Willkürlich gecancelt: DJ Phonatic (Foto:ScreenshotYoutube)
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Nach „Zionismus“-Denunzierung: Berliner Bar sagt DJ-Auftritt ab – und sorgt für propalästinensischen Ersatz

Der nicht nur, aber besonders in Berlin allgegenwärtige Israel- und Judenhass zeigt sich nicht nur in ständigen Aufmärschen von Muslimen und Linken und der Besetzung von Universitätsgebäuden, sondern auch in ganz banalen, eigentlich unverfänglichen Alltagssituationen in Deutschland, dem Land, dessen Kanzler bei Regierungsantritt vollmundig versprach, er werde gegen jede Art von Antisemitismus in Deutschland entschieden vorgehen. Wie üblich beim Vorsatzlügner Merz passiert das genaue Gegenteil – in Deutschland galoppiert der importierte Judenhass, gerne auch als “Antizionismus” verkleidet. Diese Erfahrung musste nun auch der bekannte DJ “Phonatic“ machen: Einen Tag vor einem geplanten Auftritt in einer neuen Kreuzberger Bar erhielt er per WhatsApp-Nachricht eine überraschende Absage des gebuchten Acts. Zur Begründung hieß es, die Bar habe eine Beschwerde mit der Frage erhalten, warum dort “ein Zionist“ auflegen dürfe. Das genügte bereits für die Stornierung des Auftrags: Als neu eröffnete Bar, so die Betreiber, könne man es sich „nicht leisten, einen schlechten Ruf zu bekommen“. Statt Phonatic spielte dann ein DJ mit – na was wohl – unverkennbar pro-palästinensischer Einstellung.

DJ Phonatic machte den Vorfall auf Instagram selbst öffentlich. „Statt zunächst das Gespräch mit mir zu suchen – wie es bei offensichtlicher Diffamierung redlich gewesen wäre – entschied man sich für vorauseilenden Gehorsam“, schreibt er. Gegenüber „Bild“ bestätigte die hier lupenrein faschistisch agierende Bar zwar die Absage, redete sich aber mit der Schwurbel-Ausrede heraus, diese sei „das Ergebnis missglückter Kommunikation, kurzfristiger Abläufe und interner Unaufmerksamkeit“ gewesen. Natürlich durfte auch der obligatorische Phrasenschwall nicht fehlen, man lehne „Homophobie, Antisemitismus, Rassismus und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden ab“, positioniere sich „klar gegen Hass und Hetze“, verstehe „sich als Ort der Offenheit, an dem Vielfalt, Respekt sowie Musik und Begegnung im Mittelpunkt stehen“.

Von wegen “ideologiefreier Raum”

Und weiter: Dafür, dass durch die Absage ein anderer Eindruck entstanden sei, entschuldige man sich ausdrücklich. Man nehme diese Kritik sehr ernst und werde dies „intern aufarbeiten“. Dies ist jedoch kein Einzelfall. Die Utopie des Clubs als “ideologiefreier Raum” sei längst nicht mehr gelebte Realität, so DJ Phonatic. Insbesondere seit dem Hamas-Massaker in Israel von 7. Oktober 2023 habe sich die Club-Szene „sowohl in der Qualität als auch in der Quantität“ spürbar antiisraelisch radikalisiert. Ihm sei es „ganz wichtig, diese Methoden sichtbar zu machen, weil diese Ausgrenzung in 99 Prozent der Fälle unsichtbar und hinter den Kulissen passiert“, sagte er weiter. Es betreffe „vorwiegend Kollegen mit israelischem und jüdischem Hintergrund und diejenigen, die sich gegen den zunehmenden Israelhass in der Szene offen aussprechen“.

Viele in der Szene würden dazu schweigen. Eigentlich hätten sie „keine Lust auf diese Erpressungsmethoden und aggressiven Diktate“, aber aus Angst würden sie nichts dagegen unternehmen. Dieses Schweigen ermutige die Aktivisten aber wiederum, andere so selbstbewusst und aggressiv unter Druck zu setzen. In Wahrheit wisse man gar nicht, wie viele Leute wirklich hinter den Einschüchterungs-E-Mails stecken. Für ihn ist jedoch klar: „Diese Leute treibt eine bestimmte Obsession an. Und sie trifft in immer mehr Fällen auf fruchtbaren Boden.“ Auch hier zeigt sich, wie Antisemitismus wieder salonfähig wird. Der Hass auf Israel dient als willkommener Vorwand, um uralte, längst überwunden geglaubte Stereotype zu legitimieren – und das auch noch von genau jenen, die sonst immer und überall „Nazis“ wittern und sich für die Lektionen rühmen, die sie angeblich aus dem Nationalsozialismus gezogen haben. In Wahrheit ist Berlin längst wieder die Hauptstadt des Judenhasses geworden. (TPL)

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