Der stationäre Einzelhandel in Deutschland schrumpft weiter stark. Laut einer aktuellen Prognose des Handelsverbands Deutschland (HDE), über die “n-tv” berichtet, sinkt die Zahl der Ladengeschäfte 2025 erstmals seit der Wiedervereinigung 1990 unter die Marke von 300.000. Ende 2023 lagen noch rund 301.500 Geschäfte vor, für 2026 wird sogar nur noch etwa 296.600 erwartet – ein Rückgang um weitere 4.900 Filialen.Seit 2015 (damals ca. 372.000 Geschäfte) hat der Handel damit fast ein Fünftel seiner Verkaufsstellen verloren. Besonders stark war der Einbruch in den Corona-Jahren 2021 und 2022 mit jeweils etwa 11.000 Schließungen netto; 2023 waren es noch 4.500 gewesen.
Nachdem zuvor schon der inhabergeführte Einzelhandel weitestgehend verschwunden war, trifft es nun auch die großen Ketten und Filialisten – noch extremer, als man dies während der “Pandemie” sah. Der damals eingeleitete Schrumpfungs- und Schließungsprozess setzt sich konstant fort. Betroffen sind vor allem Mode-, Schuh- und Textilgeschäfte – etwa Marken und Ketten wie Görtz, Gerry Weber, Wormland, Eterna –, aber auch Deko-Anbieter wie Depot und einige Discounter wie Kodi verkleinern ihr Filialnetz.
Drohender Strukturverlust
Hauptgründe sind der anhaltende Boom des Online-Handels, der im Gegensatz zum allgemeinen Trend 2025 preisbereinigt um 3,5 Prozent wuchs; zudem, die schwache Konsumstimmung – und natürlich hohe Kosten für Energie und Personal, teilweise auch noch immer zu hohe Mieten. Nur 14 Prozent der Händler bewerten ihre Lage als “gut”; jedes zweite Unternehmen rechnet 2026 mit sinkenden Umsätzen. Die Insolvenzen erreichten 2025 mit 2.571 Fällen den höchsten Stand seit zehn Jahren.
HDE-Präsident Alexander von Preen warnt: Viele Innenstädte leiden unter zunehmenden Leerständen, die weitere Geschäfte gefährden. Der Negativtrend bremse sich zwar leicht ab, doch die mittelständische Handelsstruktur sei ernsthaft bedroht. Der Verband fordert von der Politik spürbare Entlastungen bei Energie- und Lohnkosten, um eine Trendwende zu ermöglichen. Ohne Gegenmaßnahmen drohe den Stadtzentren weiterer Strukturverlust. (TPL)























