Wenn der Lackaffe unser Eigentum schützt (Foto: GROK)
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Wenn beim Affen der Lack ab ist

Es läuft eigentlich so ab wie immer: Irgendein Hansel „beleidigt“ einen Politiker. Dieser, oder irgendeine eifrige, aufmerksame Staatsanwaltschaft beantragt daraufhin einen Strafbefehl – und das Ding, also der angeblich beleidigende Begriff geht viral, ist in aller Munde, wird zum Hit und brennt sich in die Birnen der Bürger ein.

Eigentlich nicht Sinn der Sache, oder?

Wird aber immer wieder probiert, so wie jetzt gerade:

Das Amtsgericht Heilbronn hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn einen Strafbefehl wegen Beleidigung gegen Personen des politischen Lebens (§ 188 StGB) erlassen:Im Oktober 2025 (bzw. während/nach einem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Heilbronn) kommentierte ein Mann unter einem Facebook-Post der Polizei Heilbronn (zum Thema Flugverbot):
„Und alles wegen dem Lackaffen“ + drei Kotz-Emojis.
Die Staatsanwaltschaft wertete das als strafbare Ehrverletzung, weil kein sachlicher Bezug zur Politik vorlag, sondern die persönliche Herabwürdigung im Vordergrund stand. Das Gericht verhängte 30 Tagessätze (Höhe der einzelnen Tagessätze bleibt geheim, da sie vom Einkommen abhängt).Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Der Betroffene hat Einspruch eingelegt → es kommt voraussichtlich zu einer Hauptverhandlung.

Zum Vergleich: In einem ähnlichen Fall („Pinocchio“) stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein – da sah sie noch zulässige (wenn auch derbe) politische Kritik.

Gut zu wissen: In Deutschland genießen Politiker (besonders hochrangige wie der Bundeskanzler) einen etwas stärkeren Schutz vor Beleidigungen als normale Bürger (§ 188 StGB). „Lackaffe“ wurde hier als überschreitend eingestuft. Die Grenze zwischen erlaubter scharfer Kritik und strafbarer Beleidigung ist oft fließend und wird im Einzelfall geprüft.

Wir schauen mal bei GROK nach:

Ein Lackaffe ist ein umgangssprachlicher, abwertender Begriff für einen eingebildeten, eitlen, geschniegelten oder übertrieben schick gekleideten Mann, der sich wichtig nimmt und oft affektiert wirkt.

Kernbedeutung: Ein geckenhafter, arroganter Typ, der zu sehr auf sein Äußeres achtet – quasi ein „Lackaffe“ als „lackierter Affe“ (glänzend poliert, aber affig/dumm wirkend).
Synonyme: Geck, Dandy, Schnösel, Fatzke, Zieraffe, Schickimicki oder „flash Harry“ (im Englischen).
Beispiele:
  • „Schau dir den Lackaffen da drüben an – total überstylt für den Anlass.“
  • „So ein eitler, aufgeblasener Lackaffe!“

Der Begriff ist typisch umgangssprachlich und negativ konnotiert und wird vor allem in Deutschland und Österreich verwendet. Er passt perfekt in die reiche Tradition deutscher Schimpfwörter für eitle Menschen.

Und nun brechen wir den Begriff mal auf:
Der Mensch (Homo sapiens) und die heutigen Menschenaffen (Schimpansen, Bonobos, Gorillas, Orang-Utans) stammen von einem gemeinsamen Vorfahren ab.

Dieser gemeinsame Vorfahre lebte vor etwa 6–8 Millionen Jahren in Afrika. Er war weder ein moderner Mensch noch ein moderner Affe, sondern ein affenähnliches Säugetier.

Nach der Trennung entwickelten sich zwei Linien:

    • Eine Linie führte zu den heutigen Menschenaffen.
    • Die andere Linie führte über zahlreiche Zwischenformen (z. B. Australopithecus, Homo habilis, Homo erectus) zum modernen Menschen.

Kurz gesagt: Wir sind selbst biologisch gesehen Menschenaffen.

„Affe“ an sich kann also keine Beleidigung sein, sondern lediglich ein biologische Zuordnung.
Und weiter:
Lack ist ein flüssiger, pastöser oder pulverförmiger Beschichtungsstoff, der dünn auf Oberflächen (z. B. Holz, Metall, Kunststoff, Autos) aufgetragen wird. Nach dem Trocknen oder Aushärten bildet er einen festen, meist glänzenden Film, der schützt und/oder dekorativ wirkt.
Setzt man „Lackaffe“ so zusammen, also als Verwandten, der uns schützt und gleichzeitig glänzend dasteht, kann man wohl auch nicht von Bekleidung sprechen. Und „Umgangssprache“ oder „Volksmund“ ist ja ebenfalls (noch) nicht strafbar, oder?
Die Reaktionen sind entsprechend:
Liberty Hannes schreibt:
n den USA kannst Du Donald Trump im Netz einen Hurensohn nennen und dir am selben Tag ein Sturmgewehr kaufen. Du kannst dort dafür strafrechtlich nicht verfolgt werden. Hiert bekommst Du für Lackaffe eine Strafe und die Tagesschau sagt dass die USA keine Demokratie mehr sind.
Grantler erinnert sich:
„Wer in der Politik an der Spitze steht, ist wie der Hahn auf dem Kirchturm. Jeder Wind, jeder Sturm umweht ihn. Das muss man aushalten.“ Bundeskanzler Helmut Kohl (1990).
Henning Höne schreibt:
Strafverfolgung für das Wort „Lackaffe“ kann doch niemand ernsthaft für richtig halten. Erst recht Politiker müssen sowas aushalten, das ist mit der Diät abgegolten. § 188 muss weg. Unsere Justiz braucht diese Kapazitäten, um echte Verbrechen zu verfolgen.
Anabel Schunke schreibt:
Unsouverän und lächerlich, dass ein Staat sowas überhaupt ahndet.
Isabel de Vanjur schreibt:
DAS ist Zensur! „Lackaffe“ ist eine eher harmlose, altmodische Beleidigung. Es ist keine Drohung, keine Verleumdung. Dass ein deutsches Gericht hier einen Strafbefehl erlässt und eine Geldstrafe verhängt, ist besorgniserregend!!!!
Hofnarr schreibt:

Merz als „Lackaffe“ kostet 30 Tagessätze – Oder: Wie die weisungsgebundene Staatsanwaltschaft plötzlich superschnell arbeitet, wenn der Richtige beleidigt wird, während linke Kunst-Terroristen mit Ramelow-Anruf freigesprochen werden

Hallo ihr Realisten, willkommen im Land des betreuten Denkens.

Na endlich mal Tempo bei der deutschen Justiz!

Ein einfacher Bürger nennt Friedrich Merz einen „Lackaffen“ und schon rasselt der Strafbefehl über 30 Tagessätze ins Haus wie eine gut geölte Präzisionsmaschine.

Respekt.

Das hat die Geschwindigkeit eines Formel-1-Pitstops, nur dass hier nicht Reifen gewechselt, sondern Gefühle geschützt werden.

Gleichzeitig erinnert man sich wehmütig an das Zentrum für politische Schönheit, das monatelang gegen Björn Höcke hetzte, mit Aktionen, die jede Grenze sprengten – und plötzlich ruft Bodo Ramelow (oder seine Leute) beim Generalstaatsanwalt an, und schwupps:

Verfahren eingestellt, ermittelnder Staatsanwalt zur Seite geschoben, alles paletti.

Das war dann wohl „Satire“.

Oder Kunst.

Oder beides.

Hauptsache, es trifft die Falschen nicht.

Das hat den Charme eines Ampel-Ampelmännchens, das nur dann grün wird, wenn die richtige Partei drüberläuft.

Bei Merz wird sofort ermittelt, bei linken Aktionskünstlern wird das linke Auge zugedrückt, bis es fast aus der Höhle fällt.

„Es lebe die Demokratie“ – solange sie nur die Richtigen trifft.

Straftaten?

Klar erlaubt, aber nur gegen die Bösen.

Gegen die eigenen Leute?

Da wird schnell mal „politisch motivierte Kunst“ draus.

Man fragt sich ja schon, ob die Staatsanwaltschaft inzwischen eine Extra-Hotline für sensible Kanzler-Gefühle hat.

Währenddessen warten echte Opfer monatelang auf Bearbeitung.

Aber hey – Prioritäten.

Erst die empfindliche Politikerhaut, dann vielleicht irgendwann mal die Realität.

In diesem wunderbaren Rechtsstaat der selektiven Blindheit ist der Lackaffe jedenfalls nicht der mit der Krawatte.

Der sitzt gerade in der Justiz und entscheidet, wessen Ehre wirklich zählt.

Was lernen wir aus dieser „Lackaffen-Affäre“?. Genau, wir ignorieren diesen Kanzler einfach, so wie es die Geschichte machen wird. Und während wir in den Zoo, oder in die Autowerkstatt gehen, können die anderen mal in den aktuellen Umfragen mal gucken, bei welchem Affen der Lack bereits ab ist.

 

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