Eskalation und Konfliktausweitug (Foto: breakermaximus/Shutterstock)
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Iran-Eskalation: Kommt es zum NATO-Bündnisfall?

Auch am fünften Tag ging der Iran-Krieg mit unverminderter Härte weiter. Die israelische Armee, die die elfte Angriffswelle gegen den Iran seit Samstag, durchgeführt hat, verkündete am Mittwochabend, dass seit Beginn der Angriffe rund 300 iranische Raketenwerfer zerstört worden seien. Dies habe wesentlich dazu beigetragen, dass die Anzahl der täglich abgefeuerten Raketen zurückgehe, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani. Inzwischen verkündete Naim Kassim, der Anführer der Terror-Miliz Hisbollah in einer Fernsehansprache, dass man sich „dem Feind nicht ergeben“ werde. „Unsere Entscheidung ist Konfrontation und Widerstand bis an die äußersten Grenzen“, so Kassim. Israel sei eine „existentielle Bedrohung“ für die Hisbollah, den Libanon und die gesamte Region, behauptete er in völliger Verdrehung der Tatsachen. Seine Miliz und ihre Sponsoren in Teheran sind in Wahrheit die „existentielle Bedrohung“ für Israel und die gesamte Region.

Bei den jüngsten israelischen Angriffen auf Hisbollah-Stellungen sind nach libanesischen Behördenangaben 72 Menschen getötet worden. Der französische Präsident Emmanuel Macron verkündete, dass er dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu bei einem Treffen aufgefordert habe, „die territoriale Integrität des Libanon zu wahren und von einer Bodenoffensive abzusehen“. US-Kriegsminister Pete Hegseth berichtete, dass die USA ein iranisches Kriegsschiff mit einem Torpedo versenkt hätten. Dabei dürfte es sich um die um die Fregatte „IRIS Dena“ handeln, die kurz zuvor vor der Küste Sri Lankas gesunken war. 87 Besatzungsmitglieder kamen dabei offenbar ums Leben.

Kriegsausweitung auf Europa?

Kritischer ist allerdings die mögliche Ausweitung des Konflikts auf NATO-Staaten: Eine iranische Rakete traf offenbar die Türkei und damit ein NATO-Mitglied. Die NATO geht von einem absichtlichen Angriff aus, ein türkischer Offizier bestritt jedoch, dass die Türkei das Ziel der Rakete gewesen war. Sollte dies zutreffen, könnte sie eigentlich für Zypern bestimmt gewesen sein, wo bereits zuvor die britische Luftwaffenbasis Akrotiri von einer iranischen Drohne getroffen wurde. Falls die NATO-Annahme stimmt, zielte der Angriff vermutlich auf die US-Luftwaffenbasis in Incirlik im Süden der Türkei. So oder so lang der Einschlagsort liegt nur wenige Hundert Kilometer von Bulgarien entfernt – und damit von EU-Festland. Sollte der Krieg sich ausweiten, könnte also auch Europa stärker betroffen werden – womit eventuell sogar der NATO-Bündnisfall ausgerufen werden. Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass die europäischen NATO-Mitglieder sich an den Militäraktionen gegen den Iran beteiligen. Das islamhörige Frankreich hat sich klar gegen die Angriffe der USA und Israel gestellt, Großbritannien im Grunde auch und die deutsche Regierung stimmt ihnen bestenfalls halbherzig zu.

Und in Deutschland wenden sich die Moralheuchler natürlich wieder lustvoll gegen ihren großen Feind USA: Im ZDF verkündete SPD-Finanzminister Lars Klingbeil, dass er „erhebliche Zweifel“ daran habe, dass der Angriff der USA auf den Iran mit dem Völkerrecht vereinbar sei. Zwar weine er der Führung in Teheran keine Träne nach, „trotzdem sollten wir als Deutschland, sollten gerade wir Europäer ein großes Interesse daran haben, dass eine regelbasierte Ordnung, dass Normen, dass Regeln in dieser Welt eingehalten werden“. Zwar gibt es weniges, dass noch unwichtiger sein könnte, als die Einlassungen Klingbeils zu Völkerrecht und internationaler Politik -oder zu irgendetwas-, sein Geschwafel über die nur in der Einbildung der irrelevanten Europäer existierende „regelbasierte Ordnung“ steht aber stellvertretend für eine Mentalität, die auch auf direkte Angriffe nicht reagieren würde – allem martialischem Getue gegenüber Russland zum Trotz, das gar keinen Angriff auf Europa plant. Zudem ist Westeuropa durch die Millionen importierter Muslime de facto gar nicht mehr fähig, eine souveräne Politik gegenüber der islamischen Welt zu betreiben, da sofort Terror und Gewalt drohen. (TPL)

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