Das neue Wieder-Normal in Berlin und anderswo in Deutschland: Der Schriftzug in Prenzlauer Berg (Foto:ScreenshotX)
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„Kill all Jews“: Aus der Vergangenheit nichts gelernt, liebes Deutschland??

Dass der angebliche Antifaschismus die Rückkehr des Faschismus bedeutet, ist längst sonnenklar. Und dass es im angeblich buntesten, vielfältigsten und besten Deutschland nicht wenige Personengruppen gibt, die so rein gar nichts mehr zu lachen haben, ebenfalls. Von der Menschenrechtsverletzung bis hin zur politischen Verfolgung fällt dieses einstmals so herrliche wie demokratische Land in alle Einzelteile auseinander, was auch die Wiederauflage des längst tot geglaubten Antisemitismus betrifft. Im Zuge einer propalästinensischen Demo zum 1. Mai in Berlin gab es wieder zahlreiche Übergriffe auf jüdische Mitbürger, die durch den Krieg im Gazastreifen und Libanon scheinbar moralisch legitimiert werden.

An einer Hausfassade in der Ueckermünder Straße (Prenzlauer Berg) haben Unbekannte die Hassparole „Kill all Jews!“ geschmiert, um das Ganze mit beigefügten Hakenkreuzen den Rechten in die Schuhe schieben zu wollen. Sogar offene Mordaufrufe soll es gegeben haben. Ein Schriftzug in arabischer Sprache, der „Paradies“ bedeutet, war allerdings zudem zu lesen. Noch deutlicher traf es einen Mitarbeiter des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), dessen Haus mit einem roten Hamas-Dreieck und dessen Namensschild mit roter Farbe beschmiert wurde. Der JFDA-Mitarbeiter wurde im Zuge seiner journalistischen Tätigkeit in Sachen Dokumentation von juden-und israelfeindlichen Demonstrationen schon mehrfach angegriffen und bedroht. Seit dem Angriffstag vom 7. Oktober 2023 gilt das rote Dreieck als Droh- und Zielmarkierung für unbequeme Mitbürger. Schon des Öfteren wurden Wohnhäuser mit jüdischen Mietern mit dieser Feindsymbolik versehen.

Importierter und linksextremer Judenhass

„Das ist kein politischer Protest, sondern eine gezielte Einschüchterung. Menschen, die Antisemitismus dokumentieren und öffentlich machen, dürfen nicht selbst zur Zielscheibe werden“, erklärte JFDA-Sprecher Levi Salomon. Leider folgten den auch die entsprechenden Verhöhungen in den sozialen Netzwerken: Auf X wurde ein Bild der verschandelten Türklingen veröffentlicht – mit dem Vermerk, dass Juden auch hier lügen würden, um sie sich selbst als Opfer darstellen und Antisemitismus zu inszenieren. Im Rahmen der „revolutionären 1. Mai-Demo“, an der sich auch die Terrorgruppe vom schwarzen Block der Antifa beteiligte, wurde erneut die Solidarität mit Palästina skandiert. Komischerweise ist der Antirassismus-Aufschrei immer nur dann hörbar, wenn es gegen die Muslime geht, während Christen und Juden niemanden großartig interessieren.

Dabei ist der Judenhass nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland allgegenwärtig. Verschmierte Hausfassaden und die öffentliche Brandmarkung jüdischer Mitmenschen dokumentieren den wahren Rückfall in düstere Zeiten. Alleine in Berlin müssten seit dem Kriegsbeginn rund 200 jüdische Einrichtungen, darunter auch Schulen und Kindergärten, geschützt werden. Vor allem aus dem islamischen und linksextremen Spektrum hat die Zahl der antisemitischen Vorfälle deutlich zugenommen. Besonders der importierte Judenhass aus dem Nahen Osten spielt eine immer größere Rolle. Juden müssen ihre Identität verleugnen oder mit offener Gewalt rechnen. Diejenigen, die sich sonst gegen Intoleranz und Diskriminierung stellen, sind die Schlimmsten von allen. Der Boykott jüdischer Geschäfte, Angriffe auf Kultureinrichtungen, die Bedrohung von Journalisten, Hass auf jüdische Studenten – all das gibt es bei uns wieder und zwar im großen Stil. Das Tor zum Abgrund steht in diesem zunehmenden Failed State sperrangelweit offen.

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