Der Parteienstaat hat mit seinen Verfilzungen und seiner feudalen Mitnahmementalität zwar das ganze Land völlig durchdrungen, in Berlin geht es aber wie immer besonders dreist zu. Die SPD-Kandidatin Uta Francisco Dos Santos tritt bei den Wahlen am 20. September als Bürgermeisterin für den Bezirk Mitte an – ist zugleich aber schon seit fast zwei Jahren, wie “Bild“ berichtet, nicht mehr auf ihrer mit bis zu 7.641 Euro im Monat dotierten Arbeitsstelle als „Gremienreferentin“ in der Behörde von CDU-Finanzsenator Stefan Evers erschienen – angeblich krankheitsbedingt, was man aber mit Fug und Recht bezweifeln darf
Gegenüber „Bild“ erklärte Dos Santos nebulös, sie sei „in einer juristischen Auseinandersetzung mit meinem Arbeitgeber“. Das betreffe zwar nicht den Arbeitgeber direkt – „das wird von einigen Personen, die da jetzt in Verantwortung sind, betrieben. Ich bin da in letzter Zeit vielen Dingen ausgesetzt gewesen“. Für die Antwort auf die Frage, ob sie Probleme damit habe, dass ihr Vorgesetzter Evers von der SPD zu den Grünen (2021) und von den Grünen zwei Jahre später zur CDU gewechselt sei, erbat sie sich Bedenkzeit. Jedenfalls will sie „nicht skandalisiert werden und mein jahrzehntelanges Engagement im Kiez nicht kaputtmachen lassen. Ich habe nichts zu verbergen“, so Dos Santos.
Bei bester Gesundheit?
Ein Sprecher des Finanzsenators teilte mit, dass man sich grundsätzlich nicht zu personenbezogenen Angelegenheiten – „insbesondere zu möglichen rechtlichen und gesundheitlichen Fragestellungen“ äußere. Es deutet also vieles darauf hin, dass Dos Santos, die zum linken SPD-Flügel gehört, sich seit fast zwei Jahren krankschreiben lässt, obwohl sie sich bester Gesundheit erfreut, weil sie nicht für ihren Chef arbeiten will, der es sich offenbar zur Aufgabe gemacht hat, einmal Mitglied in allen Parteien gewesen zu sein. Jedenfalls fand sie die Kraft, sich als Bürgermeisterkandidatin für einen der größten und wichtigsten Bezirke Berlins nominieren zu lassen, in dem sich unter anderem auch der Reichstag und das Brandenburger Tor befinden.
Sollte sie gewählt werden, wäre sie für 2.500 Mitarbeiter zuständig und hätte eine Position mit höchster Verantwortung. Im Shithole an der Spree kennt man die Bedeutung dieses Wortes allerdings nicht, wie unter anderem der Regierende CDU-Totalausfall Kai Wegner immer und immer wieder bestätigt. Insofern fügt sich der Fall Dos Santos nahtlos in das Chaos in diesem Sumpf ein. (TPL)























