Das Schicksal des neuen iranischen Führers Ayatollah Mojtaba Chamenei, Sohn des getöteten Machthabers, ist nach den gestrigen US-Angriffen unklar (Foto:Imago)
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Neue Entwicklungen im Iran-Krieg – Deutschland bleibt weltpolitischer Zaungast

Der Iran-Krieg entlarvt Bundeskanzler Friedrich Merz und die anderen europäischen Wichtigtuer wieder einmal als weltpolitische Zaungäste, für die sich niemand interessiert. Bei einem Besuch in Norwegen, wo er unter anderem der NATO-Übung „Cold Response“ beiwohnte und sich dafür albernerweise mit einer Bundeswehr-Jacke ausstaffierte, übte er wieder einmal harsche Kritik an US-Präsident Donald Trump, weil dieser die Appelle von Merz und anderen europäischen Regierungschefs ignoriert hatte, die Russland-Sanktionen aufzuweichen. Genau dies tat Trump aber, indem er den Kauf russischen Öls erlaubte, um die infolge des Iran-Krieges steigenden Preise abzufedern. „Ich will das sehr deutlich sagen: Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch“, verkündete Merz daraufhin. Über das Wochenende wolle er dazu mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron beratschlagen, wie man nun auf Trump einwirken könne. Die Antwort steht jedoch bereits fest – nämlich gar nicht. Trump kümmert sich ebenso wenig um den Anti-Russland-Wahn der EU wie der Rest der Welt, sondern handelt nach eigenen Interessen.

Das hilflose Gemaule von Merz und Macron wird ihn davon keine Sekunde abbringen. Merz` Aussage, er wüsste gern, was Trump „dazu bewogen hat, diese Entscheidung zu treffen“, sagt schon alles, was man über diesen selbsternannten Weltstaatsmann wissen muss. Damit nicht genug, wollen mehrere europäische Staaten, darunter Frankreich und Italien, offenbar Gespräche mit dem Mullah-Regime aufnehmen, um eine sichere Passage für ihre Schiffe durch die Straße von Hormus zu erreichen, ohne in den Konflikt hineingezogen zu werden. Ob dies mit Wissen der USA und Israels geschieht, ist nicht bekannt. Macron hat von Anfang an keinen Zweifel an seiner Ablehnung der Angriffe auf die Mullahs gelassen und auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte sich kritisch. Eine einheitliche Linie der EU gibt es in dieser Frage nicht.

Chamenei „entstellt“, Italien und Frankreich planen wohl Direktverhandlungen mit den Mullahs

Es ist allerdings fraglich, ob Macron und Meloni überhaupt noch Verhandlungspartner finden. Denn wie die britische Tageszeitung „The Sun“ unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle berichtet, liegt Modschtaba Chamenei, der neue „Oberste Führer“ des Iran nach einem Luftangriff in Teheran im Koma und ist sich weder seiner Ernennung noch der aktuellen Kriegslage bewusst. Chamenei habe sich im Zusammenhang mit dem Angriff schwere körperliche Verletzungen zugezogen. Eines oder sogar beide Beine seien so schwer betroffen, dass die Ärzte eine Amputation in Erwägung ziehen würden. Zudem soll er innere Verletzungen im Bauchraum davongetragen und schwere Verletzungen an Armen und Händen erlitten haben. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es noch nicht, allerdings hatte US-Kriegsminister Pete Hegseth am Freitag erklärt, Chamenei sei „verwundet und wahrscheinlich entstellt“ worden. Dazu passt auch, dass er seit seiner Wahl am Sonntag noch nicht öffentlich in Erscheinung getreten ist.

Am Freitag setzte das US-Außenministerium eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar (rund 8,7 Millionen Euro) für Hinweise aus, die zur Ergreifung von Chamenei und führenden Köpfen der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) führen. Was die Straße von Hormus betrifft, erklärte US-Generalstabschef Dan Caine, Priorität des US-Militärs sei es, die Operationen der iranischen Minenleger in der strategisch wichtigen Wasserstraße zu bekämpfen. Die Meerenge sein eine „taktisch komplexe Umgebung“. Bevor die US-Marine dort Schiffe im großen Umfang durchschleuse, müssten erst die eigentlichen militärischen Ziele erfüllt werden. Wie es um den Machterhalt des Mullah-Regimes steht und wie lange der Krieg anhalten wird, ist aktuell also völlig unklar. Klar ist nur, dass die Europäer und Außenkanzler Merz wieder einmal planlos durch die Weltpolitik irrlichtern. (TPL)

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