzuführen, sondern darauf, dass die Asylanträge in der gesamten EU gesunken sind. Um ein paar billige Lacher bei CDU-Provinzbonzen abzustauben, die ihre Informationen über Trump und die USA wahrscheinlich von ARD und ZDF beziehen, mokierte Merz sich öffentlich über den US-Präsidenten und operierte dabei auch noch mit grundfalschen Zahlen über seine vermeintlichen Erfolge. Dann tat er wieder das, was er am liebsten tut, nämlich den Weltstaatsmann zu spielen, und auch das wie immer vor allem im Dienst der Ukraine. Allein dieser Auftritt zeigte wieder, welch ein stilloser Windbeutel und Dampfplauderer er ist. (TPL)























