Innerhalb von zwei Wochen ist die SPD nicht nur aus dem Landtag von Baden-Württemberg geflogen und hat nach 35 Jahren die Macht in Rheinland-Pfalz verloren; sondern selbst in der Hochburg München, das sie seit 1948 fast durchgehend in ihrem Würgegriff hielt, büßte gestern ihr Noch-Oberbürgermeister Dieter Reiter in der Stichwahl mit rund 13 Prozent Rückstand auf den Grünen-Kandidaten Dominik Krause sein Amt ein. Für die Vernunft der Münchner Wähler spricht dies natürlich keineswegs – die offenbar wollen, dass die Stadt denselben verhängnisvollen Weg wie etwa Hannover geht. Noch mehr sinnlose Klima-Schikanen für Autofahrer, noch mehr Gender-Irrsinn und Islam-Unterwerfung scheint das zu sein, was die Mehrheit will.
Reiter, der seit zwölf Jahren Oberbürgermeister ist, übernahm die persönliche Verantwortung für seine Niederlage. „Ich hab’s verbockt, es ist meine Schuld“, sagte er und verkündete das Ende seiner politischen Karriere. In den letzten Wochen war Reiter nicht mehr aus den Negativschlagzeilen gekommen, seit bekannt wurde, dass er seit Jahren je 20.000 Euro im Jahr für seine ehrenamtliche Tätigkeit im Verwaltungsbeirat des FC Bayern eingestrichen hatte, ohne sich dies vorschriftsgemäß vom Stadtrat genehmigen zu lassen.
“Ich hab’s verbockt“
Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass dies erforderlich sei, hatte der 67-jährige Reiter behauptet, der sein gesamtes Berufsleben im öffentlichen Dienst verbracht hat. Um das Blatt doch noch zu wenden, verzichtete er dann mit viel Getöse auf sämtliche Posten beim FC Bayern, spendete die bereits ausgezahlten 90.000 Euro für wohltätige Zwecke und verkündete: „Das Vertrauen der Münchnerinnen und Münchner ist mir wichtiger als Mandate oder Vergütungen“. Er hoffe sehr, dass das durch diese Entscheidung deutlich werde. Dem war offensichtlich nicht so. Reiter fuhr eine krachende Niederlage ein, die das katastrophale Gesamtbild abrundet, dass die SPD abgibt und ihr einen weiteren Mühlstein um den Hals hängt.
Der 35-jährige Krause, der bisher zweiter Bürgermeister war, fabulierte, in der Stadt habe zuletzt eine besondere Atmosphäre von „Aufbruch“ und „Erneuerung“ geherrscht. Auf der Straße hätten die Menschen ihm zugerufen: „Jetzt pack ma’s“. Was Grüne darunter verstehen, scheint den meisten Münchnern noch immer nicht klar oder egal zu sein, obwohl die Folgen sich im ganzen Land beobachten lassen. Unter dem grünen Bubikopf Krause haben sie sich für den Wechsel vom Regen in die Traufe entschieden und die SPD ist um eine weitere Hochburg ärmer. (TPL)























