Die Zukunft der Deutschen Bahn? (Foto: Anna Vaczi/Shutterstock)
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Die Bahn kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Mutter mit drei Kindern erlebt ICE-Alptraum

Eine Fahrt mit einem ICE von Hannover nach Stuttgart, die drei Mütter mit ihren kleinen Kindern unternahmen, bringt den ganzen real existierenden Wahnsinn der Deutschen Bahn, aber auch des ganzen Landes wie unter einem Brennglas zum Ausdruck. Dass der Zug nicht pünktlich eintreffen würde, ist ohnehin längst selbstverständlich und zeichnete sich auch auf dieser Reise schon früh ab. Die Verspätung betrug letztlich anderthalb Stunden, überraschte die Frauen aber nicht, da jeder, der sich noch auf Bahn einlässt, damit rechnen muss. Dafür aber der Umstand, dass der Halt in Stuttgart gestrichen wurde, weil ein Bagger im hessischen Gelnhausen einen vorbeifahrenden ICE mit seiner Schaufel „erheblich beschädigt“ habe.

Die Strecke zwischen Fulda und Frankfurt am Main musste daraufhin gesperrt werden. Durch den Unfall sei nämlich „im Fernverkehr der bundesweite Einsatz von Fahrzeugen und Zugpersonal außer Takt geraten“, wie die Bahn erklärte. Deshalb habe der Zugverkehr „neu disponiert werden“ müssen. Dazu gehörte auch die Entscheidung, den ICE aus Kiel nur noch bis Mannheim fahren zu lassen, damit er „nahezu planmäßig wieder in Richtung Norden zurückfahren“ könnte.

Das übliche Bahn-Geschwafel

„Wir können jetzt auch nichts machen. Das ist jetzt halt so“, sei die Reaktion des Zugpersonals auf die Bitte der drei Frauen um Unterstützung gewesen, wie „Focus” berichtet. Eine Alternativroute wurde ihnen erst nach hartnäckigem Nachhaken genannt. Auch sonst blieben sie sich selbst überlassen. „Es wird nicht einmal irgendwo ein bisschen Hilfe angeboten. Auch wenn du allein bist, mit Kind und schwanger“. Beim Umsteigen halfen ihnen dann andere Reisende. Von der Bahn kam das übliche Geschwafel. Man könne sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten „nur entschuldigen“ und bedauere auch, dass davon die Reisegruppe von Müttern mit Kleinkindern und Kinderwagen betroffen gewesen sei. Bei solch unvorhersehbaren Ereignissen wie dem Unfall ließen sich jedoch „Einschränkungen leider nicht vermeiden“.

Für die Bahn ist jedoch nahezu alles unvorhersehbar. Ein einziger Unfall in Hessen genügt mittlerweile, damit der gesamte bundesweite Zugverkehr umstrukturiert werden muss. Bahnchefin Evelyn Palla ließ verlauten, es werde „etwa zehn Jahre dauern, bis das Schienennetz wieder in einem guten Zustand ist“. Die Erfahrung lehrt, dass diese Prognose extrem überoptimistisch ist. Dem Urteil der drei Mütter „Nie wieder Bahn“ schließen sich deshalb immer mehr Menschen an. Da aber auch das Autofahren durch die Misswirtschaft der Politik zum Luxus geworden ist, bleibt man am besten ganz zu Hause und schottet sich so weit wie möglich von den unerträglichen Zuständen in diesem failed state ab. (TPL)

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