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Rassismus-Debatte: Welches Pflaster hätten sie denn gern?

Auf X beschäftigt man sich mal wieder mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens:

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Ein Thema, das immer wieder hochkocht. GROK kennt die Geschichte:

Die Debatte über hautfarbene Pflaster (auch „flesh-colored“ oder „nude“ Band-Aids genannt) läuft schon seit Jahren international und flammt immer wieder auf – zuletzt wieder in der Schweiz vor wenigen Tagen.
Die Kritik dreht sich um zwei Hauptpunkte:

  1. Die Bezeichnung „hautfarben“
    Die meisten herkömmlichen Pflaster sind in einem hellen Beige- oder Rosaton gehalten, der ungefähr zu heller („weißer“) Haut passt. Viele Menschen mit dunklerer Haut empfinden es als problematisch, dass dieser Ton als universelle „Hautfarbe“ bezeichnet wird. Das impliziere, dass helle Haut die Norm sei und alle anderen Abweichungen davon. Ähnliche Diskussionen gibt es bei Begriffen wie „nude“ bei Unterwäsche, Schuhen oder Make-up.
  2. Sichtbarkeit und Inklusion
    Auf dunkler Haut fallen die hellen Pflaster stark auf – sie sind alles andere als „unsichtbar“. Betroffene berichten, dass sie sich dadurch stärker auf ihre Verletzung hingewiesen fühlen oder dass es im Alltag oder bei Auftritten (z. B. Schauspieler wie John Boyega) störend wirkt. Manche sehen darin ein Symbol für strukturellen Rassismus oder „weiße Normierung“: Produkte des täglichen Lebens werden primär für die Mehrheitsbevölkerung (in westlichen Ländern oft helle Haut) entwickelt, ohne an Vielfalt zu denken.

Ein besonders viraler Auslöser war 2019 ein Tweet des US-Amerikaners Dominique Apollon (schwarz), der zum ersten Mal ein dunkles Pflaster trug, das zu seiner Haut passte. Er schrieb emotional, es fühle sich an wie echte Zugehörigkeit – der Post wurde hunderttausendfach geteilt und löste weltweite Diskussionen aus. Wo und wann gab es die Debatte schon?

  • 2015 in Schweden: Eine Bloggerin kritisierte die staatliche Apothekenkette Apoteket für „rassistische“ hautfarbene Pflaster. Es gab sogar einen kleinen diplomatischen Schlagabtausch mit Dänemark, das das Ganze als übertriebene Political Correctness verspottete.
  • USA: Firmen wie Band-Aid (Johnson & Johnson) brachten 2020 Pflaster in mehreren Braun-Tönen auf den Markt („Our Tone“). Davor existierten schon kleinere Marken wie Tru-Colour oder Browndages von schwarzen Gründer:innen. Manche feierten das als Inklusionsfortschritt, andere als unnötigen „Woke“-Marketing-Gag.
  • Deutschland/Schweiz/Österreich: Die Diskussion taucht regelmäßig auf, z. B. in Artikeln über Alltagsrassismus. In der Schweiz gab es 2017 und jetzt wieder Berichte, dass es praktisch keine diversen Pflaster im Regal gibt – Händler sehen bisher keinen großen Bedarf.

Viele Menschen (unabhängig von Hautfarbe) finden die Debatte übertrieben:

  • Pflaster sind primär funktional (Schutz der Wunde), nicht kosmetisch.
  • Es gibt inzwischen transparente Alternativen oder bunte Kinderpflaster.
  • Die Herstellung von Dutzenden exakten Hauttönen wäre logistisch aufwendig und teuer – und löst keine echten Probleme wie Diskriminierung bei Job oder Wohnung.
  • Manche sehen darin ein Beispiel für „Kulturkriege“, bei denen Alltagsgegenstände überinterpretiert werden.

Und auf X wird mächtig gelästert:

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VÖLLIG DURCHGEKNALLT Jetzt sind hautfarbene Pflaster rassistisch, weil sie „Schwarze vergessen“. Was ist die nächste Forderung: Schwarze Binden, Gips, Tabletten und eine ganz dicke Schicht weißer Selbsthass? Willkommen im Irrenhaus, das früher mal „Gesellschaft“ hieß.
Mir war bisher die Farbe der Pflaster egal. Außer die weißen. Das sind die einzigen, die ich vertrage. Von mir aus könnten sie auch schwarz sein. Wer sich an Farben von Pflastern stört, sollte sich fragen, ob er nicht rassistisch ist.
DeMNÄCHST auch schwarzer und hellbrauner OP- Zwirn zum Zusammenflicken der „Messerkünstler“?
Warte bis den Leuten auffällt welche Farbe Joghurt hat. Oder Kokosmilch. Das wird Ärger geben, uiuiui.
Was ist mit Mullbinden, werden die jetzt auch in verschiedenen Hauttönen hergestellt und angeboten? (Ich frage für einen Freund)
Ich möchte als weiße Frau keine schwarzen Augenbinden mehr.
Völlig irre. Es gibt auch bunte Pflaster, passen doch zur bunten Gesellschaft und schwarze Salbe gibt es schon 100 Jahre, die auch weisse Menschen anwenden. Was ist nur in diesen wirren Gehirnen passiert?
Kalle Licht stellt dann die wohl entscheidende Frage:
st es nicht kulturelle Aneignung, wenn Schwarze Pflaster benutzen? Doch sollte es tatsächlich Schwarze geben, die sich daran stören, dann können sie das ändern, in dem sie die gewünschten Pflaster selbst produzieren.
Darauf hat GROK dann auch eine Antwort:
Der eigentliche Pionier des modernen medizinischen Pflasters war der Hamburger Apotheker Paul Carl Beiersdorf(1836–1896).
Am 28. März 1882 erhielt er das Patent Nr. 20057 des Kaiserlichen Patentamts zur „Herstellung von gestrichenen Pflastern“. Er entwickelte zusammen mit dem Hautarzt Paul Gerson Unna ein Verfahren, bei dem Mull mit Guttapercha(einem gummiartigen Pflanzensaft) bestrichen wurde. Dadurch wurde das Pflaster selbstklebend, haftete gut auf der Haut und konnte medizinische Wirkstoffe länger einwirken lassen – ohne dass der Kleber die Haut stark reizte.
Dies gilt als Geburtsstunde des Unternehmens Beiersdorf und des heutigen Hansaplast. Später (1901) wurde unter Oscar Troplowitz das berühmte Leukoplast weiterentwickelt. Beiersdorfs Erfindung revolutionierte die Wundversorgung: Vorher mussten Wunden oft mit flüssigen Harzen oder großen Verbänden behandelt werden.
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