Bundeswehr (Symbolbild: shutterstock.com/Von Filmbildfabrik)
Bundeswehr (Symbolbild: shutterstock.com/Von Filmbildfabrik)
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Wo, verdammt noch mal, bleibt das durchgecancelte Liederbuch der Bundeswehr!

Acht Jahre nach dem Panzerlied-Verbot immer noch kein neues Liederbuch der Bundeswehr. Während die Truppe schweigend marschiert, tüfteln die Gremien weiter an der genderneutralen, heimatfreien, toxizitätsarmen Playlist für die Soldat*INNEN.

Seit 2017 übt die Bundeswehr fleißig Verzicht: Kein „Panzerlied“ mehr, kein „Westerwaldlied“, kein „Prinz Eugen, der edle Ritter“. Zu viel Heldentod, zu viel alte Kamellen, zu viel potenzieller Rechtsextremismusverdacht. Ursula von der Leyen stoppte damals das alte „Kameraden singt!“ – und versprach feierlich: Ein neues, sauberes, zeitgemäßes Liederbuch kommt. Acht Jahre, drei Verteidigungsminister und unzählige Arbeitsgruppen später? Immer noch nichts. Stand März 2026: Vielleicht zweite Jahreshälfte. Digital. Vielleicht. Jetzt fragt die Tagesschau nach:“Wo bleibt das Liederbuch der Bundeswehr?“

Ein perfekt durchgecancelt neues Bundeswehr-Liederbuch braucht seine Zeit. Man stelle sich die dramatische Kleinarbeit vor: Jede Zeile wird auf verdächtige Begriffe wie „deutsch“, „Heimat“, „stolz“ oder – der Horror! – „Kamerad“ gecheckt. Das „Es hat ein Bauer ein schönes Weib“ fiel dem modernen Geschlechterbild zum Opfer – verständlich, schließlich wollen wir Rekrutinnen nicht mit archaischem Hausfrauenimage vergraulen. Stattdessen fiebern Experten aus Streitkräfteamt, Zentrum Innere Führung und Militärgeschichte fieberhaft einer „finalen Vorschlagsliste“ entgegen. Manche Lieder brauchen offenbar noch eine letzte rechtliche Einordnung. Ob sie am Ende „Staatsbürger in Uniform“ oder „Vielfaltssoldat*in mit intersektionaler Kampfmoral“ singen dürfen, bleibt spannend.

Die Truppe marschiert derweil durchs Gelände. Beim Lagerfeuer ertönt vielleicht noch leise „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ – aber pssst, nicht verraten. Offiziell herrscht Schweigen im Walde, bis das neue Werk erscheint: eine digitale Playlist, nachhaltig, klimaneutral und garantiert toxizitätsfrei.

Vielleicht hätte man einfach ChatGPT gefragt: „Schreib 50 Soldatenlieder, die LGBTQIA+, vegane Inklusion und Diversität preisen, ohne je ein Land, eine Nation oder ein Vaterland zu erwähnen.“ Ergebnis: 08/15-Chöre über „gemeinsame Werte“ und „geschlechtergerechtes Miteinander beim Waffentraining“. Wäre in zwei Minuten fertig gewesen – statt acht Jahren Bürokratie-Marathon.

Aber nein, die Bundeswehr macht es gründlich. Schließlich soll das neue Liederbuch nicht nur gesungen, sondern vor allem ideologisch einwandfrei sein. Ob die Soldat*innen dann noch Lust haben, überhaupt zu singen, wenn statt „Hoch auf dem gelben Wagen“ nur noch „Hoch auf dem genderneutralen, emissionsfreien, diversen Fahrzeug“ kommt? Egal. Hauptsache, niemand fühlt sich durch ein Wort wie „Kameradschaft“ getriggert.

Bis zur Veröffentlichung bleibt uns nur eines: weiter warten. Und vielleicht heimlich die alten Lieder summen – solange keiner vom Verfassungsschutz mithört.

(SB)

 

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