Gelebte Demokratie" in Deutschland – so sieht die aktuelle "Parlamentsarbeit" im Bundestag aus (Foto:Imago)
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War klar: Linkspartei-Parlamentarier schwänzen besonders oft Sitzungen im Bundestag

Ausgerechnet die Vertreter „unsererDemokratie“ bekunden ihr Desinteresse an ihrer Tätigkeit als Bundestagsabgeordnete durch teilweise massenhafte Fehlzeiten. Eine Auswertung des „Spiegel“ zeigt, dass es vor allem Parlamentarier der Linkspartei sind, die besonders häufig fehlen. Deren Altvorderer Gregor Gysi, der mit 78 Jahren noch immer gerne die Diäten mitnimmt, fehlte in den letzten zwölf Monaten bei nicht weniger als 26 namentlichen Abstimmungen, allein am 13. November 2025 bei sieben. Insgesamt blieb er an sieben Sitzungstagen entschuldigt fern. Sein Büro begründete dies damit, dass Lesungen oder Vorträge lange im Voraus geplant würden und man von der vorgezogenen Bundestagswahl überrumpelt worden sei.

In dieser Legislaturperiode fehlte im Schnitt beinahe jeder fünfte Linken-Abgeordnete bei namentlichen Abstimmungen, bei der AfD fast jeder Siebte und bei den Grünen rund jeder Neunte. Die Regierungsparteien Union und SPD zwingt die Not, ihre Brandmauer-Koalition gegen den Wählerwillen zusammenzuhalten, zu größerer Disziplin. Hier fehlte nur jeder 20 Abgeordnete.

Ab Juli erneut satte Diätenerhöhung um 500 Euro monatlich

Die meisten Fehlzeiten kann der fraktionslose Abgeordnete Sieghard Knodel mit 44 entschuldigten Fehltagen und nur fünf Teilnahmen an 46 namentlichen Abstimmungen vorweisen. Dies rechtfertigte er mit einem Burn-out. Außerdem habe seine Firma so viele Steuern gezahlt, dass er „jetzt auch mal was zurückbekommen“ könne, meint er.

Manche Fehlzeiten sind durch Mutterschutz oder Krankheit vertretbar, bei insgesamt nur 69 Sitzungstagen kommen aber Dutzende Abgeordnete auf bis zu 40 entschuldigte Fehltage. Das Versäumen einer namentlichen Abstimmung führt zum Abzug von 200 Euro, bei unentschuldigtem Fehlen sind es 300 Euro. Die häufen Fehlzeiten zeigen, dass der Bundestag für etliche Abgeordnete vor allem eine lukrative Nebenbeschäftigung ist. Wie der gesamte deutsche Politikbetrieb ist er vor allem ein Selbstbedienungsladen voller Privilegien. Während das Land vor die Hunde geht, haben seine „Volksvertreter“ dafür gesorgt, dass ihre Diäten ab Juli erneut um rund 500 Euro steigen. Damit erhöhen ihre monatlichen Bezüge sich auf rund 12.330 Euro. (TPL)

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