Letzte Woche wurde in Chicago der 30-jährige Schwarze Tesfaye Cooper verhaftet, weil er gemeinsam mit einem Komplizen einen Radfahrer verfolgt und ausgeraubt haben soll. An sich wäre dies keine Nachricht von nationalem oder gar internationalem Interesse. Cooper saß allerdings bereits sieben Jahre in Haft, weil er 2017, gemeinsam mit drei Mittätern -zwei davon weiblich-, die, wie er, schwarz sind, einen 18-jährigen, geistig behinderten Jugendlichen entführte, fesselte, knebelte, folterte, mit einem Messer verletzte und das Ganze live im Internet übertragen hatte. Bei ihrem Opfer handelte es sich um einen Weißen – und das nicht zufällig, sondern mit voller Absicht. Während der Tortur, die sie ihm zufügten, zwangen sie ihn, Dinge zu sagen, wie „Ich liebe Schwarze“ oder „Fuck Donald Trump“.
Dafür wurden der afrikanischstämmige Cooper und seine Mittäter wegen schwerer Entführung, Hassverbrechen, schwerer Freiheitsberaubung und schwerer Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe angeklagt. Es handelte sich also um ein rassistisches Hassverbrechen. Da es sich gegen einen Weißen richtete, sorgte es aber nicht einmal im Entferntesten für den Aufschrei, den es ausgelöst hätte, wenn vier Weiße sich in einer solchen Weise an einem Schwarzen oder einem Angehörigen einer anderen Minderheit vergangen hätten.
Schwarzer Rassismus weiter ein blinder Fleck
Einen Aufstand wie 2020, nach dem Tod des schwarzen Kriminellen George Floyd, der von Polizisten getötet wurde, gab es 2017 noch nicht – und danach schon gar nicht, denn in der woken Ideologie, von der die Mainstream-Journaille auf beiden Seiten des Atlantiks befallen ist, darf es schwarzen Rassismus bekanntlich nicht geben. Nur Weiße sind geborene Rassisten, und wenn sie Opfer solcher Hassexzesse werden, ist dies nur die gerechte Strafe für Jahrhunderte von Kolonialismus und Sklaverei. Dass jemand wie Cooper, der ein derartiges Verbrechen beging, nach so kurzer Zeit wieder auf freiem Fuß ist, und das in einem Land, wo oft für wesentlich geringere Delikte absurd lange Haftstrafen verhängt werden, ist ein Skandal.
Bei seinem neuesten Opfer handelte es sich ebenfalls um einen Weißen, dies scheint diesmal aber nicht ausschlaggebend für den Überfall gewesen zu sein. Ob er nach diesem neuerlichen Verbrechen eine längere und gerechtere Strafe erhalten wird, bleibt abzuwarten. Twitter-Chef Elon Musk, der den Fall aufgriff, forderte eine umfassende Reform des „Justizsystems“, wobei er letzten Begriff ganz bewusst in An- und Abführungszeichen setzte… (TPL)























