Der unerwartete Erdrutschsieg von Peter Magyar bei der ungarischen Parlamentswahl am Sonntag, gibt Beobachtern weiterhin Rätsel auf, weil sie nicht wissen, wie sie Magyar einschätzen sollen. Die einen sehen ihn als junge, unverbrauchte Version seines nach 16 Jahren an der Regierung abgewählten Gegenspielers Viktor Orban, der dessen konservative, am Nationalwohl Ungarns orientierte Politik fortsetzen, sich dabei aber wesentlich geschickter verhalten und die EU-Kommission, die ihn fälschlicherweise für ihren Verbündeten hält, geschickt für seine Zwecke ausnutzen wird. Die anderen halten ihn für einen völlig prinzipienlosen Opportunisten, der alles tut, um sich an die Macht zu bringen und an ihren Fleischtöpfen zu mästen. Zu denen, die Magyar eindeutig in der zweiten Kategorie verorten, gehört der bekannte österreichische Publizist Gerald Grosz. In der Sendung „Express TV“ fand er klare Worte über den designierten ungarischen Ministerpräsidenten.
Magyar, so der unverwechselbare und scharfzüngige steirische Grantler Grosz, habe zuerst seine Frau und seine drei Kinder verraten, dann Fidesz, die Partei Orbans, der es bis Anfang 2024 angehörte, dann Orban selbst – und in wenigen Jahren werde er seine jetzigen Unterstützer von George Soros bis Ursula von der Leyen ebenfalls verraten und verkaufen. Die Wahl habe Magyar mit dem „Enkeltrick“ gewonnen, so wie Sebastian Kurz oder Barack Obama. Mit ein paar „Yes, we can“-ähnlichen Slogans und einem Posterboy-Image habe er die Älteren für sich eingenommen. Nur wenige Stunden nach seinem Sieg habe er jedoch die Absetzung aller Verfassungsrichter angeordnet, den Staatspräsidenten zum Rücktritt aufgefordert, eine Verfassungsänderung angekündigt, die Orban eine neuerliche Kandidatur verbieten würde und auch noch die Fidesz-Partei zur Jagd freigegeben.
Machiavellistischer Machtpolitiker reinsten Wassers
Magyar sei nichts anderes als eine „Roboterpuppe“, so Grosz weiter, und den „lieben Ungarn“ prophezeite er, in zwei bis drei Jahren werde es ihnen „dreckig leidtun“, Orban in die Wüste geschickt zu haben. Denn den vermeintlichen „Diktator“, den sie loswerden wollten, bekämen sie mit Magyar überhaupt erst. In Anbetracht dessen, was von Magyars Persönlichkeit bekannt und an seinem bisherigen Verhalten erkennbar ist, wird man Grosz wohl zustimmen müssen. Dies lässt nämlich kaum andere Rückschlüsse als die zu, dass man es hier mit einem völlig skrupellosen Menschen zu tun hat, dem es nur und ausschließlich um sein eigenes Fortkommen geht. Diesen Typus kennt man aus Deutschland zur Genüge. Im Gegensatz etwa zu einer traurigen Gestalt wie Friedrich Merz, dem es ebenfalls allein um den Erhalt seiner armseligen Kanzlerschaft geht, ist Magyar aber keine bloße Marionette an den Fäden anderer, sondern ein machiavellistischer Machtpolitiker reinsten Wassers, der genau weiß, was er tut und wie er es anstellen muss, seine Ziele zu erreichen.
Um seine Macht zu erhalten, wirft er allen, die ihn gewählt haben, ein paar Brocken hin, sodass alle, mit denen er es gerade es zu tun hat, ihn für einen der Ihren halten. Merz ist ein politischer Dilettant, der niemanden täuscht und den niemand ernstnimmt, Magyar geht gezielt vor und schreckt vor nichts zurück, auch nicht vor dem Ausverkauf Ungarns an Brüssel, wo ihm dafür eine lukrative Anschlussverwendung winkt, nachdem er sein Land ruiniert und Orbans Lebenswerk vernichtet hat. Ob ihm das gelingt, bleibt abzuwarten, Grosz` Prophezeiung, dass die meisten Ungarn diese Wahl eher früher als später bitterlich bereuen werden, wird aber wahrscheinlich eintreffen. (TPL)























