Man darf gespannt sein, welcher Wal bzw. welche Sau als nächstes durchs deutsche Mediendorf getrieben wird, um abzulenken von Wirtschafts- und Energiekrise, Regierungsversagen und zunehmender innenpolitischer Destabilisierung; das Hauptablenkungsmanöver der letzten Wochen nämlich ist erst einmal Geschichte. Buckelwal „Timmy“ – zuletzt auch „Hope“ genannt – ist seit heute früh frei. Am Samstagmorgen gegen 8:45 Uhr wurde der etwa zehn Meter lange Jungwal in der Nordsee freigesetzt – rund 70 Kilometer vor der dänischen Küste bei Skagen. Nach einer 41-tägigen Rettungsodyssee schwamm er selbstständig aus der gefluteten Transport-Barge „Robin Hood“ ins offene Wasser des Skagerraks und zunächst in die richtige Richtung. Das Sicherungsnetz war entfernt, der Schlepper „Fortuna B“ drehte ab. Beobachter der privaten Rettungsinitiative und Livestream-Bilder des Anbieters “News5” bestätigten, dass Timmy “kräftig und orientiert” wirkte, wie “Nius” berichtet.
Die längst zur nervigen Dauerpsychose gewordene Geschichte begann vor zwei Monaten Anfang März 2026, als der Buckelwal erstmals in der westlichen Ostsee gesichtet wurde – weit entfernt von seinem natürlichen Lebensraum im Atlantik. Wiederholte Strandungen vor Timmendorfer Strand und schließlich ab Ende März in der flachen Kirchsee vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht machten das Tier schnell zum Medienstar. Im niedrigsalzigen Ostseewasser entwickelten sich Hautverletzungen, das Tier war stark geschwächt und konnte nicht mehr aus eigener Kraft in tiefere Gewässer gelangen. Offizielle Rettungsversuche scheiterten, Behörden gaben die Hoffnung auf. Manche Tierschützer forderten sogar eine euthanasierende Lösung, da die Überlebenschancen als minimal galten.
Empathische Schieflage eines Volkes
Eine private Initiative zweier Unternehmer – unterstützt von internationalen Experten wie der US-Tierärztin Jenna Wallace und Rettern wie Jeffrey Foster und Pedro Baranga – übernahm dann ab Ende April die Verantwortung. Mit Gurten, einer hydraulischen Seilwinde und einem eigens aus den USA besorgten Peilsender wurde Timmy am 28. April in die vorbereitete, geflutete Barge gelockt. Er schwamm das letzte Stück selbst hinein und lag auf einem Sandbett. Der mehrtägige Transport führte über den Fehmarnbelt, entlang der dänischen Küste und durch das Skagerrak. Hoher Wellengang zwang das Team am 1. Mai zu einem vorübergehenden Abdrehen vor Skagen, doch am Folgetag gelang die Freisetzung planmäßig.
Trotz des Erfolgs bleibt die Zukunft ungewiss. Bisher liegen keine Peildaten des Senders vor. Experten mahnen jedoch zur Vorsicht, denn der Wal war wochenlang unterernährt und geschwächt, die Ostsee hatte ihm zugesetzt. Ob Timmy seine Artgenossen findet, ausreichend Nahrung aufnimmt und langfristig überlebt, ist offen. Greenpeace hatte bereits vor der Aktion gewarnt, das Tier könne in der Nordsee „ertrinken“. Dennoch markiert die einzigartige Umsiedlung einen Meilenstein – noch nie wurde ein Buckelwal auf diese Weise über Hunderte Kilometer transportiert und freigelassen. Trotz aller Sympathie für Tierschutz: Diese Aktion war extrem übertrieben; die bundesweite Anteilnahme zeigt eine empathische Schieflage dieses Volkes, das seine selektiven Befindlichkeiten auf einen Meeressäuger überträgt, während es für menschliche Opfer im eigenen Land von Gruppenvergewaltigungen, Messerattacken, Anschlägen keinen Blick und Sinn hat. So faszinierend Wale auch sind, auf die sich menschliche Emotionen projizieren – Tierleid gibt es in Deutschland in ganz anderen Dimensionen, wo keine Kamerateams und mediengeile Politiker am Start sind. (TPL)























