Seit Beginn des Ukraine-Konflikts haben sich die Importe von landwirtschaftlichen Produkten aus der Ukraine in die EU vervielfacht. Doch dies sorgt für Probleme, denn die ukrainischen Produkte entsprechen oft nicht den hohen Standards, die im Rest Europas üblich sind. In Eiern wurden teilweise Rückstände von Antibiotika nachgewiesen, die in der EU verboten sind und die als so gefährlich gelten, dass es noch nicht einmal Grenzwerte gibt. Und über Umwege könnten sie auch auf unseren Tellern landen.
Die vermeintliche Solidarität mit der Ukraine hat einen wirklich fahlen Beigeschmack. Um das Land zu unterstützten, wurden seit Beginn des Krieges 2022 Zölle und Importquoten für landwirtschaftliche Produkte teilweise ausgesetzt. So stiegen etwa die Importe von ukrainischen Eiern im vergangenen Jahr um 65,6 Prozent im Vergleich zu 2024 – die Rekordmenge von 2,05 Milliarden Eiern fand somit den Weg in die EU. 73,4 Prozent der ukrainischen Eierexporte und 92,6 Prozent der Exporte von Eierprodukten gingen so 2025 nach Europa. Doch für die Verbraucher ist dies alles andere als ein Segen. Denn wie die Berliner Zeitung zuerst berichtete, haben es die ukrainischen Eier teilweise wirklich in sich.
Besonders gefährliche Stoffe
Die Zeitung hat dazu Daten des Schnellwarnystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) ausgewertet, woraus hervorgeht, dass seit September 2023 insgesamt 14 Meldungen zu Problemen bei Lieferungen von Eiern oder Eiprodukten aus der Ukraine registriert wurden. Die Dunkelziffer könnte aber noch höher sein. Festgestellt wurden dabei unterschiedliche Probleme, von Rückständen verbotener Tierarzneimittel über mikrobiologische Belastungen bis hin zu Kennzeichnungsmängeln, wie die Zeitung berichtet. Besonders häufig seien aber Antibiotikarückstände aufgetaucht. In mehreren Fällen wurde unter anderem der Stoff AOZ (3-Amino-2-Oxazolidinon), ein Abbauprodukt der Antibiotikagruppe der Nitrofurane, nachgewiesen. In der EU ist der Einsatz dieser Substanzen seit Mitte der 1990er Jahr für Nutztiere verboten. Und dies nicht ohne Grund: Die Stoffe gelten als besonders gefährlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat aufgrund der toxischen Eigenschaften der Nitrofurane nicht einmal Grenzwerte festgelegt – die Stoffe gelten in jeder Konzentration als Risiko.
Über Umwege auf den Teller?
Die meisten Meldungen über ukrainische Problem-Eier kam aus östlichen EU-Ländern, darunter Polen, Ungarn und der Slowakei. Vereinzelte Meldungen gab es auch aus den Niederlanden oder Schweden. Damit ist das Problem für Deutschland oder andere Länder, wo es bisher kaum Meldungen gab, allerdings keineswegs vom Tisch. Die Eier gelangen nur über Umwege zum Verbraucher, denn oftmals werden sie in anderen Staaten weiterverarbeitet, wie zu Eiprodukten wie Flüssigei oder Eipulver und in weiterer Folge zu Nudeln, Backwaren und anderen Fertigprodukten, die dann in Kantinen oder im Supermarkt landen – eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für die Bestandteile gibt es nicht. Der Verbraucher hat am Ende keine Ahnung, was auf dem Teller landet.
Ukraine statt Verbraucherschutz
Der EU, die sich sonst in sämtliche Lebensbereiche der Bürger nur zu gern einmischt und auch die heimischen Bauern mit immer mehr Vorschriften konfrontiert, drückt bei der Ukraine offenbar alle Augen zu. So wurde schon 2024 kritisiert, dass durch die schon damals steigenden Ukraine-Eier-Importe in die EU auch vermehrt Eier aus Käfighaltung ihren Weg nach Europa finden – Käfighaltung ist in der EU aber seit 2012 verboten. Eine Wettbewerbsverzerrung, die den heimischen Bauern schadet, während die Ukraine den europäischen Markt mit Billig-Produkten flutet, die zudem noch die in der EU geltenden Produktions-, Umwelt- und Sozialstandards bei weitem nicht erfüllen – Der Status berichtete. Aber Eier sind nur ein Teil des Problems. Schon 2023 gab es Streit, weil Polen, Ungarn und die Slowakei die Einfuhr ukrainischen Getreides verbieten wollten. Einerseits zum Schutz der eigenen Landwirtschaft und andererseits, weil in der Slowakei in ukrainischem Weizen verbotene und als gesundheitsschädlich eingestufte Pestizide nachgewiesen worden waren – Der Status berichtete. Seitdem ist nichts passiert, vielmehr geht der Import ukrainischer Produkte munter weiter und steigt deutlich an. Dabei warnte selbst der ÖVP-nahe niederösterreichische Bauernbund im Sommer 2023 vor den Importen aus dem Kriegsland: „Wer denkt in Österreich schon daran, dass in unserem Brot und Kaisersemmeln nun ukrainischer Gen-Weizen steckt?“
__________________________________________
Dieser Beitrag erschien zuerst auf “Der Status”























