Zensurbehörde "NeewsGuard": International das (private) Pendant zu den Trusted Flaggen der EU (Symbolbild:ScreenshotYoutube)
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Das Netz im stillen Würgegriff der Zensurwächter: Wie NewsGuard unliebsame Medien kaputtmacht

Eine US-Firma entscheidet darüber, welche deutschen Internetseiten als vertrauenswürdig gelten und welche als Risiko eingestuft werden: Wer eine rote Bewertung erhält, verliert in der Praxis Werbekunden und damit die wirtschaftliche Grundlage seiner Arbeit. Dieser Prozess läuft leise und automatisiert im Hintergrund, ohne gerichtliche Prüfung. Die „bewerteten“ Webseiten erhalten keine Benachrichtigung. So funktioniert das System von NewsGuard im Verborgenen.

Elon Musk: „NewsGuard ist Betrug!”

Elon Musk hat dafür deutliche Worte gefunden. Der Chef der Plattform X nennt das Modell von NewsGuard „Betrug“. Seine Kritik trifft den Kern. NewsGuard verkauft seine Bewertungen nicht an die Webseitenbetreiber. Das Geld kommt von großen Werbekunden und Agenturen. Diese kaufen die Daten und entscheiden damit, wo ihre Anzeigen erscheinen.

Eine grüne Einstufung zieht Werbung an. Eine rote Bewertung schreckt ab. Einnahmen können dadurch schnell einbrechen. NewsGuard verdient an den Werbekunden. Die Medien tragen die Folgen. So entsteht ein System, das weniger den Leser informiert, sondern vor allem Werbegeld lenkt.

Grün bringt Geld, Rot bringt Probleme

NewsGuard bewertet Seiten wie Achgut.com oder MMNews.de und verkauft diese Einschätzungen an Werbeagenturen und Technologieplattformen. Viele Werbekampagnen laufen nur noch auf als sicher eingestuften Seiten. Kritisch bewertete Angebote werden gemieden. Für die betroffenen Medien bedeutet das sinkende Einnahmen.

Gericht setzt Grenzen

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat in einem konkreten Fall Grenzen gesetzt. NewsGuard durfte Achgut.com nicht in dieser Form als Desinformationsquelle darstellen. Bei vielen Artikeln wurde nur ein einzelnes Beispiel herangezogen. Das reichte dem Gericht nicht für eine so weitreichende Bewertung.

Umstrittene Verbindungen

Im Umfeld von NewsGuard finden sich einflussreiche Persönlichkeiten wie der frühere CIA-Chef Michael Hayden. Kritiker sehen darin eine problematische Nähe zu politischen Kreisen. Gleichzeitig bestehen Verbindungen zur Werbebranche, etwa zu Publicis Groupe. Das verstärkt den Eindruck, dass Bewertungen und Werbegeld eng miteinander verknüpft sind.

Am Ende zeigt sich ein einfacher Mechanismus: Schreiben darf jeder. Aber nicht jeder kann es sich leisten.

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