Auch in Indonesien bilden sich infolge der Treibstoffrationierung lange Schlagen vor den Tankstellen (Foto:Imago)
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Ein Blick nach Afrika und Asien: Die eigentlichen Opfer des Energie-Schocks

Viele importabhängige Länder in Asien und Afrika leiden unter Treibstoffrationierungen, Stromengpässen und steigenden Lebensmittelpreisen. Das WFP der UNO warnt vor weiteren 45 Millionen Menschen in akuter Hungergefahr. In Pakistan bilden sich lange Schlangen an Tankstellen. Das Land klagt über sinkende Weizenernten. Rationierter Treibstoff führt zu stundenlangen Staus. Lastwagen fahren seltener, Lebensmittel erreichen Städte verspätet. Schulen wurden teils geschlossen. Fehlender Harnstoffdünger wegen Erdgas-Knappheit senkt die Weizenerträge, während Mehlpreise steigen. Viele Familien sparen bei den eigenen Mahlzeiten.

In Jordanien ist die Straßenbeleuchtung gedämmt, die Behandlungskosten der Krankenhäuser explodieren. Das Land bezieht den Großteil seiner Energie aus der Golfregion. Steigende Preise zwingen zu Einsparungen bei Allgemein- und und Haushaltsstrom. Krankenhäuser und Medikamententransporte werden teurer. Weniger Dünger mindert Erträge und erhöht die Importabhängigkeit. Überweisungen aus dem Ausland gehen zurück.

Dünger- und Energiepreise gehen durch die Decke

In Äthiopien stehen die LKWs stilll, viele Märkte sind leer. Fast vollständig auf Importe angewiesen, priorisiert Äthiopien Treibstoff. Viele Transporte fallen aus, Lebensmittelpreise steigen. Fehlender Dünger drückt Mais- und Getreideerträge und verschärft die Versorgungslage. Auch in Ägypten treibt Düngermangel treibt die Brotpreise; hohe Schulden und Energiepreise zwingen zu Stromrationierung und kürzeren Betriebszeiten. Am Nil sinken die Ernten durch Düngermangel; Importe verteuern das Brot. Krankenhäuser kämpfen mit höheren Kosten.

In Sri Lanka ist die alte Krise zurückgekehrt: Nach der Erholung von der letzten Wirtschaftskrise trifft die Energieknappheit erneut hart. Treibstoff wird rationiert, Produktion gedrosselt. Weniger Dünger senkt Reisernten, Grundnahrungsmittel werden teurer. In Bangladesch stehen Fabriken still, die Ernten schrumpfen, Energieimporte treiben Kosten für Industrie und Düngerproduktion auch hier. Fabriken reduzieren oder stoppen die Arbeit. Geringere Erträge auf den Feldern bei hoher Nachfrage belasten besonders arme Haushalte.

Leidtragende des Irankriegs

Auch in Nepal bilden sich vor Tankstellen und Großmärkten lange Schlangen für Gas und Treibstoff. Menschen warten stundenlang auf Kochgas und Benzin. Transporte in Bergregionen werden unzuverlässig und teurer. Rückläufige Überweisungen aus dem Ausland treffen knappe Budgets – oft wird am Essen gespart. In Vietnam bremsen die Energiekosten massiv das Wachstum; höhere Importpreise verteuern Produktion und Dünger. Die Reisernte fällt geringer aus. Das wirtschaftliche Wachstum verliert an Schwung, die Belastung erreicht breite Bevölkerungsschichten.

Diese und alle weiteren nachfolgend genannten Fakten stammen aus Berichten von “The Economist” im März 2026) und dem Welternährungsprogramm der UN (WFP). Die genannten Länder haben den derzeitigen globalen Konflikt nicht verursacht, tragen aber dessen schwersten Folgen und Auswirkungen mit. Der Energie-Schock macht deutlich, wie verwundbar globale Lieferketten sind – eine Mahnung auch für Europa mit seinen begrenzten Reserven.

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