Selbstdarstellerin Alena Buyx bei einer ihrer Selbstoffenbarungsreden (Foto:Screenshot:Youtube)
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Alena Buyx und die „Arschgeigen“ der re:publica

Die “re:publica” wird zunehmend zur regelmäßigen Urschreitherapie eines außer Rand und Band geratenen linken Milieus, das dort auf Bühnen vor weitgehend gleichgesinnten Publikum ungehindert seine bizarr-autoritäreren, demokratiefeindlichen und intoleranten Ergüsse absondern darf. Zu denen, die dort der abgrundtiefen Heuchelei frönten, zählt nun auch die Ex-Ethikrat-Vorsitzende: Auf der re:publica 26 in Berlin beteiligte sie sich am Freitag am “SWR-Demokratieforum” unter dem Titel „Streiten wir noch – oder hassen wir schon?“. Zu Gast waren die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Alena Buyx, Linken-Chefin Heidi Reichinnek, CSU-Politiker Markus Blume und Moderator Michel Friedman – also genau die “Richtigen”, um über das Thema “vulgäre Sprache in der Politik, Zuspitzung und angebliche Dehumanisierung durch rechte Akteure” zu diskutieren.

Dort kritisierte Buyx zwar zunächst scheinbar lagerkritisch und gemäßigt in aller Schärfe die Sprachwahl „rechter Politiker“: Solche Ausdrücke würden das Gegenüber entwerten und nicht mehr als vollwertigen Menschen sehen. Professionelle Politiker sollten darauf verzichten, betonte sie. So weit, so gut – doch Buyx wäre nicht Buyx, wenn sie sich nicht sogleich selbst widersprechen und ihr Gefasel als wohlfeile Effekthascherei entlarven würde: Nur Sekunden später glitt sie selbst ins Vulgäre ab … und wetterte gegen die Rechten: Sie wünschte sich, „dass da, wo die Kameras draufhalten, diese Art von Sprache nur noch von den Arschgeigen benutzt wird, nicht von euch!“ Tosender Applaus aus dem Publikum folgte.

Selbstironisierung als “Rampensau”

Der Moment entlarvte wieder mal die klassische Doppelmoral dieser Unperson. Buyx, die als Medizinethikerin und Corona-“Ethikerin” für angebliche moralische Standards steht, die sie selbst nonstop ad absurdum führt, erkannte kurz darauf zwar wohl selbst, dass „Arschgeige“ kaum professionell wirkt. Auf Nachfrage Friedmans räumte sie ein, dies könne als Abwertung gelten. Statt echter Reflexion folgte jedoch Selbstironie: Sie bezeichnete sich grinsend als „Rampensau“, die wisse, was “im Raum” funktioniere. Friedmann hielt dagegen: Solche Rechtfertigungen – „Wenn ihr nicht so wärt, wäre ich nicht so“ – seien ebenfalls problematisch. Die Szene passt in ein bekanntes Muster. Während rechte oder populistische Sprache als Bedrohung für die Demokratie gebrandmarkt wird, gelten bei „demokratischen Kräften“ und linken Publikum ähnliche oder derbere Ausdrücke als unterhaltsam oder sogar notwendig. Buyx plädierte später für eine „Entschuldigungskultur“ – Politiker sollten öfter „Sorry, das war Scheiße“ sagen. Ironischerweise blieb eine echte Selbstkritik aus; stattdessen folgte Lachen und Applaus. Von diesem Publikum war auch nichts anderes zu erwarten.

Tatsächlich warf Buyx’ Auftritt einmal mehr grundsätzliche Fragen zur Debattenkultur in diesem hysterisierten Land auf. In Zeiten polarisierter Debatten – verstärkt durch Corona-Maßnahmen, in denen Buyx eine prominente Rolle spielte – untergräbt solche Heuchelei das Vertrauen in Institutionen und „Experten“. Wer andere permanent zu höheren Maßstäben mahnt, muss diese selbst einhalten. Sonst wird aus moralischer Autorität bloße Bühnenperformance. Und genau dafür steht die die re:publica: Sie wird zwar als Ort “progressiver Debatten” gefeiert, ist aber vor allem die Echokammer einer verkommenen Kaste, in der Applaus für die eigene Seite sicher ist. Natürlich gibt es Sprachverrohung auf allen Seiten; doch wer sie nur bei politischen Gegnern sieht – wie in der gesamten “Anti-Hass-und Hetze-”Kampagne üblich, trägt selbst nur zur Spaltung bei. (TPL)

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