Durch den Konflikt im Nahen Osten sind die Preise für Sprit, aber auch für Gas geradezu explodiert. Mehr als 2 Euro müssen die Deutschen mittlerweile pro Liter zahlen. Da lohnt es sich, wenn man im grenznahen Gebiet wohnt, oft ein Ausflug über die Grenze, um dort den Tank aufzufüllen. Doch für viele gibt es dann eine unangenehme Überraschung: Ungewohnt effizient wird plötzlich an den Grenzen kontrolliert. Wenn der Staat den Bürgern in die Tasche greifen kann, funktioniert offenbar selbst das noch.
Die Ölpreise sind nach dem Überfall der USA und Israels auf den Iran massiv in die Höhe geschossen. Bei rund 119 Dollar liegt der Preis pro Barrel am Sonntag – der höchste Wert seit 2022- sank jedoch wieder auf 108 Dollar, aber es könnte wieder nach oben gehen. Inzwischen diskutieren auch die G7-Staaten darüber, die strategischen Ölreserven freizugeben, um zu versuchen, die Preise zu dämpfen. Zuletzt wurden Not-Ölreserven 2022 zu Beginn des Ukraine-Krieges angezapft. Für die Bürger sind die Preissteigerungen fatal. Nicht nur beim Tanken, sondern auch höhere Transport- und Fertigungskosten dürften sich überall auf die Preise niederschlagen. Wer versucht zu sparen, indem er etwa im Ausland tankt, macht dabei jedoch schnell mit dem deutschen Behördenapparat Bekanntschaft.
Grenzkontrollen? Kein Problem…
Immerhin sind rund 1,16 Euro bei den Spritpreisen in Deutschland Abgaben. Diese fallen in Tschechien oder Polen nicht in dieser Höhe an, dort ist beim Tanken der Sprit rund 50 Cent günstiger. Und plötzlich fühlt man sich wie in einer anderen Welt – der Staat ist auf einmal ungeahnt effizient, Grenzkontrollen kein Problem. Allerdings nicht gegen illegale Einwanderer, sondern gegen sogenannte Tanktouristen – also Otto Normalbürger, die beim Tanken etwas sparen wollen. Bundesweit gibt es daher Kontrollen, vor allem in Brandenburg, Sachsen und Bayern, um Personen zu kontrollieren, die in Polen oder Tschechien günstigen Sprit kaufen. Und wer dabei zu viel dabei hat, wird zur Kasse gebeten und muss nachträglich versteuern.
Bürger abzocken geht noch immer
So dürfen bei der Einreise nach Deutschland neben dem Kraftstoff im Tank nur ein zusätzlicher Reservekanister mit 20 Litern steuerfrei eingeführt werden. Wer diese Menge überschreitet, muss nachversteuern. Dabei fallen an Energiesteuern für Benzin rund 90 Cent pro Liter und für Diesel rund 70 Cent an. Wo käme man auch hin, wenn einige auf die Idee kommen, vielleicht einen zweiten Reservekanister dabei zu haben und damit nicht nur gegen die geltende Rechtslage zu verstoßen, sondern gar noch den Fiskus zu prellen. In den Augen der Obrigkeit eine viel größere Gefahr als ein paar hundertausend Personen ohne Papiere oder Sonstiges einfach so zu über die Grenze zu lassen. Immerhin muss man sich ja an Gesetze, wie etwa das Gefahrgutbeförderungsrecht, das Abgabenrecht und sonstige Vorschriften halten, wo käme man sonst auch hin…
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Dieser Beitrag erschien zuerst bei „Der Status„.























