Anstelle der alten Bauernegeln gibt es heute nur noch klimahysterische „Neubauernregeln“ der Wetter-Alarmistenfront: Kaum gehen die Eisheiligen zu Ende, die ihrem Namen in diesem Jahr alle Ehre gemacht haben, geht auch schon wieder die alljährliche Hitzepanik los. Man kann mittlerweile mit Sicherheit davon ausgehen, dass spätestens im Mai vor einem Glutsommer mit immer neuen Rekordtemperaturen gewarnt wird. „Nächste Woche bricht der Sommer durch“, vermeldet „Focus online“, und auch „Bild“ raunt, sogar titelseitig: „Es droht eine Hitzewelle“. Während sich „Focus“ aber wenigstens darauf beschränkt, vor „Hitze-Tendenzen“ infolge eines Hochs zu warnen, das von der Iberischen Halbinsel kommt und über Frankreich und Großbritannien nach Deutschland zieht, bevor es „entweder nach Skandinavien oder nach Osteuropa abdriftet“, holt „Bild“ den üblichen Höllenhitze-Hammer heraus. Der Haus-Meteorologe Dominik Jung verkündet: „Die aktuellen Langfristmodelle deuten mit ungewöhnlich hoher Übereinstimmung auf einen zu warmen Sommer 2026 in Deutschland und weiten Teilen Mittel- und Osteuropas hin.“ Vier von fünf Modellläufen würden das zeigen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Sommer, der über dem langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020 liege, betrage „rund 80 Prozent“, so Jung. Dieses langjährige Mittel für Juni bis August liegt in Deutschland bei 17,5 Grad. Jung prophezeit eine „Abweichung von 1,5 bis 2,5 Grad nach oben hin“.´
Ein Grund dafür sei der neue El Niño, der gerade im Pazifik entstehe. Da mehr als die Hälfte der Modell-Läufe die Wassertemperatur in den entscheidenden Regionen bis zum Spätsommer über 2,5 Grad über dem Normalwert sehe, „bewegen wir uns auf dem Niveau eines sogenannten Super-El-Niño“, so Jung weiter. Die globalen Auswirkungen könnten sich sogar bis 2027 hinziehen und das heißeste Jahr aller Zeiten hervorbringen – dabei steht jetzt schon fest, dass 2027 das heißeste aller Zeiten sein wird, so wie auch dieses Jahr, die Jahre davor und die Jahre danach, denn die Klimahysteriker verkünden mit der Zuverlässigkeit eines Uhrwerks, dass jedes neue Jahr angeblich das heißeste gewesen sei, das jemals gemessen wurde. Die gewünschten Parameter sind schnell herbeiprogrammiert, und das Märchen von der Erderhitzung wird weitergesponnen.
Alle Prognosen gefloppt
Ein häufig unterschätzter Punkt sei die Bodenfeuchte“, erklärte Jung. Über Frankreich, Osteuropa, dem Baltikum und Skandinavien fehle bereits jetzt deutlich Wasser im Boden. Trockene Böden würden weniger Verdunstungskühlung im Sommer und damit höhere Lufttemperaturen bedeuten. Starke Hitze infolge von Wassermangel im Boden ist ebenfalls ein Szenario, das längst dazugehört. Im April letzten Jahres hatte Jung ebenfalls Alarm geschlagen: „Die Trockenheit setzt sich fort – die Modelle zeigen flächendeckend kein nennenswertes Niederschlagsereignis in den kommenden 14 Tagen. Das ist ein Worst-Case-Szenario, wie wir es so früh im Jahr nur sehr selten sehen“, warnte er. Die Böden würden rapide an Feuchtigkeit verlieren, Flüsse Niedrigwasser führen und die Vegetation zunehmend unter Druck geraten – und das im Frühling, hieß es. Er und andere sagten einen Sommer voraus, der wahrscheinlich die 45-Grad (!)-Marke knacken würde. Wie immer kam es natürlich völlig anders: Der Sommer verlief völlig normal und war insgesamt eher zu kühl. Die bis in den September hinein angekündigte Gluthitze fiel buchstäblich ins Wasser, weil wochenlag starke Regenfälle herrschten.
Dennoch wurde seit Juni ein „Hitze-Hammer“ nach dem andern herbeifabuliert, und aus den vier oder fünf Tagen mit weit über 30 Grad wurde dann eine Sensation gemacht – und natürlich eine Folge des Klimawandels. Garniert wird dies, wie auch heute wieder, mit Wetterkarten, die mehrere Gegenden oder gleich das ganze Land in höllischem Dunkelrot zeigen, damit jedem klar ist, in welchem Glutofen man angeblich lebt, auch wenn partout nichts davon zu spüren ist. Diese Wettervorhersagen Monate im Voraus sind längst zu einer Karikatur ihrer selbst geworden, die auf ihre meteorologischen Auguren zurückfallen. Trotzdem dürfen dieselben „Experten“, die sie unters Volk beziehungsweise in die Medien bringen, wie so viele andere auch, alle Jahre wieder ihren hanebüchenen Unsinn verzapfen. Egal, wie oft sie danebenliegen – nämlich immer.























