Union und SPD haben einen wundersamen Weg gefunden, wie der Verbrenner trotzdem überleben darf: Man verbietet ihn nicht richtig, man füttert ihn nur anders! Der deutsche Autofahrer liebt seinen Verbrenner. Er liebt das Brummen, den Geruch an der Tankstelle, die Reichweite und die beruhigende Gewissheit, am Ziel auch anzukommen, ohne künstliche Pausen. Diesem Wunsch kommt die Politik nun auf ihre besondere Weise entgegen.
Der Verbrenner darf bleiben, aber bitte nur mit Heiligenschein im Tank. Nach dem Willen von Union und SPD sollen künftig auch Fahrzeuge weiter zugelassen werden können, wenn sie mit Biokraftstoffen oder E-Fuels fahren. Also nicht mehr normaler Diesel, nicht mehr normales Benzin, sondern Sprit mit moralischem Hut.
Der eigene Acker als Tankstelle
Der Bürger bekommt damit eine ganz neue Freiheit. Er kann künftig ein Stück Land pachten, dort Raps, Hanf oder sonst etwas Öliges anbauen und abends in der Garage seinen eigenen Sprit pressen. Früher fuhr man zur Tankstelle, künftig geht man erst einmal aufs Feld. Der deutsche Autofahrer wird vom Pendler zum Agrarunternehmer.
Das Problem mit der vielen Freizeit hat sich damit auch erledigt. Statt Grillen, Ausruhen oder einer kleinen Ausfahrt ins Grüne steht nun Heimarbeit im Dienst der Klimastatistik auf dem Programm. Es ist so simpel.
Freizeit ade, Ölkanne ahoi
Morgens Raps ernten, mittags Öl pressen, nachmittags Filter wechseln und abends stolz den Kanister in den Familienkombi kippen. Wer früher einen Kanister im Schuppen hatte, war vorbereitet. Wer künftig keinen hat, ist klimapolitisch verdächtig.
Natürlich wird das alles nicht so ausgesprochen. Es heißt dann sauberer Kraftstoff, erneuerbarer Kraftstoff oder synthetische Lösung. Das klingt besser als Acker-Diesel. Aber genau darum geht es. Der alte Verbrenner bekommt einen neuen Taufschein. Aus dem Benziner wird kein Sünder mehr, sondern ein ökologisch betreuter Problemfall mit Sondergenehmigung.























