Krisenlage in den Heimen - dank der fahrlässigen Regierungspolitik (Foto:Imago/photothek)
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Taschengeld von 5,07 Euro pro Tag: Müssen Pflegefälle bald selbst für ihre Heimunterbringung arbeiten?

CDU-Gesundheitsministerin Warken will, dass Pflegeheimbewohner künftig bis zu sechs Monate länger die vollen Heimkosten komplett selbst tragen müssen. Woher das Geld kommen soll, bleibt allerdings ein Rätsel. Da spräche doch nichts dagegen, die Senioren durch leichte Arbeit von ihrem tristen Dasein etwas abzulenken und ihnen ein Zusatzeinkommen zu verschaffen. Das Falten von Glückwunschkarten in Kuverts wären sogar eine zusätzliche therapeutische Beschäftigung.

Und wer sich seit 1990, d.h. seit 36 Jahren, mit PC und Internet vertraut gemacht hat, dem tun sich weitere Homeoffice-Jobs auf. Und WLAN gibt es in jedem anständigen Heim. Der christlich-sozialistischen Partei wird sicher ein Rentenkniff einfallen. Und ein sozialverträglicher Steuersatz.

Taschengeld von 5,07 Euro pro Tag

Pflegeheimbewohner, denen das Amt die Differenz zwischen Rente und Pflegeheim bezahlt, sind ohnehin arm dran. Sie erhalten ein Taschengeld von 5,07 Euro pro Tag. Das reicht gerade noch für eine Packung aus Polen geschmuggelter Zigaretten oder fünf Bier vom Kiosk, d.h., wenn der Rollator diese Strecke noch schafft.

42 von 100 Betroffenen können ihren Pflegeplatz nicht vollständig selbst bezahlen

2024 lebten bundesweit rund 800.000 Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen, davon bezogen 353.575 Sozialhilfe, weil Rente, Vermögen und Pflegekasse für die Heimkosten nicht reichten. Anders gesagt: Etwa 42 von 100 Pflegeheimbewohnern konnten den Platz nicht vollständig selbst bezahlen. Hat Ministerin Warken das übersehen?

Die Sozialverbände haben sich zu diesem Ansatz noch nicht geäußert, doch es werden sich Experten finden, die begründen, dass die Sozialkassen auf diese Weise erleichtert werden können. Schließlich muss man sich fragen: Woher sollen die Patienten das Geld nehmen, wenn das Sozialamt ohnehin schon die Differenz trägt? Von einem monatlichen Zuerwerb von 400 Euro könnten 300 an das Heim fließen und 100 für die Taschengeldaufbesserung verwendet werden.

 Traurig genug, dass Milliarden für andere Länder großzügig gespendet werden, zu Hause vor der Tür kleinlich taktiert wird. Eine Schande für Deutschland.

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