Das Desaster für Labour bei den britischen Kommunalwahlen erstreckt sich auch auf die Stadt Birmingham. Dort verlor die Partei von Keir Starmer die Mehrheit im Stadtrat, wo es nun keine Partei im 101-köpfigen Stadtrat mehr gibt, die ihn beherrschen würde, auch wenn die neue rechte Partei Reform UK auch hier mit 22 Sitzen stärkste Kraft wurde. Dies wird ihr aber nichts nützen, denn nun sind sechs Parteien in dem Gremium vertreten, die sich gegenseitig blockieren und die Stadt, die vor drei Jahren Insolvenz anmelden musste, de facto unregierbar machen. Dies ist das Ergebnis von 14 Jahren Labour-Regierung in Birmingham.
Dass die Partei auch in dieser ehemaligen Hochburg eine derart vernichtende Niederlage einstecken musste, ist auch darauf zurückzuführen, dass die muslimischen Wähler massenhaft zu unabhängigen Kandidaten strömten, die offen religiös orientierte Wahlkampfthemen setzten und die Wut über den Krieg im Gazastreifen ausnutzten. Ein sogenanntes „Bündnis unabhängiger muslimischer Kandidaten“ war von dem „TikTok-Anwalt“ und politischen Aktivisten Akhmed Yakoob sowie dem Immobilienentwickler Shakeel Afsar organisiert worden, der bereits 2019 Proteste gegen LGBT-Aufklärung an Schulen in Birmingham angeführt hatte. Deren Kandidaten gewannen eine Vielzahl von Sitzen in Bezirken mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Hier zeigt sich, dass auch linke Parteien, die sich jahrelang zum Anwalt der Muslime gemacht haben, schnell einbrechen, wenn sie deren Israel-Hass nicht voll und ganz unterstützen. Es bilden sich dann auch muslimische Wahlbündnisse heraus, die gegen die links-woke Agenda zu Felde ziehen.
“Großartige Leistungen”
Auch hier ist Großbritannien unrühmlicher Vorreiter für den Rest Europas, denn über kurz oder lang werden sich auch in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern muslimische Parteien bilden, die ihre Interessen und Forderungen selbst durchsetzen, nachdem die Linken als nützliche Idioten ausgedient haben. Und auch sonst kam von Labour der gleiche Unsinn, wie man ihn von deutschen Genossen kennt: Der scheidende Labour-Fraktionsvorsitzende des Stadtrats, John Cotton, sagte allen Ernstes: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die großartigen Leistungen dieser Labour-Regierung auf eine schlüssigere und systematischere Weise vermitteln können.“ Starmer, der seinem politischen Ende entgegentaumelt, weigert sich, dies einzugestehen und flüchtet sich ebenfalls in die üblichen Phrasen.
Zwar erklärte er, die Verantwortung für das Wahldebakel zu übernehmen, aber nicht in Form eines Rücktritts. Vielmehr will er Großbritannien weiter regieren und vor „gefährlichen Gegnern“ schützen, die es ansonsten auf einen „dunklen Weg“ führen würden. Die große Mehrheit der Wähler denkt jedoch, dass er es ist, der das Land auf einen dunklen Weg führt. Dies will er aber nicht wahrhaben. Es scheint derzeit jedoch unwahrscheinlich, dass er sich noch lange halten kann, da auch der innerparteiliche Druck auf ihn immer größer wird. Die Wahlen waren jedenfalls ein Menetekel, nicht nur für Labour, sondern auch dafür, wie muslimische Stimmen sich auf das Gesamtergebnis auswirken und das Land noch weiter spalten. (TPL)























