Na sowas, wer hätte damit rechnen können: Nicht nur ereignen sich immer mehr Messer-Attacken in Berlin trotz immer mehr als solcher erklärter und beschilderter “Waffen- und Messerverbotszonen” – sondern ausgerechnet in diesen Verbotszonen kommt es weiterhin zu etlichen Fallzahlen. Rund um Kottbusser Tor, Görlitzer Park und Leopoldplatz hat die Polizei trotz verstärkter Kontrollen zunehmende Probleme mit Messerangriffen. Seit Einführung der Zonen am 15. Februar 2025 bis Ende Januar 2026 wurden, wie die “B.Z.“ berichtet, in den genannten drei Gebieten insgesamt 76 Messerattacken registriert – dazu kamen mehrere Vorfälle mit Schusswaffen. Die Bilanz der Polizei zeigt laut “B.Z.“,, dass in knapp zwölf Monaten Beamte 5.220 Kontrollen durchführten – und dabei 149 Messer sicherstellten. Am häufigsten kontrolliert wurde der Leopoldplatz in Wedding (3.366 Kontrollen, 110 Messer sichergestellt). Dennoch kam es dort zu 19 Messerangriffen, in drei Fällen sogar mit Schusswaffen. Im Görlitzer Park gab es 29 Messerattacken und einen Waffenvorfall, am Kottbusser Tor 28 Messerangriffe sowie vier Vorfälle mit Waffen. Insgesamt leitete die Polizei 269 Verfahren wegen Verstoßes gegen das Verbot ein. Trotz dieses beeindruckenden Anstiegs ist die Dunkelziffer riesig.
Bereits bei Einführung der Waffenverbotszonen hatten Kritiker von reinem Wunschdenken und einer geradezu schildbürgerlichen Symbolpolitik gesprochen; doch die linke Politik in ihrem Aktionismus, in ihrer anhaltenden sturen Weigerung, den wahren Ursachen des Problems – der Migrationspolitik – beizukommen, wollte nicht hören. Nun wundert man sich bass erstaunt über das, was sowieso von vornherein klar war.
Grundlegendes Sicherheitsproblem
Die Berliner Polizei zieht dennoch eine verhalten positive Zwischenbilanz: “Gezielte Kontrollen und Durchsuchungen” hätten eine “abschreckende Wirkung” entfaltet und seien “wirksamer als reine Präsenz”. Ein Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum zeige einen zumindest moderaten Rückgang von Messer-Attacken und Schusswaffendelikten in den Zonen, so ein Polizeisprecher. Ob hier allerdings eine echte Korrelation oder gar Kausalität vorliegt, darf getrost bezweifelt werden. Die Maßnahme sei ein Baustein im Kampf gegen die steigende Zahl von Messerangriffen in der Hauptstadt, betonte Innensenatorin Iris Spranger (SPD). Kritiker kann das nicht überzeugen: Selbst die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unter Landeschef Stephan Weh bezeichnet die Verbotszonen als „Placebo“. Sie lösten das Problem nicht wirklich, da Waffen außerhalb der Zonen weiterhin gefährlich blieben. Jede sichergestellte Waffe sei zwar ein Erfolg, ändere aber nichts am grundsätzlichen Sicherheitsproblem. Abgesehen davon halten sich Kriminelle und Spontantäter nicht an irgendwelche Schilder. Anwohner und Gewerbetreibende vor Ort äußern sich unterschiedlich.
Ein Mitarbeiter eines türkischen Supermarkts am Kottbusser Tor sieht keine Verbesserung: „Es hat sich nichts verändert.“ Schlägereien, Diebstähle und die Drogenszene blieben bestehen – nur bei Kälte sei es ruhiger. Ein Bar-Mitarbeiter beobachtet hingegen einen Rückgang nächtlicher Gewalt, der jedoch bereits vor der Einführung der Zone begonnen habe. Ein Schuster kritisiert die schnelle Freilassung festgenommener Dealer und fragt sich, warum das Problem nicht in andere Stadtteile verlagert werde. Eine möglich Erklärung: Weil es auch dort inzwischen genauso unsicher ist wie überall in diesem “veränderten“ Land… (TPL)























