AfD-Kandidatur nach Anfeindungen, Drohungen und Boykott zurückgezogen: Vincenzo Vazzano, Gründer des “Papa Enzo", ist fassungslos (Foto:ScreenshotFacebook)
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Sippenhaft in Niedersachsen: Italienischer Ex-Gastronom kandidierte für AfD – Linker Boykottaufruf gegen Restaurants seiner Söhne

Ein Vorfall aus Niedersachsen unterstreicht wieder einmal, welch ein Klima allgegenwärtigen politischen Terrors in diesem Land herrscht. Weil der 74-jährige pensionierte Gastronom Enzo Vazzano als Spitzenkandidat des AfD-Kreisverbandes Nienburg-Schaumburg kandidieren wollte, brach ein Boykott über seine Söhne herein, die zwei Restaurants betreiben und nicht das Geringste mit der Kandidatur des Vaters zu tun hatten, zu der dieser ohnehin jedes Recht hatte. Doch kaum wurde sie bekannt, hagelte es Stornierungen von Gästen. Sein Sohn Vincenzo brach daraufhin öffentlich mit seinem Vater. „Ich distanziere mich von jeglichen politischen Meinungen oder Aktivitäten.“ Sein Familienkonzept des Restaurants „Papa Enzo“ sei dem gastronomischen Wirken seines Vaters gewidmet und stehe „in keinem Zusammenhang mit politischen Themen“, teilte er auf Instagram mit.

Unter diesem Druck gab dann auch der Vater klein bei und zog seine Kandidatur zurück: „Ich bedaure diese Entwicklung ausdrücklich. Die Intensität der Reaktionen habe ich nicht erwartet. Ich will meiner Familie nicht mehr schaden.“ Seine Söhne seien über dessen Kandidatur zunächst nicht informiert gewesen: „Ich habe mein Leben und sie haben ihr Leben. Und ich war einfach frei für neue Dinge“, so Enzo Vazzano. Eine rechte Gesinnung habe er nicht. Die AfD habe ihm „die Möglichkeit gegeben, mit am Tisch zu sitzen“, die Leute habe er in den Gesprächen nicht als rechtsextrem kennengelernt. „Ich wollt einfach etwas Positives für die Gesellschaft leisten“, beteuerte er – doch das ist in diesem Land nicht mehr möglich oder nur noch nach den undemokratischen Regeln „unserer Demokratie“.

 Miese Hetze der Lokalpresse

Die Lokalpresse zog auch noch über den 74-Jährigen und seine Söhne her. „Vazzano hat sich mit seiner Kandidatur verrannt, und niemand aus seiner Familie hat ihn aufgehalten. Seine Grundhaltung kann ihr nicht verborgen geblieben sein. So blind und taub kann niemand durch die Welt laufen“, befand die „Harke“. Jetzt bekomme „die gesamte Familie offenbar die Quittung für die Kandidatur in einer Partei, die wegen ihrer Gesinnung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht“, hieß es weiter mit geifernder Häme. Dass Reservierungen in den Restaurants der Söhne gecancelt würden, sei zu erwarten gewesen. „Denn wer so naiv ist und denkt, dass bei der Ankündigung einer Spitzenkandidatur für eine Partei, für die es nur Schwarz oder Weiß gibt, der große Boykott ausbleibt, der hat nichts verstanden“. Das steht tatsächlich in einer Zeitung, die sich zweifellos für zutiefst demokratisch hält, es aber für völlig verständlich und erwartbar hält, dass die Söhne eines Mannes dafür bestraft werden, dass ihr greiser Vater seine demokratischen Grundrechte wahrnimmt. Sie werden sogar beschuldigt, ihn nicht daran gehindert zu haben und als Preis dafür eben mit der Vernichtung ihrer wirtschaftlichen Existenz rechnen zu müssen.

Es ist inzwischen völlig unfassbar, welche Zustände in diesem Land herrschen. Das Engagement für eine völlig legitime Partei, die von über zehn Millionen Menschen gewählt wurde und in allen Umfragen an der Spitze liegt, wird von den selbsternannten Musterdemokraten mit Sippenhaft bestraft, und die Presse hält dies auch noch für völlig gerechtfertigt. Die größte Gefahr für die Demokratie in diesem Land geht von ihren Rettern aus. (TPL)

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