Die Schlagzeile der „Bild“ war herzzerreißend:

Einige Leser waren bestimmt irritiert und haben sich gefragt, wie so etwas biologisch überhaupt möglich ist.
Madeleine hat den Beitrag auch gelesen und zitiert erstmal die „Bild“:
„Dazu, wie das Baby zur Welt gekommen ist, machte Streeck keine Angaben. Medienberichten zufolge soll es aber von einer Leihmutter ausgetragen worden sein.“
Ihr Kommentar: Erneut umgeht ein männlicher Bundestagsabgeordneter, diesmal von der CDU, die geltende Gesetzeslage, um sich im Ausland den Körper einer Frau zu mieten und ein Baby zu kaufen. Leihmutterschaft ist Menschenhandel und völlig zurecht in Deutschland verboten! Die Presse gratuliert dazu auch noch. Ekelhaft.
Auch andere Leute sind da nicht so begeistert:
Georg Pazderski schreibt:
Markus Pretzell schreibt:
In den USA wurde ein Kind geboren. Die Mutter wird das Kind aber vermutlich nie wieder sehen. Das Kind wird nach Deutschland gebracht, sobald sein Pass da ist. Diese Geschichte soll sehr schön sein. Sie steht in leicht veränderter Form in allen deutschen Medien.
Miss Eve schreibt:
Sollte verboten werden. Sie haben sich für eine Anti-familiäre Lebensweise entschieden, indem sie gleichgeschlechtliche Partner gewählt haben.
Birgit Kelle schreibt:
Ein bisschen wenig Mutter im Bild. Ich korrigiere mal die Zeile für die Kollegen der @BILD:Der Drogenbeaufragte Streeck der deutschen Bundesregierung umgeht offenbar das deutsche Gesetz, um sich in den USA ein Kind zu besorgen. Ich vermute, es handelt sich um #Leihmutterschaft, der Text lässt es bewusst offen. Das Kind wurde einfach „geboren“. Wir werden sicher noch ganz viele aufregende Geschichten lesen. Liebe @CDU,ist das jetzt der neue Kurs der Partei?
Kinder kauft man nicht. Frauen auch nicht. Es ist eigentlich ganz einfach. #Leihmutterschaft ist einfach Menschenhandel mit kleinen Menschen. Leihmutterschaft ist weltweit ein widerlicher Markt, eine neue Form von Prostitution, die nicht „nur“ die Sexualität, sondern jetzt die Fruchbarkeit von Frauen ausbeutet. Vielleicht kann das jemand Herrn Streeck nochmal erklären.
Es gibt #Leihmutterschaft-Agenturen die geben eine Garantie auch bis zu zwei Jahre nach der Geburt des Kindes. Wenn Ihr Kleiner dann vor den Bus läuft, kriegen Sie einen neuen. Das ist übrigens keine Satire, sondern leider wahr.
Vanessa Behrendt (MdL) schreibt:
Leihmutterschaft macht aus Babys Ware. Ein Mensch wird bestellt, produziert und übergeben – wie ein Produkt mit Liefertermin. Noch bevor es geboren ist, ist sein Leben Teil eines Vertrags. Und am Anfang steht ein radikaler Bruch: Das Kind wird von der Frau getrennt, die es neun Monate getragen hat. Von seiner ersten Bindung. Von seiner Mutter. Ein Baby ist kein Wunschobjekt, kein Besitz, kein Projekt. Es ist ein Mensch – und kein Vertrag der Welt kann rechtfertigen, dass man es bewusst ohne seine Mutter aufwachsen lässt. Das ist Entmenschlichung von Anfang an.
EMMA schreibt:
Hendrik Streeck (CDU), der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, und sein Ehemann sind Väter geworden. Ihr Kind kam im US-Bundesstaat Idaho zur Welt. Warum Idaho? Vielleicht, weil dort Leihmutterschaft legal ist? Was sagt eigentlich die CDU zum Babykauf im Ausland, der in Deutschland verboten ist?
Felix schreibt:
Zum Schluss noch eine Buchempfehlung:

Ich kauf mir ein Kind: Das unwürdige Geschäft mit der Leihmutterschaft
Man bestellt es in Amerika, der Ukraine oder auch Georgien. Herstellungsmaterial, Ausstattung und Farbe werden nach Katalog ausgesucht, man bezahlt es und holt es nach Fertigstellung ab. Wir sprechen aber nicht von Automobilen, sondern von Babys. Die sogenannte »Leihmutterschaft« avanciert damit auf dem Weltmarkt zum modernen Menschenhandel unserer Zeit. Während Leihmutterschaft selbst in Ländern wie Thailand und Indien nur noch eingeschränkt erlaubt ist, breitet sich die Geschäftemacherei in Europa immer mehr aus. Von der Ukraine hat sich der Kinderhandel kriegsbedingt aktuell nach Georgien verlagert, doch selbst im deutschen Parlament gibt es immer mehr Befürworter, unter Prominenten wächst der Trend zum »Fremdgebärenlassen«.
Die Legalisierung der angeblich nicht kommerziellen Leihmutterschaft wird aktuell bereits von einer Kommission im Auftrag der Bundesregierung geprüft. Die Erfahrung anderer Länder zeigt jedoch: Die sogenannte »altruistische« Variante ist immer der Türöffner für den kommerziellen Markt. Weltweit anerkannte ethisch-moralische Grenzen werden gerade eingerissen: Menschenhandel für Erwachsene und Organhandel sind sozial geächtet, Kinder kaufen ist neuerdings aber okay? Eine Niere nein – ein ganzes Kind ja?
Aus der Perspektive der Frau ist Leihmutterschaft Prostitution 2.0. Beutete man früher »nur« ihre Sexualität aus, will man jetzt ihre Gebärfähigkeit gegen Geld. Ein brandaktuelles und für viele Frauen und Kinder höchst gefährliches Thema, das noch viel zu wenig diskutiert wird. Birgit Kelle erklärt in ihrem gewohnt pointierten Stil, wem es nutzt, wer daran verdient, wer darunter leidet und warum es weltweit verboten werden muss.






















