Der wirtschaftliche Einbruch in Deutschland ist unübersehbar. Neben der Automobilindustrie sind vor allem energieintensive Industriezweige von massiven Belastungen betroffen. Das Industriepotential in diesem Bereich ging um über 15 Prozent zurück. Und der Beginn des Debakels war nicht Corona, sondern der Beginn des Ukraine-Krieges und die Sanktionspolitik gegen Russland, die Energie massiv verteuerte – und auch die Auswüchse der Energiewende.
Zwischen Februar 2022, als der Ukraine-Konflikt begann, und dem März 2026 ging die Produktion in den energieintensiven Industriebereichen in Deutschland um 15,2 Prozent zurück. Der Beschäftigungsrückgang betrug im gleichen Zeitraum 6,3 Prozent oder 53.000 Menschen, die in diesen Industriezweigen weniger beschäftigt wurden. Im März 2026 arbeiteten damit noch 794.400 Beschäftigte in diesen Branchen, im Februar 2022 waren es noch 847.700 Personen. Im Vergleich zu anderen Industriezweigen, wo die Produktion um 9,5 Prozent schrumpfte, ging die Wirtschaftsleistung in der energieintensiven Industrie somit deutlich stärker zurück, wie das Statistische Bundesamt in einer Untersuchung feststellte.
Industrielles Rückgrat gebrochen
Die energieintensiven Industriezweige decken eine breite Palette ab. Zu ihnen gehören unter anderem die chemische Industrie, die Metallerzeugung und -verarbeitung, die Herstellung von Glas, Glaswaren und Keramik sowie die Verarbeitung von Steinen und Erden, die Papierindustrie und die Mineralölverarbeitung. Besonders hart getroffen wurden von den Produktionsrückgängen die Herstellung von Glas, Glaswaren und Keramik sowie Verarbeitung von Steinen und Erden, so Destatis. Hier wurde von Februar 2022 bis März 2026 ein Minus von 25 Prozent verzeichnet, wobei der Bereich Beton, Zement und Kalksandstein, einen besonders deutlichen Rückgang von sogar 29,3 Prozent verzeichnete.
Danach folgen die Papierindustrie mit 18,5 Prozent und die chemische Industrie mit 18,1 Prozent. Mit einem Minus von 12,9 Prozent lag die Metallerzeugung und -verarbeitung noch etwas unter dem Schnitt von 15,2 Prozent. Einzig die Mineralölverarbeitung konnte dem Negativtrend trotzen und verzeichnete mit 24,6 Prozent einen deutlichen Zuwachs.
Sanktionen, Russlandpolitik, Energiewende
Dabei zeigt sich deutlich, dass die energieintensive Industrie von den hohen Energiepreisen seit dem Beginn des Ukraine-Konflikts und der nachfolgenden Politik der Sanktionen gegen Russland besonders getroffen wurde. Denn gerade diese Industriezweige waren von günstigen Gaslieferungen aus Russland angewiesen. Denn, so wird ausgeführt: 2024 waren die wichtigsten Energieträger für diese Branchen Erdgas (26,3 %), Mineralöle und Mineralölprodukte (21,0 %), Kohle (18,1 %) sowie Strom (15,2 %). Durch den Konflikt mit dem Iran dürfte sich die Situation zudem weiter verschärfen. Und auch die Energiewende trägt weiter dazu bei, dass Strom teuer bleibt.
Zwar genehmigte nun die EU einen Industriestrompreis für Deutschland, dieser dürfte aber kaum geeignet sein, die Verluste wettzumachen und die verlorenen Arbeitsplätze zu ersetzen, sondern lediglich die negative Entwicklung abbremsen. Handelt es sich doch wieder um eine reine Bekämpfung von Symptomen, die die Politik selbst verursacht hat.
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Dieser Beitrag erschien zuerst auf “Der Status”.























