Ausgerechnet im seit 19 Jahren vom Ex-Grünen Boris Palmer regierten Tübingen im grünen Stamm- und Musterland Baden-Württemberg gibt es einen handfesten Skandal um die den Grünen so heilige Mülltrennung. Jahrelang sollen Mitarbeiter der Müllabfuhr Biomüll auf Restmülltouren mitentsorgt haben, weil im Müllwagen noch genug Platz war. Diese illegale Praxis kam durch den Hinweis eines wachsamen Bürgers im vergangenen Oktober ans Licht. Die Müllmänner argumentierten damit, da auf den Touren noch Platz gewesen sei, habe man sich ein zusätzliches Fahrzeug für den Abtransport des Biomülls sparen wollen.
Aus klimapolitischer Sicht ist das eigentlich eine lobenswerte Einstellung, da ansonsten der reale Umweltschutz ja ebenfalls hinter dem Klimawahn zurückstehen muss. Dass dürfe die verantwortlichen Mitarbeiter allerdings nicht vor schlimmen Konsequenzen bewahren, denn wenn Grüne in ihren Musterhabitaten um die Früchte ihrer rituellen Gesinnungsonanie gebracht werden, verstehen sie keinen Spaß. Während die Trennung fein säuberlich verlaufen muss und die Biotonnen vor der Leerung unter anderem mit Metalldetektoren kontrolliert werden, um Verunreinigungen zu verhindern – auch Haushalte sind strengsten Vorgaben in puncto Mülltrennung unterworfen! –, landete am Ende also alles im selben LKW und wurde zusammen entsorgt. Dumm gelaufen für die grünen Musterbürger!
“Ausgeklügeltes” System unterlaufen
Palmer Stadtverwaltung hat daher nun eine neue Dienstanweisung und strengere Kontrollen eingeführt, um diesem „Fehlverhalten in erheblichem Umfang“ ab sofort entgegenzuwirken. Dieses soll sich möglicherweise über mindestens zehn Jahre erstreckt haben, wobei selbst die Leitung der Kommunalen Servicebetriebe angeblich nichts wusste. Der Landkreis wertet dies als Verstoß gegen die vertraglich festgelegte Pflicht zur getrennten Sammlung und verlangt Schadensersatz. Die Stadt Tübingen hat den Anspruch des Gemeinderates, der rechtlich gesehen der Geschädigte ist, anerkannt und will 40.633 Euro zahlen.
Das Müllentsorgungssystem in Deutschland ist ohnehin eine bizarre ideologiedurchseuchte Wissenschaft für sich: Restmüll und die Inhalte des Gelben Sacks oder der Gelben Tonne werden zusammen verbrannt. Die getrennte Sammlung dient vor allem dazu, den Herstellern von Verpackungen über den „Grünen Punkt“ Geld für die Beteiligung an der Entsorgung abzuknöpfen. Anders als beim Gelben Sack und bei der Gelben Tonne ist die Entsorgung von Rest- und Biomüll für Verbraucher jedoch kostenpflichtig; mit deutscher Gründlichkeit und Bürokratisierungslust ist über die Jahre so ein “ausgeklügeltes” System der Mülltrennung- und entsorgung entstanden – doch das alles bringt nichts, wenn am Ende ein paar Müllmänner (und vielleicht auch Müllfrauen) eigenmächtig dagegen verstoßen. Im Grünen-Kosmos kommt dies einem Sakrileg gleich. (TPL)






















