Autodiebstähle in Deutschland steigen wieder. Dabei, meiden Profi-Banden Elektroautos konsequent: Zu unpraktisch, zu langsam, zu riskant. Verbrenner bleiben der klare Favorit – weil sie ohne Ladezwang schnell über Grenzen verschwinden. Der E-Hype entpuppt sich mal wieder als Realitäts-Check: Was im Alltag nervt, taugt erst recht nicht fürs Verbrechen.
In Deutschland häufen sich wieder die Fälle von Autodiebstählen, und die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Laut dem aktuellen Lagebild der Bundespolizei wurden im vergangenen Jahr über 15.900 Personenkraftwagen endgültig gestohlen – ein Zuwachs von rund neun Prozent gegenüber 2022. Hinter diesem Anstieg stecken oft professionelle Banden, die die Fahrzeuge blitzschnell über die Grenzen schaffen, um sie in anderen Ländern zu verscherbeln.
Doch interessant ist, welche Autos die Kriminellen bevorzugen: Während Verbrennungsmotoren hoch im Kurs stehen, lassen Diebe Elektrofahrzeuge weitgehend links liegen. Das wirft ein kritisches Licht auf den vielgehypten Trend zu E-Autos und zeigt, dass der Umstieg auf Elektromobilität in der Realität mit erheblichen Hürden verbunden ist. Elektroautos werden von Kriminellen genau deshalb gemieden, weil sie in der Praxis unpraktisch sind – vor allem bei Flucht und Transport. Die Notwendigkeit, regelmäßig an Ladestationen anzuhalten, erhöht das Risiko, entdeckt zu werden, und verzögert den gesamten Prozess. In Regionen mit schwacher Ladeinfrastruktur, wie vielen Teilen Osteuropas, sind E-Autos quasi nutzlos. Hinzu kommen technische Features wie integrierte Ortungssysteme und Konnektivität, die Spuren hinterlassen und die Fahrzeuge leichter auffindbar machen. Selbst wenn ein Dieb ein E-Auto stehlen wollte: Wo soll er es verkaufen? Die Nachfrage in den üblichen Absatzmärkten ist gering, und die Abhängigkeit von Stromnetzen macht sie zu einer Belastung statt zu einem Vorteil.
Die Präferenz der Täter für klassische Benzin- oder Dieselmodelle ist somit kein Zufall. Diese Fahrzeuge erlauben es, lange Distanzen ohne große Vorbereitung zurückzulegen – ein kurzer Stopp an einer Tankstelle reicht, und schon geht’s weiter. Besonders teure Modelle werden häufig auf Bestellung entwendet, da sie in Zielmärkten wie Osteuropa oder den arabischen Staaten eine etablierte Nachfrage haben. Die Logistik ist eingespielt: Schnelle Abtransporte und einfache Weiterverkäufe machen Verbrenner zu einem lukrativen Ziel.
(SB)























