Bundeswehr-Soldaten: Noch mehr Frust (Foto:Shutterstock)
[html5_ad]

Super-Motivation zu mehr “Kriegstüchtigkeit”: Beförderungsstopp bei der Bundesmehr

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat einen brisanten Befehl erlassen, der Tausende Unteroffiziere der Bundeswehr massiv verärgert und in der Truppe für erheblichen Unmut sorgt. Bisher galt bei den Unteroffizieren (vor allem Hauptfeldwebel und Hauptbootsleute) nämlich eine weitgehend automatische Beförderung: Nach 16 Dienstjahren als Feldwebel erfolgte in der Regel der Aufstieg zum Stabsfeldwebel bzw. Stabsbootsmann. Das bedeutete mehr Verantwortung, höheren Status und vor allem eine bessere Besoldung (Besoldungsgruppe A9 mit rund 4000 Euro Brutto monatlich plus Zulagen). Diese Praxis wurde jahrelang angewandt, obwohl sie rechtlich umstritten war.

Doch nun sorgt ein Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen für eine neue Anweisung des Ministers. Das Gericht hatte im Juli 2025 hat die bisherige diese automatische Regelung gekippt. Sie verstößt gegen das Leistungsprinzip des Grundgesetzes (Art. 33 GG), das Beförderungen nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung verlangt – nicht primär nach Dienstalter. Ähnliche Urteile gab es bereits früher. Das Ministerium konnte die alte Praxis nicht mehr fortsetzen, ohne weitere Klagen zu riskieren. Ab 1. Juli 2026 verhängt Pistorius daher, wie “Bild“ berichtet, einen Beförderungsstopp. Tausende Hauptfeldwebel, die auf den Aufstieg warteten, werden vorerst nicht befördert. Bis 2027 soll ein neues, leistungsorientiertes System eingeführt werden.

Zum denkbar günstigsten Zeitpunkt

Bedeutet: Nur ein kleiner Teil der Kandidaten soll nach Eignungstests und Dienstpostenwechsel aufsteigen. Generalinspekteur Carsten Breuer hat die Maßnahme verkündet. Intern räumt das Ministerium ein, dass die Lösung „weder schmerz- noch geräuschlos“ sein werde. Der Bundeswehrverband warnt vor einem „Potenzial zum Supergau“. Das Feldwebelkorps – das „Rückgrat“ der Truppe, das ausbildet, führt und den Dienstbetrieb sicherstellt – drohe nachhaltig beschädigt zu werden. Viele Soldaten fühlen sich übergangen, nachdem sie jahrelang mit der automatischen Beförderung gerechnet hatten. Der Verband spricht von einem „Unfall in Zeitlupe“: Das Problem war seit über 15 Jahren bekannt, eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich damit, doch niemand handelte konsequent.

Die Reform kommt zum denkbar günstigsten Zeitpunkt – soll die Bundeswehr doch zur “stärksten konventionellen Armee Europas” wachsen mit dem bizarren Ziel, deutlich über 200.000 aktive Soldaten plus eine starke Reserve vorzuhalten. Gerade erfahrene Unteroffiziere sind dafür unverzichtbar. Eine Verärgerung dieses Kaders könnte die Attraktivität des Dienstes mindern und den Personalaufbau erschweren. Pistorius setzt mit dem Schritt das Leistungsprinzip durch, das Gerichte seit Langem fordern. Ob das neue System fair, transparent und motivierend wird, entscheidet, ob aus der Not eine echte Reform wird – oder ob der Unmut in der Truppe weiter wächst. Die Soldaten wüten, weil sie sich um verdiente Aufstiegschancen und finanzielle Verbesserungen gebracht fühlen. (TPL)

deb52d8c7e0148618e41489ed32bd615
image_printGerne ausdrucken

Themen