Nicht einmal Jugendliche, die ihren Protest gegen die Obrigkeit äußern, sind in diesem Land noch vor Verhaftungen sicher. Im Rahmen bundesweiter Demonstrationen unter dem Motto „Schulstreiks gegen Wehrpflicht“, auf denen junge Menschen ausdrückten, dass sie von der Aussicht, als Kanonenfutter in Kriegen verheizt zu werden, die eine unfähige Polit-Elite vom Zaun bricht, wenig angetan ist, wurden in Berlin und München Teilnehmer vorübergehend festgenommen, nachdem sie Plakate mit vermeintlich beleidigenden Parolen über Bundeskanzler Friedrich Merz präsentiert hatten. Einem Jugendlichen trug ein Plakat mit der Aufschrift „MERZ LECK EIER“ eine kurzzeitige Festnahme und ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung ein.
Auf anderen Plakaten war unter anderem Slogans wie „Sterben steht nicht auf dem Stundenplan“ oder „Friedrich Merz an die Front“ zu lesen. In München wurden gleich mehrere Jugendliche verhaftet, weil sie ein Plakat mit der Aufschrift „Merz, stirb doch selbst an der Ostfront“ gezeigt haben sollen. Laut den Veranstaltern gab es rund 50.000 Teilnehmer in über 140 Städten. Hintergrund der Proteste ist die seit Januar geltende Reform des Wehrdienstes. Hannes Kramer, der Pressesprecher der Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“, erklärte im Deutschlandfunk, man wolle verhindern, dass das Land in eine „Militarisierungsspirale“ gerate.
Warnung vor einer „Militarisierungsspirale“
Der neue Wehrdienst sei der erste Schritt hin zu einer Wehrpflicht. Was in Deutschland geschehe, sei nach seinem Dafürhalten die Vorbereitung auf einen größeren Konflikt oder Krieg. Seine Initiative fordere aber andere, und zwar friedliche Lösungen. Kramers Einschätzung, dass der neue, zunächst noch freiwillige Wehrdienst die Vorstufe zur Wiedereinführung der Wehrpflicht ist, trifft zweifellos zu, ebenso wie seine Warnung vor einer „Militarisierungsspirale“, die längst im Gange ist. Im Gegensatz zu den Freitagsdemos gegen die nicht existierende Klimakrise, die von den Schulen gefördert wurden, gehen die Schüler gegen ein reales Problem auf die Straße, nämlich die Ablenkung von den katastrophalen Missständen in diesem Land durch die ständig beschworene Kriegsgefahr, vor allem durch einen angeblich drohenden russischen Angriff.
Dass junge Menschen, denen man durch den völlig überflüssigen Corona-Wahn schon prägende Jahre ihres Lebens gestohlen hat, keine Lust haben, sich nun für imaginäre Kriege drillen zu lassen, und das auch noch völlig unzureichend für den völlig technisierten Drohnenkrieg des 21. Jahrhunderts, ist nur allzu verständlich, genau wie ihre Forderung an den Kriegstreiber Merz, sich doch selbst an die Front zu begeben. Hier zeigen Jugendliche, dass sie sich einmal nicht vom politisch-medialen Kartell an der Nase herumführen lassen und sehr genau erkennen, was gespielt wird. (TPL)























