Deutsche Rüstungsgüter – ein schmutziges, aber lukratives Geschäft (Symbolbild:Screenshot Facebook)
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Deutscher Staatsfonds investiert in Rüstungsindustrie: Weder wirtschaftlich noch nachhaltig, aber “kriegstüchtig”

Der deutsche Staatsfonds Kenfo wird zukünftig auch in Rüstungsunternehmen investieren. Bisher war es dem Fonds eigentlich nicht erlaubt, Aktien und Anleihen von Waffenherstellern kaufen, doch dies ändert sich nun. Allerdings nicht, weil man es als wirtschaftlich sinnvoll erachtet, sondern wohl eher aufgrund der politischen gewollten Aufrüstung und des dahingehenden Engagements der Regierung.

Nur die wenigsten Bürger dürften von dem deutschen Staatsfonds Kenfo bisher gehört haben. Die größte öffentliche Stiftung und der erste Staatsfonds Deutschlands wurde 2017 gegründet. Damals zahlten in den „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ die deutschen Kernkraftwerksbetreiber rund 24 Milliarden Euro ein, um die sachgerechte Einlagerung von Atommüll sicherzustellen. Um die Finanzierung zu gewährleisten, sollen die Fondsgelder am Kapitalmarkt investiert werden um Renditen zu erwirtschaften. Und dabei geht man nun neue Wege.

Nun auch in Aufrüstung

Bisher sahen die Richtlinien des Fonds vor, den üblichen ESG-Kriterien – Umwelt, Soziales, Unternehmensführung- und damit der Nachhaltigkeit bei Investitionen zu entsprechen. Doch damit ist es jetzt in Teilen vorbei, nicht zuletzt durch die EU und die Spitzenpolitiker der Mitgliedstaaten. Denn nicht nur, dass man der Rüstungsindustrie inzwischen eine gewisse „Nachhaltigkeit“ bescheinigt, auch die Lockerung von EU-Umweltschutz-Regeln für bessere Kriegsrüstung wurde bereits diskutiert (siehe hier). Ab sofort darf der Fonds, der eigentlich die Endlagerung von Atommüll in Deutschland finanziell absichern soll, auch Aktien und Anleihen von Rüstungsunternehmen kaufen.

Nicht nachhaltig, aber trotzdem…

So erklärt die Geschäftsführerin von Kenfo, Anja Mikus, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass man zwar von der neuen Anlagestrategie nicht überzeugt sei, aber trotzdem mitmache. „Wir sind weiterhin der Meinung, dass Rüstungsgüter nicht nachhaltig sind. Aber sie sind aufgrund einer veränderten Sicherheitslage notwendig geworden“, Mikus. Und da in Deutschland nun immer mehr die Rüstungsausgaben erhöht werden, sei es für den Staatsfonds des Landes nicht machbar, sich nicht zu engagieren, sagte sie. Bisher war es eigentlich untersagt, liquide Mittel in Unternehmen zu halten, die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit verteidigungsbezogenen Aktivitäten erzielen.

Nun ist der Weg aber frei, dass Kenfo in Rüstungshersteller mit Sitz in der EU, im Vereinigten Königreich, in Norwegen und in der Schweiz investieren kann. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung unter Investoren in Europa, wobei viele die Notwendigkeit, Mittel in Rüstungsunternehmen zu investieren, als nachhaltige Strategie zur Verteidigung der Demokratie ansehen.

Keine Hersteller „umstrittener“ Waffen

„Ich gehe davon aus, dass wir bis Mitte des Jahres ein größeres Engagement im Rüstungssektor aufgebaut haben werden“, so Mikus, die aber gegenüber Bloomberg betont, dass es keinen ausdrücklichen Auftrag gegeben habe, in Rüstungsunternehmen zu investieren. Man sei nun in Gesprächen mit den externen Vermögensverwaltern, um zu entscheiden, ob Investitionen in Rüstungsunternehmen aus Renditesicht sinnvoll seien. „Viele Aktienkurse im Rüstungssektor weisen derzeit extrem hohe Bewertungen auf“, heißt es weiter. Allerdings habe man sich selbst Einschränkungen auferlegt – Investitionen in Unternehmen, die umstrittene Waffen wie Streubomben herstellen, bleiben weiterhin tabu.

Probleme mit massiver Aufrüstung

Dass aus politischen Motiven oder Gründen der Rendite selbstgesetzte Ziele oftmals über Bord geworfen werden, ist nicht neu. So stampften zuletzt viele Unternehmen und Investoren diverse Diversity- und DEI-Projekte ein. Auch die umstrittene US-Investmentgesellschaft BlackRock – zuletzt der zweitgrößte Anteilseigner bei Rheinmetall – zog sich vor rund einem Jahr aus der „Net Zero Asset Managers Initiative“ (NAZM), einem Zusammenschluss von Unternehmen und Investoren, um die Wirtschaft klimaneutral zu gestalten, zurück. Und die massive Aufrüstung könnte noch gewaltige Probleme verursachen.

Im Sommer 2025 warnte eine Studie mit dem Titel „Wirtschaftliche Auswirkungen von Militärausgaben in Deutschland“, dass die Kriegsrüstung kaum wirtschaftlichen Mehrwert, geschweige denn Wertschöpfung bringe. Und selbst die Europäische Zentralbank, der bekanntlich die WEF-freundliche Digital-Euro-Lagarde vorsteht, warnte im Dezember 2025 bei der Beantwortung einer Anfrage vor den wirtschaftlichen Folgen der massiven Aufrüstung. Die geplante Aufrüstung würde nur sehr begrenzt zu einem Wirtschaftswachstum beitragen und es bestünden „erhebliche Unsicherheit, wie stark sich höhere Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben auf Produktion und Inflation auswirken“ – zu erwarten sei, dass sich die zusätzlichen Rüstungsmilliarden eher preistreibend auswirken (siehe hier). (red.)

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf “Der Status”.

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