Der desaströse Zustand der CDU zeigt sich nicht nur in ihrer Politik, sondern auch an der Art, wie sie mit ihrem eigenen historischen Erbe umgeht. Helmut Kohl gilt, nicht nur in Deutschland, als -neben Konrad Adenauer- wohl größter Kanzler der Bundesrepublik und einer der bedeutendsten Politiker der Nachkriegszeit. Jede Partei, die noch etwas auf sich hält, würde sich mit seinem Namen schmücken und an sein politisches Erbe anknüpfen. Am 9. Mai wird im Berliner Ortsteil Tiergarten eine Allee nach Helmut Kohl benannt, um seine historische Leistung zu würdigen. In einer Stadt, in der Straßen von den Linksparteien massenhaft nach irgendwelchen bizarren post-kolonialen Gestalten umbenannt werden, die völlig irrelevant sind und keinerlei Bezug zu Deutschland haben, ist dies umso bemerkenswerter.
Und vor allem dies: Angela Merkel und Bundeskanzler Friedrich Merz haben die Einladung zur Teilnahme an der Einweihung der Allee abgesagt. Merkel könne es „zeitlich nicht einrichten“, hieß es aus ihrem Büro, dessen Personal den Steuerzahler jedes Jahr mehrere hunderttausend Euro kostet. Und der Kanzler befindet sich wieder einmal auf Auslandsreise. Dafür werden dann der Berliner Regierende Totalausfall Kai Wegner und die Ex-Parteichefin und nunmehrige Leiterin der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, die Veranstaltung mit ihrem Besuch beehren – zwei Gäste, auf die Kohl zweifellos gerne verzichtet hätte.
Dauerrotation im Grab
Dies gilt zwar auch für Merkel, der Kohl bereits 2011 konstatiert hatte: „Die macht mir mein Europa kaputt“, und den rückgratlosen Hampelmann Merz, aber im Sinne des Andenkens an Kohl wäre es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass seine beiden Nachfolger als Kanzler und Parteivorsitzende sich bei einem solchen Anlass sehen lassen. „Ich freue mich sehr, dass Berlin jetzt eine Helmut-Kohl-Allee bekommen wird. Damit würdigen wir die großen Verdienste des ehemaligen Bundeskanzlers um die Europäische Union und um die Deutsche Einheit. Berlin hat Helmut Kohl sehr viel zu verdanken. Auch wenn Angela Merkel und Friedrich Merz an diesem Tag leider verhindert sind, bin ich mir sicher, dass sie diese Umbenennung unterstützen“, ließ Wegner verlauten – ein linksopportunistischer Apparatschik, der unter Kohl in der CDU niemals Karriere hätte machen können.
Der Ludwigshafener Einheitskanzler rotiert gleichwohl schon dauerhaft im Grab angesichts des linken Abklatschs, zu dem seine Union von seinen Nachfolgern gemacht wurde. Die Einweihung der Allee im Tiergarten am 9. Mail wird also durchaus eine Zeremonie voller Symbolik werden – allerdings nicht so, wie man es sich vorstellt. Vielmehr wird sie ein Abgesang auf die CDU sein, nur dass dies keinem der Anwesenden bewusst sein wird. (TPL)























