Fritz Vahrenholt redet Tacheles über die Klima-Augenwischereien der Bundesregierung (Foto:Imago/Müller-Stauffenberg)
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Teuer und wirkungslos: Professor Fritz Vahrenholt rechnet gnadenlos mit dem “Klimaschutzprogramm” der Bundesregierung ab

Teure Energiewende trotz Mahnworten des Kanzlers: So lässt sich die schonungslose Abrechnung von Professor Fritz Vahrenholt, dem ehemaligen Hamburger SPD-Umweltsenator, mit der „Energiewende”-Politik von Lügenkanzler Merz zusammenfassen. In seinem wie immer äußerst lesenswerten Newsletter verweist Vahrenholt auf hochinteressante Tatsachen und Zusammenhänge, die dem normalen dauerberieselten Publikum durch die klimaalarmistischen Mainstreammedien ansonsten weitgehend verborgen bleiben (die nachfolgende Zusammenfassung basiert maßgeblich auf den von Vahrenholt zusammengetragenen Fakten).

So blieb die globale Durchschnittstemperatur blieb im März 2026 gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert und lag nur 0,38 °C über dem langjährigen Mittel. Der leichte Abkühlungstrend scheint sich dem Ende zuzuneigen. Ab Herbst 2026 deutet sich ein neuer El Niño an – eine natürliche zyklische Erwärmung des tropischen Pazifiks, die alle 3–5 Jahre auftritt und nichts mit anthropogenem CO₂ zu tun hat. Dennoch dürften Politik und Medien die erwarteten Temperaturanstiege 2027 erneut als Beleg für die Notwendigkeit der Energiewende instrumentalisieren.Genau in diesem Kontext hat die Bundesregierung Ende März 2026 das Klimaschutzprogramm 2026 beschlossen, das Umweltminister Carsten Schneider (SPD) vorstellte. Es umfasst 67 Maßnahmen und sieht zusätzliche 8 Milliarden Euro aus, um bis 2030 weitere 25 Millionen Tonnen CO₂ einzusparen.

320 Euro pro Tonne CO₂ – viermal teurer als der Marktpreis

Kritiker sehen darin vor allem eine Fortsetzung der teuren und ineffizienten Energiewende. Kanzler Merz warnt zwar – doch die Regierung macht munter weiter: Nur vier Tage vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hatte der Bundeskanzler in Trier Klartext ausnahmsweise wieder einmal gesprochen: „Diese Energiewende, wenn wir sie jetzt nicht korrigieren, bringt uns um. Sie ist zu teuer geworden. Es ist der falsche Weg, man kann nicht nur alles mit Sonne und Wind machen.“ Diese Worte klingen für langjährige Kritiker der Energiewende vertraut – doch zwei Wochen später beschloss dieselbe Bundesregierung das neue Klimaschutzprogramm ohne grundlegende Kurskorrektur.Umweltminister Schneider lobte das Programm als einvernehmlich erarbeitet – ohne größeren Streit mit Kanzleramt oder Wirtschaftsministerium. Die Einigkeit bestehe offenbar vor allem darin, weiter Geld zu Lasten der Bürger auszugeben, obwohl der Haushalt unter Druck steht.

Das Programm soll 25 Mio. t CO₂ einsparen – für 8 Milliarden Euro. Das ergibt Kosten von rund 320 Euro pro Tonne vermiedenen CO₂. Zum Vergleich: Der aktuelle Preis für CO₂-Zertifikate liegt bei etwa 72,60 Euro pro Tonne. Die staatlich geförderten Maßnahmen sind also rund viermal teurer als der Marktpreis. Zudem sind Folgekosten durch weitere Wind- und Solar-Subventionen in dieser Rechnung noch nicht einmal enthalten. Die wahren Belastungen dürften deutlich höher liegen. Ein zentraler Punkt des Programms ist die zusätzliche Ausschreibung von 12.000 MW Windkraft ab 2027 (entspricht etwa 2.000 Anlagen). Das ursprüngliche EEG-Ziel der Ampel-Regierung lag bei 115.000 MW onshore-Wind bis 2030; Ende März 2026 standen rund 69.000 MW. Durch die Mengenerhöhung steigen jedoch die Zuschlagswerte: Bisher gab es mehr Anträge als ausgeschriebene Menge, sodass nur günstigere Gebote zum Zuge kamen. Nun können Projektierer wieder näher am Höchstwert von 7,25 ct/kWh bieten. Zusätzlich sinkt durch mehr Windkraft der Börsenstrompreis bei starkem Wind oft gegen Null.

Schildbürger-Effekt: Teure Windkraft im windschwachen Süden

Die Betreiber erhalten dann die Differenz zu ihrem Gebotspreis aus dem Bundeshaushalt erstattet. Experte Dr. Christoph Canne von Vernunftkraft rechnet dadurch mit einer Zusatzsubvention von 8 Milliarden Euro über die nächsten 20 Jahre.Besonders kostspielig ist die geplante „regionale Ausgewogenheit“. Das Referenzertragsmodell soll mehr Windkraft in den Süden (Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, südliches Rheinland-Pfalz) bringen. Dort beträgt der Ertrag oft nur 50–70 % eines guten Nord-Standorts (Referenz ca. 3.000 Volllaststunden, im Süden im Schnitt ca. 2.000). Das EEG sieht dafür Aufschläge bis zum 1,55-Fachen der Vergütung vor. Bei 60 % Ertrag ergibt sich rechnerisch bis zu 10,3 ct/kWh – deutlich über dem durchschnittlichen Marktwert von 7,44 ct/kWh. Für eine 6-MW-Anlage entsteht so ein jährlicher Subventionsbedarf von über 340.000 Euro

Bei 2.000 solcher Anlagen ergibt sich allein hier ein Volumen von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr – über 20 Jahre Garantie rund 14 Milliarden Euro, finanziert aus dem mit CO₂-Abgaben der Bürger und Unternehmen gefüllten Klimaschutzfonds. Dies widerspricht sogar der Koalitionsvereinbarung, die eine Überprüfung des EEG auf Kosteneffizienz und Vermeidung unwirtschaftlicher Schwachwindstandorte vorsah. Bayern hat zusätzlich über den Bundesrat eine weitere Erhöhung der Ausschreibungsmenge um 5.000 MW für 2026 durchgesetzt – ein weiterer Schritt, der vor allem der Wind-Lobby nutzt.

Falschdarstellung des Pariser Abkommens

In der Einleitung des Klimaschutzprogramms begründet die Regierung ihre Maßnahmen mit dem Pariser Klimaabkommen. Dort heißt es jedoch, das Gleichgewicht zwischen Emissionen und Senken solle „in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts“ hergestellt werden (also 2051–2099). Die Bundesregierung verkürzt dies auf „bis Mitte des Jahrhunderts“ und rechtfertigt so das nationale Ziel der Treibhausgasneutralität bereits 2045. Kritiker sehen darin eine bewusste Falschdarstellung, um strengere Vorgaben zu begründen. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2050 gefordert; eine Anpassung des Klimaschutzgesetzes auf 2050 wäre möglich gewesen und hätte der Industrie und den Bürgern fünf Jahre Luft verschafft. Stattdessen hat Kanzler Merz 2025 mit Grünen und Linken die 2045-Zielmarke sogar ins Grundgesetz (Art. 143h) geschrieben – eine Änderung ist nun wegen der Sperrminorität von SPD, Grünen und Linken kaum machbar. Mögliche Alternativen bleiben ungenutzt; dabei führt Vahrenholt mehrere sofort umsetzbare Maßnahmen auf, die ein Konjunkturprogramm auslösen könnten:

  • Aussetzen der CO₂-Steuer auf Gas, Öl, Benzin und Diesel bis mindestens 2028 (wie es Italien, Tschechien, Polen u. a. fordern);
  • Aufhebung des Fracking-Verbots;
  • Aufhebung des Kernkraft-Verbots;
  • Aufschub oder Beendigung des Kohleausstiegs bei noch 27 großen Kohlekraftwerken.

Zwar liebäugelt Merz mit einer Verschiebung des Kohleausstiegs, doch in NRW lässt Ministerpräsident Wüst (CDU) rheinische Braunkohlereviere fluten – ein irreversibler Verlust eines jahrhundertelangen Energievorrats. Das bedeutet: Hier herrscht das blinde “Weiter so” auf Kosten der Bürger vor. Das “Klimaschutzprogramm 2026” setzt die Politik der Ampel-Regierung somit weitgehend fort: hohe Subventionen für unwirtschaftliche Erneuerbare, vor allem Windkraft auch an Schwachwindstandorten, und steigende Belastungen für Bürger und Wirtschaft. Trotz warnender Worte des Kanzlers fehlt die große Kurskorrektur. Zurecht sieht Vahrenholt „zu viele grüne Zerstörer“ auch in CDU und SPD an den Schalthebeln der Macht. Ob die Bürgerinnen und Bürger bei Wahlen diese Politik weiter mittragen oder eine Änderung erzwingen, liege nun an ihnen.

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