Ende Legende: Timmy Kadaver vor Dänemark (Foto:ScreenshotYoutube)
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Timmy geht dem linken Parteienkartell nur ein kleines Stück voraus: Ein krepierter Wal als Menetekel

Auch nachdem der Tod des Wals „Timmy“, der die deutschen Medien sechs Wochen lang in Atem gehalten hat, nun bestätigt ist, setzt sich diese Farce fort, in deren Mittelpunkt von Anfang an Till Backhaus stand, der wahlkämpfende SPD-Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, der sich hier stellvertretend für das gesamte sterbende Altparteienestablishment verzweifelt in populistischer Imagerettung versuchte. „Es gibt natürlich Trauer, dass der Wal es am Ende nicht geschafft hat. Aber es gibt auch Erleichterung, dass sein Schicksal geklärt ist“, so Backhaus mit dem salbungsvollen Gesäusel, mit dem er sich die ganze Zeit zum obersten Walretter der Republik aufgeworfen hatte.

Am Ende hat sich bestätigt, dass das Tier wohl todkrank war und keine Überlebenschance hatte. Die „Rettung“ hat ihm wahrscheinlich nur weitere Qualen zugefügt. Nun setzt Backhaus sich für die Auswertung der Trackerdaten ein. „Wir sollten erfahren, wie lange der Wal gelebt hat und wo er sich aufgehalten hat. Auch die Öffentlichkeit hat mit Recht großes Interesse daran“, meint er. Den Anblick des Kadavers vor Dänemark will er sich nicht antun, sondern ihn so in Erinnerung behalten, „wie ich ihn zuletzt gesehen und erlebt habe – als majestätisches Tier, das einen starken Willen zum Überleben hat“. Er überlegt auch, ein Foto des Wals als Andenken in seinem Büro aufzustellen. Es habe Anfeindungen und Drohungen, aber auch Glücksmomente gegeben. Den Moment, als der Wal in die Barge geschwommen sei, werde er nie vergessen.

Vorgezogenes Sommerloch

Niemand habe ausschließen können, dass der Wal vielleicht doch eine Chance hat, so Backhaus hochpathetisch weiter. „Und aus den Fehlern, die gemacht wurden, zum Beispiel bei der Befreiung, werden wir Lehren ziehen. (…) Hätten wir nichts getan, hätten wir nichts lernen können“, meint er. Man wünschte sich, dass deutsche Politiker auch aus ganz anderen, wesentlich gravierenderen Fehlern lernen und umdenken würden. Aber bei Migration, Klima et cetera erweist sich gerade Backhaus` SPD als weder willens noch fähig dazu. Insgesamt zeigt dieses vorgezogene Sommerloch um die Wal-Rettung, in welche Hysterie sich weite Teile eines Landes, das wahrlich existenziellere Probleme hat, treiben lassen.

Die Vermenschlichung des Tieres ersetzte die Vernunft, und ein Politiker wie Backhaus inszenierte sich hemmungslos als Vertreter höchster Humanität. Seine SPD, die Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 regiert, liegt in aktuellen Umfragen gerade noch bei 27 Prozent, die AfD dagegen mit 36 Prozent unangefochten auf Platz eins. Auch die Wal-Farce hat ihr keine demoskopische Aufholjagd beschert. Am Ende wissen die Menschen doch, wem sie vertrauen und wem nicht mehr. Die „Rettung“ des Wals wird ihren Platz in der Mediengeschichte als psychologisches Symbol für die Sehnsucht eines von der Politik und ihren Helfershelfern in Medien und NGOs gegeneinander aufgehetzten Volkes nach Einheit finden, die ihr aber weiterhin vorenthalten wird. Denn mit „Timmys“ Tod geht nun endgültig der wahre Wahlkampf weiter – und in diesem lassen sich die Probleme dieses Landes nicht mehr länger ausblenden. (TPL)

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