Der neue deutsche puritanische Zensurwahn ist um ein weiteres groteskes Kapitel reicher. Réka Lörincz, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Erlangen, hat der Bergkirchweih, dem ältesten Bierfest der Welt, eine Liste mit 12 Liedern vorgelegt, die dort gefälligst nicht mehr gespielt werden sollen. Dabei handelt es sich nicht etwa um „Die Fahne hoch“ oder andere Nazi-Lieder, sondern um teilweise jahrzehntealte Schlager, unter anderem „Nein heißt ja“, von G.G. Anderson; das „Donaulied“; „Joana (du geile Sau) von Peter Wackel; „Layla“, von DJ Robin & Schürze; „Die Glöcknerin von Dingolfing“; „Zehn nackte Friseusen“ und „Geh mal Bier holen von Mickie Krause“ – und sogar den 45 Jahre alten Gassenhauer „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang. Diese Lieder hätten „aufgrund sexistischer oder frauenfeindlicher Inhalte auf der Erlanger Bergkirchweih keinen Platz“, heißt es in der Aufforderung. „Bitte achten Sie darauf, dass diese Titel bei der Veranstaltung nicht gespielt werden“. Ziel sei es, „gemeinsam eine respektvolle Atmosphäre und sicheres Feiern“ zu ermöglichen. Man wolle „gemeinsam dafür sorgen, dass sich alle Gäste und Mitarbeitenden auf dem Berg wohl und sicher fühlen“.
Dieses gruselige wokistisch-totalitäre Geschwafel zeigt wieder einmal die obrigkeitsstaatliche Arroganz, die in Deutschland längst wieder Einzug gehalten hat. Eine von der Allgemeinheit bezahlte und völlig überflüssige Bürokratie maßt sich an, zu bestimmen, was auf einem Volksfest „Platz hat“ und was nicht. Gegenüber „Bild“ verwies die Stadt Erlangen lakonisch auf einen Stadtratsbeschluss von 2021. Damals hatten CSU, Linke und SPD dafür gestimmt, dass keine Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ gespielt werden dürfen. Es handele sich auch nicht um ein Verbot, sondern um eine „Sensibilisierung“, wurde klargestellt. Damit unterstreicht man aber nur erst recht die ganze Absurdität dieses Vorgangs.
Maximal keine Lust mehr auf dieses Deutschland
Jürgen Thürnau, der Manager der Spider Murphy Gang, erklärte dazu: „Als wir in der DDR gespielt haben, da mussten wir jedenfalls keine Setliste vorlegen“. Er erinnerte auch an den historischen Bezug des “Sperrbezirk”-Songs, der darauf zurückgehe, dass die Stadt München für die Olympischen Spiele von 1972 einen Sperrbezirk eingeführt habe, damit die Stadt „sauber“ werde. Schlagersänger Peter Wackel zeigte sich „überhaupt nicht verwundert“ über das Vorgehen der Stadt Erlangen: „Die Bergkirchweih war immer ein wunderbares Fest, ich habe dort über 20 Jahre gesungen. Doch seit fünf oder sechs Jahren hagelt es immer wieder Verbote“, sagte er. Gesprächsangebote oder Debatten würden von der Verwaltung immer wieder abgeblockt. „Unfassbar peinlich das Ganze. Kein Wunder, dass immer mehr Künstler maximal keine Lust auf Deutschland haben“, brachte er diese Farce auf den Punkt. „Wir sind dann eben Urlaubssänger für Deutsche im Ausland, wo wir spielen dürfen, was wir möchten“, so Wackel.
Nicht nur Künstler haben schon lange maximal keine Lust mehr auf Deutschland. Linke Jakobiner haben dieses Land in eine geistige Hölle geworden, deren Insassen von einer ebenso dummen wie übergriffigen Bevormundungsbürokratie bis aufs Blut schikaniert werden. Es ist unglaublich, dass völlig harmlose, teils uralte Lieder nicht mehr gespielt werden dürfen, weil sie angeblich „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ enthalten sollen. Dass die CSU diesen Stadtratsbeschluss mittrug, spricht ebenfalls Bände. Überhaupt auf die Idee zu kommen, zu regulieren, was auf einem Volksfest gespielt wird, zeigt, wie weit es mit diesem völlig außer Rand und Band geratenen Staat gekommen ist, der der wahren Probleme im Land, die er größtenteils selbst verursacht hat, nicht mehr Herr wird und nichts anderes mehr zustande bringt, als völlig lächerliche Verbote für die eigene Bevölkerung zu verhängen. Dabei kann man noch froh sein, dass das Fest überhaupt stattfinden kann und nicht wegen der allgegenwärtigen islamistischen Terrorgefahr und der deshalb erforderlichen ruinösen Sicherheitsmaßnamen abgesagt wurde, wie so viele andere. Dennoch kann man jedem nur raten, dem Beispiel Wackels zu folgen und dieses Fest zu meiden, das sich im Würgegriff von woken Bürokraten befindet. (TPL)























