Greenpeace fordert EU-Aufrüstung, Brüsseler Militärmacht und staatlich gelenkte Waffenschmieden. Aus der alten Friedensbewegung wird Begleitmusik für Panzerketten. Es ist der große Verrat der Öko-Pazifisten an den eigene Überzeugungen. Wer in den achtziger Jahren mit Friedensbutton gegen Atomraketen demonstrierte, reibt sich heute fassungslos die Augen.
Ausgerechnet Greenpeace, jahrzehntelang die große moralische Sirene gegen Militär und Waffen, klingt 2026 wie die Pressestelle eines Verteidigungsministeriums mit Öko-Logo. Die einstige Friedens-Ikone legt eine Studie vor und marschiert stramm in Richtung Brüsseler Rüstungszentrale. Aus dem Schlauchboot gegen Atomtests wird der Beifahrersitz im Panzer. Die Friedenstaube trägt keinen Ölzweig mehr im Schnabel, sondern Helm und Lagekarte.
Marschbefehl aus der Zentrale
Das Papier trägt den Titel „Europa allein zu Haus?“. Das klingt nach Familienfilm, ist aber eine Gebrauchsanweisung für den nächsten Zentralisierungsschub. Greenpeace verabschiedet sich von allem, was die Organisation groß gemacht hat. Keine Warnung vor Umweltfolgen von Krieg, kein Ruf nach Diplomatie. Stattdessen wird trocken vorgerechnet, dass die europäischen NATO-Staaten Russland konventionell deutlich überlegen seien.
Doch daraus folgt keine Entspannung, sondern der Marschbefehl: Europa soll aufrüsten und Brüssel mehr Macht geben. Als Hindernis erscheint nicht der Krieg, sondern die nationale Eigenständigkeit. Greenpeace klagt über „Kleinstaaterei“. Übersetzt: Die Bürger sollen Kontrolle abgeben, damit eine EU-Zentrale an ihrer Großmachtkulisse bauen kann.
Greenpeace ruft nach staatlich gelenkter Rüstungswirtschaft
Besonders deutlich wird der neue Geist im 9-Punkte-Plan. Was dort gefordert wird, klingt nach Werkstattgespräch bei Rheinmetall mit veganem Catering. Der Staat soll stärker bei Rüstungsunternehmen einsteigen, nationale Strukturen sollen zurückgedrängt werden. Die Organisation, die früher jeden Panzer als Umweltsünde sah, fordert nun eine effizientere Ordnung für Europas Waffenschmieden.
Der dickste Brocken: Die Rüstungsausgaben sollen von der Wirtschaftsleistung abgekoppelt werden. Wenn die Wirtschaft schwächelt, laufen die Waffenprogramme weiter. Der Bürger schnallt den Gürtel enger, aber der Rüstungsetat bekommt Hosenträger aus Brüssel.
Die NGO-Landschaft hat sich gleichgeschaltet
Das Bittere ist die Verwandlung einer ganzen Landschaft. Aus „Nie wieder Krieg“ wird „Nie wieder ohne europäische Kommandostruktur“. Granaten wachsen nicht auf Streuobstwiesen, Panzer fahren nicht mit Kamillentee. Doch das verschwindet hinter der Marschmusik. Hauptsache, Europa wird „kriegstüchtig“ und Brüssel bekommt den Taktstock.
Die Funktionäre haben sich dem Zeitgeist angepasst. Das ist der moralische Totalschaden mit Friedenstaube auf der Motorhaube.























