Protest von Kinderrechtsaktivisten vor dem Londoner Gericht (Foto:CitizenGO)
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Wichtiger Etappensieg für Kinderschutz: Britisches Gericht stoppt Pubertätsblocker-Studie

Letzte Woche tagte im historischen Royal Courts of Justice in London die jüngste Verhandlung gegen das geplante staatliche Experiment mit Pubertätsblockern bei Kindern. Der Fall strahlt weit über Großbritannien hinaus. Die Regierung und Gesundheitsbehörden beantragten eine achtwöchige Unterbrechung des Verfahrens. Sie benötigten Zeit, um über Fortsetzung, Änderung oder Abbruch der Studie zu entscheiden.Die Kläger James Esses und Keira Bell – beide als Minderjährige mit Pubertätsblockern behandelt und bis heute von schweren gesundheitlichen Folgen betroffen – lehnten dies entschieden ab. Ihr Argument: Das Experiment mit chemischen Substanzen, oft als „chemische Kastration“ bezeichnet, sei grundlegend falsch und unmoralisch. Es müsse komplett gestoppt, nicht bloß angepasst werden.

Der Richter gewährte zwar die Aussetzung, setzte aber einen klaren Zeitplan: Die Hauptverhandlung findet im Juli statt. Entscheidend war eine weitere Entwicklung: Der Gesundheitsminister gab dem Gericht eine verbindliche Zusicherung, dass während des laufenden Verfahrens keine Kinder in die Studie aufgenommen und keine Pubertätsblocker verabreicht werden.

Erfolg nur durch massiven Klägerdruck ermöglicht

Bisher sprach die Regierung nur informell von einer „Pausierung“. Es gab Hinweise, dass bereits Familien im Hintergrund rekrutiert wurden. Nun ist sie rechtlich verpflichtet, das Experiment bis Juli nicht zu starten .Diese Zusage kam nur durch massiven Druck der Klägerseite zustande. Ohne sie hätte das Gericht die Unterbrechung vermutlich abgelehnt. Damit ist ein wichtiger Schutzmechanismus für Kinder etabliert, solange die Rechtmäßigkeit des Programms geprüft wird.

Im Saal zeigte sich das ungleiche Kräfteverhältnis: Ein Anwalt für die Kläger – gegenüber Reihen von Regierungsjuristen mit dem vollen Gewicht des Staates. Dennoch gelang ein Etappensieg: Das umstrittene Experiment kann vorerst nicht beginnen.Dieser Erfolg wäre ohne breite Unterstützung nicht möglich gewesen, vor allem von Petitionsplattforen. Vor allem CitizenGO und engagierte Bürger haben den Rechtsstreit erst ermöglicht und am Leben gehalten. Der Kampf geht weiter – mit Juli als nächstem Schlüsseldatum. (TPL)

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