Schwingt im ÖRR gern große Reden: "Militärexperte" Carlo Masala ruft mal wieder den Countdown bis zur Putin-Invasion aus (Foto:Imago)
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Putin greift uns noch vor 2029 an: „Militärexperte“ Carlo Masala blickt mal wieder in seine trübe Glaskugel

Was Marcel Fratzscher für wirtschaftliche “Einordnungen” und Prognosen, das ist Carlo Masala im militärischen Bereich: Einer der größten Blindgänger und Funktions-“Experten”, die eben aufgrund ihrer systemkonformen, politisch jeweils erwünschten Stellungnahmen eine Medienpräsenz im Mainstream genießen. Im Zuge des Irankriegs und angesichts der immer haarsträubenderen Korruptionsfälle in der Ukraine war die Unterstützung für die Selenskyj-Kleptokratie zuletzt etwas ins Zwielicht geraten; höchste Zeit daher, dass den deutschen Schlafschafen wieder einmal ein wenig Angst eingeflößt wird, um die Feindbildertüchtigung sicherzustellen. So warnt Masala nun vor einem “möglichen Putin-Angriff auf die NATO bereits vor 2029”. Der Professor für internationale Politik und Militärexperte Masala “rechnet” in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ ernsthaft damit, dass Russland “die NATO früher angreifen könnte als bisher von der Allianz angenommen”. Die NATO richtet sich derzeit auf einen möglichen Konflikt ab 2029/2030 aus; Masala betont jedoch, dass militärische Strategien häufig auf „strategische Überraschung“ setzen. Es gebe keinen plausiblen Grund für Moskau, auf Schwachstellen der Allianz zu warten, statt sie frühzeitig auszunutzen.

Die völlig irre und wirre, auf keinerlei Fakten und Realhinweisen, sondern lediglich proukrainischen Narrativen und Propagandaerzählungen fußende Behauptung, Putin würde das zwangsläufig in einen Atomkrieg mündende Himmelfahrtskommando eines Angriffs auf das westliche Bündnis wagen, das unter keiner erdenklichen Prämisse irgendeinen logischen Sinn ergibt und auch durch keinerlei Drohungen oder konkrete russische Handlungen belegt ist, jedoch umso dramatischer als Popanz an die Wand gemalt wird, dient natürlich allein dem Ziel, die sklavische Ankettung des Westens an die Ukraine als notwendige Folge einer angeblichen Schicksalsgemeinschaft darzustellen – und von den wahren, komplexen Hintergründe des Ukraine-Krieges, dessen Vorgeschichte viel länger ist als die eigentlichen vier Jahre Kampfhandlungen, abzulenken, indem der Überfall Russlands als wahlloser expansionistischer  Akt Putins in seinem Machtstreben dargestellt wird, der ebenso hätte das Baltikum, Polen oder eben auch Deutschland treffen können. Nichts könnte falscher sein und das muss ein “Militärexperte“ natürlich auch wissen – weshalb man Masala vorwerfen muss, dass er wider besseres Wissen Panik schürt und sich zum nützlichen Idioten einer perfiden Großtäuschung der deutschen Öffentlichkeit macht.

Wahrscheinlich wie ein Alien-Angriff

Der praktische Zweck seiner Unkenrufe, die Steigerung der “Kriegstüchtigkeit”, beinhaltet auch eine im Kern zutreffende Kritik am Zustand der Bundeswehr, die für militärische Landesverteidigung nicht ausreichend vorbereitet und kurzfristig nicht einsatzbereit sei. Statt langfristiger Entwicklungsprojekte fordert er den sofortigen Erwerb verfügbarer Systeme, eine schnellere Integration von Drohnentechnologie und die systematische Auswertung erbeuteten russischen Kriegsgeräts, um eigene Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben. Es sind die auch von Friedrich Merz gerade wieder beschworenen „Fight-Tonight“-Strategien, die so klingen, als hätte es so etwas wie das Atomzeitalter und nukleare Abschreckung nie gegeben, als würden im Ernstfall Atomraketen im Arsenal bleiben und stattdessen konventionelle Kriege zwischen Atommächten geführt werden. Dass die Bundeswehr wieder aufgebaut und gestärkt wird, ist ein legitimes Ansinnen – aber erstens nicht mit der wahnwitzigen Misswirtschaft und Ineffizienz der Bundesregierung und vor allem unter Verteidigungsminister Boris Pistorius, und zweitens nicht unter Aufbietung von aufgewärmten “Der Russe kommt”-Angstparolen von anno tobak als Vorwand.

Die Warnung vor einer außerirdischen Invasion ist stichhaltiger als ein Angriff Russlands; wenn ein solcher je erfolgt, dann allenfalls, weil der Westen selbst über seine immer weitergehende Kriegsbeteiligung in der Ukraine oder durch weitere Eskalation bei sträflicher Unterlassung jeglicher Diplomatie  den Anlass dazu liefert. Aber sicher nicht, weil Putin so dumm oder selbstmörderisch wäre, das zu riskieren, was selbst die Sowjetunion samt Ostblock 45 Jahre lang aus guten Gründen scheuten.

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