Revolutionäre Nachricht aus China: BYD kann E-Autos fast so schnell laden, wie andere tanken. Die Natur macht es längst vor. Ein durstiges Kamel hält den Kopf ins Tränkebecken und saugt ruckzuck 120 Liter weg. Diese Tierart ist quasi das Muster einer biologischen Schnellladestation
Ein durstiges Kamel, Typ Vierbeiner, Wüstenzulassung, Gesamtgewicht rund 600 Kilo, geht die Sache völlig unaufgeregt an. Es trinkt bis zu 120 Liter und mehr mit wenigen kräftigen Schlücken. Der Treibstoff landet tief im Bauch, dort, wo die Natur noch ohne App, PIN und defekte Kartenzahlung arbeitet.
Fünf Minuten für 400 Kilometer
Genauso frech tritt jetzt BYD auf. Der chinesische Hersteller meldete seine Flash-Charging-Technologie mit bis zu 1000 kW Ladeleistung. In fünf Minuten sollen 400 Kilometer Reichweite in die Batterie fließen. Das ist ungefähr so schnell wie konventionelles Tanken mit Sprit. Bei neuen Modellen ist sogar von 800 Kilometer Reichweite die Rede. Das klingt nach Tankstelle, riecht aber noch nach Zukunft.
Wie ein Ochs vor einer deutschen Ladesäule
Diese Technik braucht Ladepunkte mit gewaltiger Leistung. Für die neuesten Systeme ist sogar von 1500 kW Infrastruktur die Rede. In Deutschland und Amerika wirken viele Schnelllader mit 350 kW dagegen wie Gartenschläuche bei der Feuerwehr. Während China baut, betet Deutschland um Sonne.
In China wird das Netz solcher Super-Ladestationen mit Volldampf geplant und ausgebaut. Hierzulande wurde das Kabel zum Atomkraftwerk feierlich durchgeschnitten. Danach stellte man Ladestationen neben Solarparks und hoffte auf gutes Wetter. Vielleicht kommt der Strom ja, wenn alle freundlich genug zur Wolke schauen.
Die Ladeklappe hängt, das Kamel grinst
Während Kamele und Menschen in wenigen Minuten betankt sind, steht das stolze vierrädrige Elektrogefährt hierzulande oft noch mit hängender Ladeklappe da. Der Fahrer schaut auf die Anzeige, als lese er ein ärztliches Gutachten. Noch 37 Prozent. Noch 220 Kilometer. Noch Gegenwind, Heizung, Baustelle und ein Rest Hoffnung.
Der Wunschtraum aller E-Auto-Fahrer bleibt simpel: anhalten, laden, weiterfahren. BYD zeigt, dass dieser Traum technisch näher rückt. Im Land der aufgehenden Sonne ist offenbar noch richtig viel möglich. Bei uns im Land der untergehenden Vernunft bekommen Fahrer schon Herztabletten, wenn sie bei Kälte weiter als 400 Kilometer fahren wollen. Schaut euch an, was die Chinesen können. Und dann schaut auf unsere Ladesäulen…























