Woran das bloß liegen mag? Während Dortmund im letzten Jahr in den Rankings der kriminellsten Städte Deutschlands gar nicht auftauchte, belegte man nun in den neusten Statistiken einen nicht gerade rühmlichen siebten Platz. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: 73.144 registrierte Straftaten im Jahr 2024, was einer Quote von 12.283 Delikten pro 100.00 Einwohner entspricht. In München sind es vergleichsweise „nur“ 6.214 Verbrechen bei der selben Berechnungsgrundlage. Da ist von einem „echten Schlag in den Magengrube“ die Rede während man wie immer die wahren Ursachen für den rasanten Anstieg einfach mal ausblendet. Was jedoch nichts an den Tatsachen ändert: Im besagten Zeitraum ereigneten sich 2.052 registrierte Diebstähle was einem Plus von 7,14 Prozent entspricht. Noch weiter hoch ging es bei den Betrugsfällen (1.728 Delikte) mit einem Anstieg um 16 Prozent sowie 925 Straften in Bezug auf Vandalismus und Sachbeschädigungen, wobei sich hier die Quote um 14,98 Prozent erhöht hat. Über noch schlimmere Vergehen wie gewalttätige Übergriffe, Vergewaltigung oder Mord schweigt sich die Statistik gnädigerweise gänzlich aus.
Hingegen übt man sich von Seiten der Verantwortlichen in geschönten begrifflichen Umschreibungen, um die Problematiken mal wieder kleinzureden: So seien die Ursachen laut den Behörden „multifaktoriell“, also von verschiedenen Aspekten abhängig, aber auch von verschiedenen „lokalen Hitzezonen“, um die Schuld womöglich auch noch auf die heißen Sommertemperaturen zu schieben.
Messerstich dank Hitzestich
Immerhin will man auch erkannt haben, dass die klassischen sozialen Brennpunkt-Dynamiken eine tragende Rolle spielen und es im Bereich der Nordstadt, des Zentrum und der Bahnhofsgegend kriminelle Problemzonen gibt. Der Gipfel ist es jedoch, der Polizei die Schuld für die Zunahme der Straftaten in die Schuhe zu schieben: Aufgrund einer verstärkten Polizeipräsenz vor allem in der Nordstadt sollen sich die Kriminellen provoziert gefühlt haben, noch mehr Straftaten zu begehen, so das Dortmunder Ministerium. Ein Erfolg seinen hingegen die zwölf Waffenverbotszonen, doch sollte jedem klar sein, dass es immer und überall passieren kann. Dass ein einzelner Täter mit simplen Mitteln völlig ausreicht, um für die nächste Eskalation zu sorgen. Und dass Verbotsschilder nicht vor Menschen mit krimineller Energie und fragwürdigem Geisteszustand schützen. Ganz abgesehen davon, dass Waffen prinzipiell und überall verboten sein sollten.
Erst vor wenigen Tagen eskalierte ein weiterer Gruppenstreit in der Dortmunder Nordstadt. Vier Männer wurden verletzt, Messer und Macheten kamen erneut zum Einsatz. Rund 300 Schaulustige verfolgten das makabere Spektakel, das von einem Großaufgebot der Polizei beendet werden musste. Nur wenig später eskalierte die Situation erneut, Autos wurden beschädigt, Glasflaschen geworfen und Äxte benutzt. Am Freitagabend sind zudem zwei Männer durch Schüsse verletzt worden. Das Drama spielte sich dieses Mal in der Innenstadt ab. Konkrete Hintergründe sind bislang noch keine bekannt.























