“Ist mir ja ein totales Rätsel, wieso ausgerechnet ich sexuell anzügliche Nachrichten kriege!!!" – Evelyn Burdecki auf dem Deutschen Filmball im Januar 2026 (Foto:Imago)
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Quasselstrippe mit Dick-Pics: Evelyn Burdecki und die Kunst des professionellen Rumopferns

Während sich über den Kampagnenplot von “Collien Erfandes” und “HateAid” angesichts zunehmender Absetzbewegungen der anfangs blindwütig gutgläubigen Unterstützermedien, die ihre Story sang- und klanglos zurückziehen, ein Mantel des verlegenen Schweigens breitet, versuchen nun auch die bedeutungslosesten ZZZ-Sternchen noch krampfhaft, ein paar Brosamen der öffentlichen Aufmerksamkeit aufzupicken. So nun auch Evelyn Burdecki, die unangefochtene Dschungel-Königin der deutschen Quassel-TV-Ära. Auch sie stimmt in den MeToo-Gassenhauer ein: „Ich bekomme widerliche Nachrichten.“ “Bild” titelt diese Meldung Ostersonntag-Vorabend, als wäre es die zweite Auferstehung – bloß dass hier nicht Jesus, sondern Dick-Pics auferstehen: „Ständig“, sagt die 37-Jährige, „sexuelle Angebote: ‚Wenn ich dich auf der Straße sehe, ziehe ich dich aus‘“. Nein, wie schlimm! Wie ekelhaft! Und vor allem: extrem praktisch für die PR.

Dieses Bekenntnis Burdeckis kam natürlich nicht vor drei Wochen, sondern ebenfalls just jetzt, wenn auch zwar fast schon zu spät, aber doch noch im Gefolge der mutmaßlichen Ulmen-Fernandes-Fakestory: Die sehr blonde Evelyn springt auf den fahrenden MeToo-Zug auf – und zwar mit der Präzision eines Reality-Stars, die weiß, wie man Reichweite melkt. Was tut sie gegen die “digitale Gewalt“, die laut “HateAid“ ebenso Gewalt sein soll wie physische Übergriffe (sprich reale Vergewaltigung etc.)? Sie blockiert die Typen, meldet sie – liest die Nachrichten aber trotzdem „manchmal im Bett“ (klar, für die Dramatik) und erklärt dann der Nation, dass sie sich trotzdem weiter im Dekolleté zeigen wird. Rollkragen? Niemals! „Dann ziehe ich erst recht ein Oberteil mit Ausschnitt an.“ Feminismus à la Burdecki: Empowerment durch extra viel Haut und extra viel mediales Geheule. Wer Evelyn seit ihrem Dschungelcamp-Sieg 2019 verfolgt weiß: Die Frau hat aus Aufmerksamkeit ein Geschäftsmodell gemacht. Damals trieb sie noch als sonniger Sonnenschein die RTL-Urwaldcamper mit Dauer-Geplapper in den Wahnsinn trieb und sonderte Stilblüten ab, die zu schräg waren, um geskriptet zu sein (etwa ihre Antwort auf die Frage, womit die Schwellkörper eines erigierten Penis gefüllt sein: “mit Sperma”).

Die Gunst der Stunde genutzt

Im Müll-TV startete Burdecki richtig durch – und hat inzwischen, Stand April 2026, 931.000 Instagram-Follower – jede ihrer Storys ist ein Mix aus Bikini, Tränen und Produktplatzierungen. Und jetzt plötzlich die große Klage über genau die Aufmerksamkeit, die sie seit Jahren aktiv einfordert? Die gleichen Medien, die sie jahrelang als „Quasselstrippe“ und „Dschungel-Evi“ vermarktet haben, drucken jetzt ihre Betroffenheits-Interviews quer über alle Portale – “Focus”, “t-online”, “Promiflash”, “Tag24”, sie alle kopieren fleißig die gleichen Zitate. Ein medialer Kettenbrief der Empörung. Dabei ist der eigentliche Skandal gar nicht neu: Ungefragte Penis-Bilder sind seit Jahren das digitale Äquivalent zum „Hey Süße, zeig mal was“ am Bahnhof. Evelyn selbst hat 2024 schon mal darüber geklagt. Aber jetzt, nachdem die große Collien-Welle rollte und Demonstrationen mit tausenden  Teilnehmern gegen “Gewalt an Frauen” stattfanden, wird aus der Dauerbelästigung plötzlich „die große Debatte“. Burdecki nutzt die Gunst der Stunde, um sich gleichzeitig als Traumschiff-Stylistin Vera zu vermarkten – ihre „größte Rolle der Karriere“, obwohl die Szene so klein ist, dass man sie mit der Lupe suchen muss. Keine Schauspielschule, kein Problem: Hauptsache Vita-Eintrag und Mutter stolz.

Der bittere Witz: Während echte Opfer oft schweigen, weil sie Angst haben (wie Evelyn selbst zugibt), macht die Reality-Ikone daraus ein Interview, das perfekt zum Ostersonntag-Programm passt. Die Nachricht ist klar: Schaut her, ich bin mutig, ich spreche – und nebenbei booste ich meine Reichweite, meine Traumschiff-Promotion und mein Image als starke Frau, die sich „nicht verbieten lässt, wie sie sich anzieht“. Dass sie damit genau die Blicke provoziert, über die sie sich beschwert, ist der zynische Clou. Es ist wie bei OnlyFans-Modellen, die sich wundern, dass Männer sexuelle Angebote schicken. Kurzum: Evelyn Burdecki hat nicht nur widerliche Nachrichten bekommen. Sie hat daraus eine perfekte, quotenstarke, crossmediale Opfer-Story gemacht. Und Bild hat sie dankbar abgedruckt. Weil nichts besser läuft als Drama mit Dekolleté. Die echten Frauen, die wirklich Angst haben und keine 931.000 Follower, die jede Klage liken, bleiben derweil unsichtbar. Aber die kriegen ja auch keine Rolle im Traumschiff. Prost, Evelyn – auf die nächste Staffel „Ich, die Starke und die Dick-Pics“! (TPL)

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