Wuchtbrumme mit Geltungsdrang: SPD-MdB Bettina Lugk (Foto:ScreenshotYoutube)
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Mimosen-Kleinpartei SPD: Bundestagsabgeordnete verlässt deutsch-türkisches Kinderfest – weil sie nicht als erstes begrüßt wurde

Für die SPD kommen die Schläge derzeit wirklich von allen Seiten: Vom Bund bis in die tiefste Provinz schlagen ihr Abneigung und Ignoranz entgegen. Dies musste -zu ihrer hellen Empörung-, nun auch die Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk beim Internationalen Kinderfest des Türkischen Elternverbands im nordrhein-westfälischen Werdohl erfahren. Dort wurde sie erst zum Ende des einstündigen Bühnenprogramms offiziell durch den Moderator Yavuz Kiliç begrüßt – während Bürgermeister Dirk Middendorf und Landrat Ralf Schwarzkopf (beide CDU) gleich zu Beginn willkommen geheißen wurden.

Dieser Affront hatte Lugk zum vorzeitigen Verlassen des Festes veranlasst. Auf Facebook klagte sie danach der Welt ihr Leid: „Manchmal sammelt man Erfahrungen, auf die man auch gern verzichten könnte: Auf dem Internationalen Kinderfest in Werdohl wurden heute ausschließlich männliche Amts- und Mandatsträger durch die Gastgeber in der Begrüßung bedacht. Ich dachte eigentlich, dass wir in Fragen der Gleichberechtigung schon weiter wären“, schrieb sie. Den Einwand einer Nutzerin: „Aus einer Begrüßung beim Kinderfest gleich eine Gleichberechtigungsdebatte zu machen, finde ich ehrlich gesagt ziemlich konstruiert. Nicht jede fehlende Namensnennung ist direkt ein gesellschaftliches Problem“, ließ sie nicht gelten.

“Gezielte Diskriminierung“

„Es gibt einen ganz einfachen Weg, solche Diskussionen in Zukunft zu umgehen. Einfach die weiblichen Mandatsträgerinnen begrüßen, so wie es den Gepflogenheiten entspricht“, beharrte Lugk. Der gescholtene Moderator Kiliç rechtfertigte seinen schweren Fehler damit, dass er krankheitsbedingt eingesprungen und gar nicht als Moderator eingeplant gewesen sei. Doch auch das minderte Lugks Groll nicht. Sie habe Kiliç vorher mit Handschlag begrüßt. Dabei habe er gesagt, dass er sie noch von vorherigen Treffen kenne, schrieb sie. Weiter habe er ihr gleich mitgeteilt, dass der Programmablauf geändert worden sei – und ihr vorbereitetes Grußwort entfalle. Auch beim vorherigen Kinderfest sei sie nicht offiziell begrüßt worden, was sie auf eine mögliche, gezielte Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts zurückführte.

Andere Teilnehmer halten eine Brüskierung Lugks wegen „atmosphärischer Störungen“ zwischen Kiliç und dem ehemaligen Vorsitzenden des Türkischen Elternverbands, Ali Akdeniz für möglich, der ebenfalls SPD-Mitglied ist. Anlass der Veranstaltung war der türkische Nationalfeiertag am 23. April. Die deutsche Flagge kam dabei buchstäblich nur am Rande, nämlich im Bühnenhintergrund vor. Das in Deutschland lebende Türken hierzulande den Nationalfeiertag ihres Herkunftslandes feiern, während deutsche Sitten und Gebräuche ihnen gar nichts bedeuten dürften, ist das eigentlich Besorgniserregende hier. Die Nicht-Begrüßung einer SPD-Schranze, deren Partei diese Zustände maßgeblich herbeigeführt hat und noch immer befördert, fällt dagegen noch weniger ins Gewicht als es unter normalen Umständen der Fall wäre. (TPL)

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