Bei den Kommunalwahlen in Hessen am 15. März 2026 hat die CDU landesweit klar die Nase vorn und bleibt mit etwa 29,7 % stärkste Kraft. Die AfD legte – obwohl sie gar nicht überall angetreten, da nicht genug Kandidaten verfügbar waren – massiv zu: von 6,9 % im Jahr 2021 auf 15,9 % (+9 Prozentpunkte) – das zweitstärkste Plus aller Parteien. Die SPD rutschte auf 20,2 % (-3,8 Punkte), die Grünen auf 14,4 % (-4 Punkte). Die Wahlbeteiligung stieg leicht auf 54,4 %.
Die AfD feierte in vielen ländlichen und osthessischen Gebieten spektakuläre Zugewinne und landete oft auf Platz 2 oder sogar 1 in kleineren Gemeinden:
- Vogelsbergkreis ~22 % (Platz 2)
- Fulda (LK) ~21,9 % (Platz 2)
- Waldeck-Frankenberg ~21,2 % (Platz 2)
- Biebesheim am Rhein 27,5 % (Platz 1)
- Erlensee 25,9 % (Platz 1)
- Büdingen 25,4 % (Platz 1)
In Großstädten fiel der Zuwachs meist moderater aus (z. B. Wiesbaden ~12,7 %, Kassel ~12,1 %, Frankfurt ~9,1 %), doch die Partei ist nun kommunal breit verankert.
Bei der #Kommunalwahl in #Hessen hat sich die #AfD mehr als verdoppelt und fährt ein starkes Ergebnis ein.
Dabei ist sie gar nicht überall angetreten, da nicht genug Kandidaten verfügbar waren.
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— Carsten Jahn TEAM HEIMAT ⚫️🔴🟡 (@JahnTeam) March 16, 2026
Ein krasser Ausreißer nach unten ist die Stadt Offenbach am Main: Hier stürzte die AfD auf nur 3,5 % ab (2021 ca. 7,3 %). Die SPD holte klar 33,3 %, gefolgt von CDU (19,8 %), Linke (14,5 %) und Grünen (13,6 %). Die AfD spielte praktisch keine Rolle.
Warum dieses Debakel genau in Offenbach? Die Stadt ist eine der migrantischsten in Deutschland: 67,4 % der Einwohner haben einen Migrationshintergrund (Stand 2024/2025, Integrations-Monitoring der Stadt; hessischer Schnitt nur 38,7 %). Der Ausländeranteil liegt bei über 40 %. In solch hochdiversen, multikulturellen Umfeldern stoßen migrationskritische Positionen der AfD (Begrenzung der Zuwanderung, Abschiebungen, Kritik am Asylsystem) auf breite Ablehnung. Viele Wähler mit Migrationsgeschichte bevorzugen linke oder ultralinke Parteien wie SPD, Linke oder Grüne.
Hinzu kam ein organisatorisches Desaster: Die AfD-Liste wurde erst kurzfristig nach internem Chaos (Streit, Entmachtung lokaler Strukturen durch den Landesverband) mit nur sieben Kandidaten eingereicht. Dadurch war die maximale Stimmenzahl pro Listen-Kreuz stark begrenzt (max. 21 Stimmen), was das Ergebnis zusätzlich verzerrte und realistische Chancen auf Mandate fast unmöglich machte.
Im benachbarten Landkreis Offenbach schnitt die AfD hingegen solide ab (~16,5 %, Platz 3/4). Das zeigt: In migrantisch geprägten Großstädten wie Offenbach bleibt die AfD isoliert – ein Muster, das sich auch in Teilen Frankfurts oder anderer hoch migrierten Zentren abzeichnet und eine Situation wie in Großbritannien schafft, wo die Grünen durch muslimische Stimmen Wahlen gewinnen.
(SB)























