So sicher wie das Amen in der Kirche, scheint mittlerweile auch die Tatsache, dass sich die irdische Zweigniederlassung des Himmels sukzessive von ihren Wurzeln wegbewegt. Eine Institution, die immer öfter mit den Grundlagen ringt und hadert, auf der sie fußt. Heutzutage muss man vielen Gläubigen die Wahrheit ins Gesicht sagen: Wer noch immer auf Amt und Würden vertraut, hat wohl auf Sand gebaut. Denn der Klerus lässt sich nicht zum ersten Mal vereinnahmen, vor den Karren spannen, instrumentalisieren für eine Agenda, welche dem lieben Gott so gar nicht schmecken dürfte, hält man sich daran, was die Bibel über ihn aussagt. Zwar hat er uns als freie Individuen geschaffen, die souverän darüber entscheiden können, was gut und böse ist. Gleichzeitig gelten wir als sein Ebenbild, sollten also nicht komplett mit dem brechen, was er uns in Verheißung mit auf den Weg gegeben hat. Doch scheinbar ist die Moderne derart verlockend, der Reiz zum Aufstand und Widerspruch gegenüber vermeintlich überalterten Traditionen so groß, dass Sündenfälle und Tabubrüche so lapidar hingenommen werden wie selten.
Früher waren Mann und Frau, heute wechselt man die Geschlechter wie seine Unterwäsche…
Eigentlich gehört ein festes Faktum aus dem ersten Buch Mose, also am völligen Anfang der Erdengeschichte, zu denjenigen Selbstverständlichkeiten, die man über Jahrtausende nicht antastete. Da lesen wir die Aussage: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau“. Nun denn, wofür braucht es Binarität, wenn man kurzerhand auch 157 Geschlechter daraus machen kann? Beliebigkeit hat Einzug gehalten, weil wir uns so schwer tun damit, Gesetzmäßigkeiten anzuerkennen, Regeln zu befolgen, uns an ein geordnetes Miteinander zu halten, das dann nicht funktionieren kann, wenn jeder von uns seine eigene Wahrheit definiert. Mittlerweile soll alles und jeder einen Segen erhalten, unabhängig davon, wie sehr man sich an die Maßgabe hält, dem Allmächtigen nicht in sein Handwerk zu pfuschen. Tatsachen basieren nicht mehr auf Natur und Objektivität, sondern auf Gefühl und Subjektivität. Unter dieser Prämisse sind Verlässlichkeit und Vertrauen nahezu unmöglich. Wir wissen nicht mehr, wie wir mit unserem Gegenüber umgehen sollen, werden Normen und Sitten regelmäßig gesprengt.
Ähnliches gilt auch mit Blick auf den Übereifer, welcher sich momentan insbesondere gegen alle Unterstützer, Sympathisanten, Politiker, und Wähler der AfD ausdrückt. Sie werden von Ehrenämtern ausgeschlossen, in den Gemeinden an den Rand gedrängt, vom Pfarrer abgekanzelt, vom Bischof beschimpft. Matthäus sagte bereits in Kapitel 7, Vers 1: „Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet!“. Doch was nutzen all die Sprüche, wenn man sich unter dem Konformitätsdruck der Gleichmacherei auf die vermeintlich richtige Seite der Geschichte schlägt, weil man kein eigenes Rückgrat besitzt, sich nur durch das wechselseitige Bestätigen in schlichter Amoralität Selbstbewusstsein und Hochmut zufächeln kann. Sich erheben, auf eine bessere Stufe stellen, Dünkel, Narzissmus und Blasiertheit wie die Monstranz gen Himmel heben, unter der Ausrede, man wolle „unsere Demokratie“ schützen. In Wahrheit geht es um einen durch Minderheiten festgelegten Meinungskorridor, um das Ausleben von Macht und Potenz, um das Empfinden von Hegemonie und Dominanz. Am Ende entlarven sie sich als Bankrotterklärung der Gewissenlosigkeit.
Ob Klimaschutz oder Flüchtlinge: Der Mensch nimmt die göttliche Fügung in die eigene Hand!
Und auch mit Blick auf den vermeintlichen Klimaschutz begeht man Sündenfälle. 2000 Tonnen Beton benötigt allein das Fundament von einem einzigen Windrad. Wie viele Wälder müssen gerodet werden, wie viele Ackerflächen liegen am Ende brach, weil Propeller Platz brauchen und Photovoltaikwüsten die Breite beanspruchen. Wiederum Genesis erinnert uns daran, wer die Zügel in der Hand hält: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“. Wir maßen uns an, in ein austariertes Schöpfungsgefüge einzugreifen, weil wir tatsächlich der Überzeugung sind, in einem Kreislauf, zu dem letztlich auch gehört, die uns zum Hegen und Pflegen anvertrauten Güter zu nutzen, würde anthropogen verursachtes Kohlenstoffdioxid zu derart eklatanten Verschiebungen in der Atmosphäre führen, dass die Temperaturen in die Höhe schießen. Auf die Idee, dass die momentane Erwärmung die klassische Antwort auf eine kleine Eiszeit ist, kommt man wohl auch deshalb nicht, weil sich Elektrofahrzeuge unter einem wegfallenden Horrorszenario deutlich schlechter verkaufen ließen.
Nicht zuletzt appellieren katholische wie evangelische Hirten an die Nächstenliebe, wenn sie uns dazu aufrufen, nicht nur die Herzen zu öffnen, sondern auch die Schlagbäume und unsere Geldbeutel. Mittlerweile gibt es ganze Massenwanderungen rund um den Globus, denn wir haben ein einladendes Wesen. Spätestens seit Angela Merkel und ihrem „Wir schaffen das“ sind einstige Regeln und Gesetze nur noch Makulatur. Fast jeder kommt, fast alle dürfen bleiben. Dabei stellte doch bereits die Apostelgeschichte fest: „Und er hat aus einem Blut alle Völker der Menschen gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen, und hat ihnen Grenzen bestimmt und Zeiten gesetzt und die Grenzen ihrer Wohnung“. Da finden wir nichts von der Durchmischung der Ethnien, von Pluralismus, Vielfalt und Toleranz. Das Gleichnis des barmherzigen Samariters mahnt uns in erster Linie zur Hilfe für die Bedürftigen aus den eigenen Reihen. Erst dann, wenn wir sie versorgt haben, können restliche Ressourcen auch denjenigen zugutekommen, die aus tatsächlicher Not, in ernsthafter Verfolgung und in demütiger Absicht ihre Heimat verlassen haben.






















