Der Iran zwingt Ölkäufer in chinesischen Yuan statt Dollar zu zahlen. Der Krieg in der Golfregion ist deshalb nicht nur militärisch. Er ist ein Währungskrieg zwischen USA und China. Für die USA geht es ums Überleben. Das System, das Amerika seit 50 Jahren die Macht sichert, bekommt tiefe Risse. Der Iran kontrolliert die Straße von Hormus wie ein schwer bewaffneter Türsteher vor einem Club. Chinesische und andere asiatische Tanker dürfen rein und raus. Aber nur wenn das Öl zuvor in Yuan bezahlt wurde.
Die Ladung eines Supertankers hat einen Wert von etwa 140 bis 160 Millionen Dollar. Wenn solche Geschäfte plötzlich in Yuan laufen, fehlen genau diese Dollars im US-Geldsystem. Und hier wird es bedrohlich für die USA.
Wie entstand der Petrodollar?
„Petro“ kommt von Petroleum, dem alten Wort für Erdöl. 1971 gab es die erste große Ölkrise und den Jom-Kippur-Krieg. Ägypten und Syrien griffen Israel überraschend an. US-Außenminister Henry Kissinger machte 1973 Saudi-Arabien ein Angebot, das sie nicht ablehnen wollten. Die USA liefern militärischen Schutz und moderne Waffen. Im Gegenzug verkauft Saudi-Arabien sein Öl nur noch gegen US-Dollar. Andere Ölländer zogen nach.
Seitdem wird fast das gesamte Öl der Welt in Dollar abgerechnet. Wer Öl kaufen will, muss zuerst seine Euros, Pfund, Yen oder andere Währungen in einer Art US-Wechselstube in Dollar umtauschen. Erst dann kann er das Öl bezahlen. Die Ölstaaten legen das Geld in amerikanischen Staatsanleihen an. So konnten die USA hohe Schulden anhäufen, ohne dass das US-System zusammenbricht. Ein geschlossener Kreislauf, solange er funktioniert. Und hier wird es spannend.
Petrodollar gegen Petroyuan
Jetzt greift der Iran dieses System frontal an. Er erzwingt Yuan-Zahlungen für die Durchfahrt durch Hormus. Analysten der Deutschen Bank sagen ganz offen: Der Krieg könnte der Anfang vom Ende des Petrodollars sein. Gleichzeitig ist es der Aufstieg des Petroyuans.
Was machen die Saudis mit den Yuan? Wenn Indonesien oder ein anderes Land bei Saudi-Arabien Öl kauft und in Yuan bezahlt, bekommen die Saudis keine Dollar mehr, sondern Yuan. Mit diesem Geld kaufen sie in China Autos, Maschinen, Solaranlagen und ganze Fabriken. Sie investieren es in chinesische Firmen oder legen es einfach bei der chinesischen Zentralbank an. Das Geld bleibt also bei China.
Schlachtfeld zwischen Amerika und China
Es fließt nicht mehr zurück in die USA und wird nicht in amerikanische Staatsanleihen gesteckt. Genau das schwächt den alten Petrodollar-Kreislauf. Der Petrodollar bedeutet: Öl gleich Dollar gleich Macht für die USA. Der Petroyuan bedeutet: Öl gleich Yuan gleich Macht für China.
Der Iran-Krieg wird zum Schlachtfeld zwischen Amerika und China. Die USA wollen den Dollar als Weltwährung halten. China will seinen Yuan durchsetzen. Der Iran liefert China genau die Waffe dafür. Je länger der Krieg dauert, desto mehr Öl wird außerhalb des Dollars gehandelt. Die künstliche Nachfrage nach Dollar bricht weg.
Frisches Geld wird für die USA richtig teuer
Die USA müssen mit höheren Zinsen Anleger locken und inzwischen schon über 4,4 Prozent Zinsen auf neue 10-jährige Staatsanleihen bieten. Nur so bekommen sie frisches Geld. Die jährliche Zinslast des US-Haushalts liegt derzeit bei rund 1 Billion Dollar.
In den nächsten Jahren kann sie auf über 2 Billionen Dollar steigen. Ein riesiger Betrag. Dieses Geld fehlt dann für Renten, Militär oder Infrastruktur.
Dient dieser Krieg nur als große Ablenkung?
Solange die Welt auf den Krieg schaut, bleibt der eigentliche Umbau des Weltfinanzsystems im Schatten. China baut seinen Einfluss aus. Der Iran liefert den Hebel. Und Amerika merkt plötzlich, dass man einen militärischen Konflikt beginnen kann, ohne am Ende die Kontrolle über das Geldsystem zu behalten.
Es geht also nicht nur um Raketen, Tanker und Drohungen. Es geht um das Fundament amerikanischer Macht. Der Krieg in der Golfregion ist auch ein Krieg ums Geld. Und China steht bereits mit beiden Beinen in der Tür.























