Grüner Müll: In Bielefeld bleiben mangels Tankmöglichkeit die Wasserstoff-Mülllaster liegen... (Symbolbild:Grok)
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Klima-Irrenhaus Deutschland: Wasserstoff-Müllfahrzeuge müssen durch Diesellaster ersetzt werden, weil nächste H20-Tanke 90 Kilometer entfernt ist

In Bielefeld sorgt ein absurdes Behörden-Chaos für Aufsehen: Sieben hochmoderne Wasserstoff-Müllfahrzeuge, die die Stadt 2021 für rund eine Million Euro pro Stück angeschafft hat, stehen seit Wochen weitgehend still auf dem Gelände des Umweltbetriebs. Statt klimafreundlich Müll zu sammeln, müssen weiterhin alte Diesel-Laster ausrücken. Der Grund ist ein klassischer Fall von Bürokratie-Wahnsinn: Die nächste öffentliche Wasserstoff-Tankstelle in Rheda-Wiedenbrück (rund 40 Kilometer entfernt) wurde Ende 2025 geschlossen. Die Alternative in Münster würde eine Hin- und Rückfahrt von 180 Kilometern bedeuten – für die Müllwagen schlicht unwirtschaftlich. Deshalb müssten die Fahrzeuge theoretisch bis zu 90 Kilometer einfache Strecke zum Tanken fahren. “Bild“ berichtete über den Fall.

Gleichzeitig hat die Stadt für ihre neuen Wasserstoff-Busse eine eigene Tankstelle auf dem Gelände der Stadtwerke errichtet, die zu etwa 90 Prozent mit Fördergeldern für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) finanziert wurde. Diese Tankstelle darf jedoch ausschließlich für Busse genutzt werden. Eine Mitnutzung durch die Müllwagen ist verboten – obwohl sie technisch grundsätzlich möglich wäre. Laufende Tests prüfen derzeit die Eignung, eine Umrüstung der Anlage wäre machbar. Doch eine Freigabe würde die Stadt zwingen, einen Teil der Fördergelder zurückzuzahlen. Der Stadtsprecher Daniel Steinmeier wollte sich zu den Tests nicht äußern.Der Fall ist inzwischen so grotesk, dass er sogar den NRW-Landtag beschäftigt.

Politik für die Tonne

FDP-Politiker haben in einer Kleinen Anfrage die „unsinnigen Förderbedingungen“ kritisiert und gefragt, warum trotz früher Hinweise keine Lösung gefunden wurde. Auch in Bielefeld selbst hagelt es Kritik an diesen geisteskranken Zuständen: Der FDP-Fraktionsvorsitzende Jan Maik Schlifter (50) spricht von „Steuergeldverschwendung“ und einem „dichten Vorschriftendickicht“, in dem sich der Staat selbst verstrickt habe. Er fordert eine Klärung der Verantwortung und wirft der Landesregierung Untätigkeit vor.Verschärft wird das Problem durch massive technische Schwierigkeiten der Wasserstoff-Flotte: Bereits 2025 standen die Fahrzeuge fast die Hälfte der Zeit still.

Während die aktuelle Misere noch nicht gelöst ist, plant die Stadt bereits den nächsten Wechsel: Bis 2030 sollen bis zu 35 neue Elektro-Müllwagen angeschafft werden. Der Vorfall in Bielefeld wird sozum Sinnbild für gut gemeinte Klimapolitik, die an widersprüchlichen Förderrichtlinien, starren Vorschriften und fehlender praktischer Abstimmung scheitert. Statt CO₂-Einsparung entsteht vor allem eines: teurer Stillstand auf Kosten der Steuerzahler. (TPL)

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