Schaufensterprojekte auf Steuerzahlerkosten statt echter Wirtschaftspolitik: Thüringen-MP Mario Voigt (CDU) (Foto:Imago)
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15-Millionen-Grab in Weimar: Mario Voigt betreibt Steuergeldverschwendung statt Entlastung für Bauwirtschaft

Die Grundsteinlegung des neuen Thüringer Innovationszentrums für die Zukunft des Bauens (ThIZ-BAU) in Weimar-Tröbsdorf wird von Opposition und Insidern der Baubranche scharf kritisiert. Bei der gestrigen Zeremonie unter Beteiligung von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und Wirtschaftsministerin Colette Boos-John wurde ein Förderbescheid über 10,6 Millionen Euro aus Landesmitteln übergeben – bei Gesamtkosten von gut 15 Millionen Euro. Das Zentrum auf rund 4.300 Quadratmetern in Tröbsdorf soll Forschung, Demonstration und Erprobung nachhaltiger Baustoffe und Verfahren bündeln und ist Teil einer bundesweiten Initiative für ein Forschungszentrum für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen.

Uwe Krell, Oppositionsführer im Landtag und AfD-Sprecher für Wohnungsbau und -wirtschaft, bezeichnete das Projekt als „ideologisch getriebene akademische Träumerei“, die am echten Bedarf der rund 2.600 Thüringer Baubetriebe vorbeigehe. „Während Betriebe unter hohen Zinsen, steigenden Energiekosten und wachsender Bürokratie leiden, setzt die Landesregierung auf prestigeträchtige Projekte ohne unmittelbaren Nutzen für den Mittelstand“, erklärte Krell. Die Regierung setze die Linie der Bundesregierung fort, statt das Bauen durch Senkung von Standards und Steuern bezahlbar zu machen. Stattdessen werde in Nischenthemen wie 3D-Druck, Lehmbaustoffe, neue Bindemittel zur Zement-Reduktion oder Recycling investiert.

Staatssubventionen statt Strukturreformen

Das ThIZ-BAU, getragen vom Institut für Angewandte Bauforschung Weimar (IAB) in Kooperation mit Bauhaus-Universität und MFPA Weimar, soll über 500 Forscher bündeln und Ergebnisse “schneller in die Praxis” bringen. Offiziell wird es als „Leuchtturm für klimaneutrales Bauen“ gefeiert, der Innovation und Wertschöpfung in der Bauwirtschaft stärken soll. Kritiker wie auch die AfD im Landtag sieht darin jedoch keine Entlastung für den hart getroffenen Sektor; wie die Branche bundesweit, kämpft auch die Thüringer Bauwirtschaft seit Monaten mit Auftragsrückgängen, sinkenden Beschäftigungszahlen und hohen Kosten. Experten sprechen von einer anhaltenden Krise: Viele Betriebe klagen über fehlende Investitionen und bürokratische Hürden.

„Davon profitieren weder junge Familien, die sich Wohneigentum leisten wollen, noch Handwerksbetriebe“, so Krell. Notwendig seien gezielte Entlastungen für den Mittelstand und der Abbau kostentreibender Vorgaben, um das wirtschaftliche Fundament Thüringens nicht weiter zu schwächen.Die Kritik trifft den Nerv einer Branche, die sich mehr direkte Hilfe als Forschungs-Leuchttürme wünscht. Ob das ThIZ-BAU tatsächlich Impulse für kleine und mittlere Unternehmen liefert oder vor allem akademische Nischen bedient, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Nötig wäre hier eher eine dringende Kehrtwende – weg von Symbolpolitik und hin zu praktischer Entlastung. (JS)

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